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Wetter im Winter 2014/15

Versuch einer Langfristprognose für Dezember bis Februar

"Wie wird das Wetter im nächsten Winter?" ist eine Frage, die sehr viele Menschen bewegt. Die Tourismusverbände hoffen auf Schnee, Menschen, die mit Kälte Probleme haben auf einen milden Winter und die Winterräumdienste müssen sich auch entsprechend einrichten. Das Problem ist nur, dass eine Wetterprognose für drei Monate im voraus praktisch nicht machbar ist, zumindest nicht in dem Sinne wie man den Wetterbericht für den nächsten Tag kennt.

Winter 2014/15 - wie war er wirklich
Zum Nachlesen gibt es wie gewohnt nachstehend die Prognose, wie sie im Oktober für die Monate Dezember, Jänner und Februar zusammengefasst wurde. Demnach sollte nach einem extrem milden Winter 2013/14 ein normaler folgen - also kein kalter, wie er auf manchen Seiten im Internet angekündigt worden war. Tatsächlich war der Winter 2014/15 um 1,8 Grad Celsius im Durchschnitt milder als er es sein sollte.

Das ist eine deutliche Abweichung nach oben und ein zweiter sehr milder Winter für Österreich in unmittelbarer Reihenfolge, wobei diese Abweichung von 1,8 Grad Celsius bedeutet, dass es sich um den achtwärmsten Winter in 250 Jahren handelt. Die Theorie, dass nach einem sehr warmen Winter ein sehr kalter folgen würde, traf also nicht ein.

Durch die warmen Temperaturen gab es auch deutlich weniger Schneedeckentage in den Niederungen, einzig in Vorarlberg war es kälter und damit gab es auch mehr Schnee in der Landeshauptstadt Bregenz. Generell war der Niederschlag sehr unterschiedlich verteilt, sehr große Abweichungen nach unten gab es mit 15 bis 55 Prozent in Oberösterreich, Niederösterreich und im Südosten, mehr Niederschlag gab es in Vorarlberg mit 15 bis 60 Prozent.

Zum Nachlesen: die Prognose vom Oktober 2014

Wetter im Winter 2014/15
Es gibt ein Prognosemodell des CSF, das global das Wetter im voraus zu berechnen versucht und zum Beispiel im Winter 2013/14 völlig daneben lag, weil niemand absehen hat können, dass es eine so stabile Wetterlage geben könnte. Letztlich war dieser Winter der zweitwärmste in Österreich seit Beginn der Messgeschichte.

Und dennoch: ein Blick auf die Prognose besagt, dass der Winter ein normaler sein sollte, also kein extrem kalter und kein so milder wie der abgelaufene der Vorsaison. Es werden keine großen Abweichungen zu den Normalwerten (siehe Tabelle unten) erwartet und auch beim Niederschlag gibt es keine Hinweise auf Extremsituationen. Das heißt aber nicht, dass es zum Beispiel nicht drei Tage durchschneien kann oder eine Woche sehr kalt ist, es bezieht sich die Prognose auf die durchschnittlichen Werte. Wie das Wochenende X werden wird, ist nicht Thema einer Langfristprognose.

Theorien und Voraussagen
Der Winter 2014/15 ist insofern ein schwierig hervorzusagender, weil der letzte Winter so extrem warm war. In Ostösterreich gab es so gut wie überhaupt keinen Schneefall und dementsprechend steht die Frage im Raum, ob sich ein solcher "Winter" wiederholen kann. Eine Theorie besagt, dass zwei so milde Winter hintereinander noch nicht gegeben waren und daher nein - eine andere Theorie widerlegt dies.

Im August und zum Teil im September 2014 gab es auch die Theorie, dass ein neues El Niño Phänomen eintreten könnte. Dabei stoppen die Passatwinde im Pazifik und bringen nicht das warme Wasser von Amerika nach Westen nach Asien und das hat globale Klimafolgen. 2009/10 war das letzte derartige Ereignis und das war jenes Jahr, als es in Österreich eiskalt wurde und die Donau sogar zugefroren ist. Aber Anfang Oktober zeigt sich, dass es dieses Ereignis wohl nicht gibt - daher kein extrem kalter Winter. Der Zusammenhang ist wissenschaftlich aber auch noch nicht bewiesen, dass das europäische Wetter davon beeinflusst ist.

Für Österreich selbst hat die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der Wiener Hohen Warte zumindest einen Ausblick bis Dezember angeboten und dementsprechend sollte der Dezember deutlich milder sein als üblich. Auch dies spricht gegen einen kalten Winter 2014/15.

Was heißt das Ganze nun für Österreich?
Nachstehend sind die Temperaturen für die österreichischen Landeshauptstädte und die Monate Dezember, Jänner und Februar eingetragen. Es sind dies die durchschnittlichen Werte jedes Monats, also keine Aussage darüber, ob es auch einmal 15 Grad plus oder minus geben kann. Wenn es nun um ein Grad kälter ist, bedeutet es zum Beispiel für Wien, dass statt 2,4 Grad im Schnitt im Dezember 1,4 Grad haben könnte - und dann ist Schneefall schon wahrscheinlicher.

Die langfristigen Werte wurden für den Zeitraum 1971 bis 2000 ermittelt und sehen in den Landeshauptstädten Österreichs so aus:

Wien 2,4 / 1,2 / 2,9 Grad (Dezember / Jänner / Februar)
St. Pölten 0,4 / -1,0 / 0,4
Linz 0,6 / -0,7 / 0,7
Salzburg 0,4 / -0,8 / 0,7
Innsbruck -0,3 / -0,9 / 0,9
Bregenz 1,8 / 0,6 / 1,5
Klagenfurt -2,7 / -4,0 / -1,4
Graz 0,0 / -0,9 / 0,9
Eisenstadt 1,1 / -0,4 / 1,3

 

[Infoplattform Wissenswertes / 2. März 2015]

Siehe auch
Wetterberichte 2015

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