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Wetter im Winter 2019/20

Der zweitwärmste Winter der Messgeschichte

Im September 2019 hat es eine erste vorsichtige Langfristprognose für den Winter 2019/2020 (Dezember - Februar) gegeben und dabei war davon ausgegangen worden, dass es zu warm werden würde, im Dezember gar um zwei Grad, im Jänner und Februar um ein Grad im Durchschnitt für Österreich. Diese Prognose gibt es zum Nachlesen nachstehend.

Wie war der Winter 2019/2020 wirklich?

Aber die ZAMG hat nun, am 27. Februar 2020, die vorläufige Bilanz des Winters im Nachhinein veröffentlicht und dabei kam heraus, dass es im Durchschnitt um 2,7 Grad zu warm war. Das wundert nicht wirklich, denn Regionen wie etwa Wien oder Eisenstadt haben Schnee so gut wie überhaupt nicht erlebt und auch viele kleine Skigebiete auf niedriger Lage hatten kaum Niederschlag und es war auch zu mild, um künstlich zu beschneien.

Noch wärmer war der Winter 2006/07 mit einer Abweichung von 3,4 Grad Celisus - damals mussten serienweise Wintersportbewerbe abgesagt oder verschoben werden, weil in Europa schlichtweg jeglicher Schnee gefehlt hatte. Auch in diesem Winter gab es schon einige Absagen, weil man nicht genug Schnee hat zusammentragen können. Teilweise war es auch krotesk, wenn man auf einem Schneeband die Akteure sieht, links und rechts davon lacht die grüne Wiese, wo es an sich weiß sein sollte - selbst in Skandinavien. Weltweit zeigen sich immer mehr Auswirkungen des Klimawandels wie etwa 20 Grad plus in der Antarktis.

Was war eigentlicher Grund für dieses milde Wetter?

Ein Herzstück ist die kalte Luft, die aus Russland, also aus dem Osten bis Nordosten nach Mitteleuropa dringt. Diese Wettersituation gab es kaum, dafür gab es vor allem im Februar 2020 jede Menge heftiger Stürme und ein Nordwest-Wetter, das ein Sturmtief nach dem anderen heranführte und zum Teil Windgeschwindigkeiten von 140 bis 170 km/h von den Niederlanden bis Ungarn brachte.

Ein Signal für diese Wetterveränderung zeigen auch die Landeshauptstädte. Die Städte Salzburg und Innsbruck hatten den ganzen (!) Winter über keinen einzigen Eistag, also einen Tag, an dem es durchgehend weniger als Null Grad Celsius hat.

Die gesamte Analyse der ZAMG können Sie mittels nachstehendem Link nachlesen:

https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/news/zweitwaermster-winter-der-messgeschichte-2

 

Wie der Winter angekündigt und vorausberechnet wurde, können Sie nachstehend nachlesen.

Langfristprognose für den Winter 2019/20

Der Sommer 2019 war der zweitwärmste Sommer in Österreich seit Beginn der Aufzeichnungen und auch der September begann warm, wenngleich es ein paar kühle Tage gab. Die ZAMG auf der Hohen Warte geht davon aus, dass etwa der Monat November deutlich wärmer sein wird als er sein sollte und das ist der Ausgangspunkt für die Langfristprognose für die Monate Dezember bis Februar, wobei sich die Wettermodelle aus den USA und aus Europa ziemlich einig sind.

Sie gehen davon aus, dass die Freunde des Winters ärgere Probleme haben werden, während Menschen, die das kalte Wetter nicht so gerne haben, Erleichterung erfahren. Die zweite Personengruppe ist aber schon seit Jahren auf der sicheren Seite, denn selbst bei den extremen Schneefällen im Jänner 2019 war es nicht wirklich kalt und wochenlange Minusgrade gibt es immer seltener, Temperaturen bis 15 Grad im Jänner hingegen immer öfter. Gerade in den an sich gewohnt kalten Monaten Jänner und Februar gibt es immer öfter wirklich ungewohnt milde Tage, wenn die Sonne scheint - Temperaturen, die früher erst im März möglich waren.

Was berechneten die Wettermodelle also wirklich?

Dezember 2019: um 2 Grad zu warm, sehr feucht
Jänner 2020: um 1 Grad zu warm, leicht zu nass
Februar 2020: um 1 Grad zu warm, normaler Niederschlag

Diese Angaben beziehen sich auf Österreich und Mitteleuropa, sind auch für Deutschland gültig, wobei in Deutschland der Niederschlag im Dezember noch deutlicher nach oben abweichen sollte. Das heißt, dass angenommen wird, dass es deutlich zu mild bleibt und statt Schnee jede Menge Regen zu erwarten sein wird.

Im Jänner und Februar bleibt es zu warm, der Niederschlag ist dann aber nicht mehr so stark abweichend, wobei man das ohnehin mit Vorsicht genießen muss.

Generell gilt, dass dies Berechnungen aufgrund langfristiger Indikatoren sind und daher kann es an einem Wochenende auch minus 10 Grad haben und an zwei weiteren Wochenenden 15 Grad plus. Der extreme Schneefall im Jänner 2019 war zum Beispiel überhaupt nicht vorhergesagt und ist langfristig auch nicht zu berechnen. Aber man kann einen Trend ablesen, denn bei den Abweichungen der Temperatur sind die Wetterdienste häufig auf der sicheren Seite - manchmal aber auch völlig daneben.

In Summe heißen diese Vorausberechnungen, dass man sich wohl wieder auf einen milden Winter einstellen muss. Weiße Weihnachten wären bei einem solch milden Dezember wie vorhergesagt ausgeschlossen, wobei es in Wien schon lange keine weißen Weihnachten mehr gab.

Was heißt das Ganze nun für Österreich?

Nachstehend sind die Temperaturen für die österreichischen Landeshauptstädte und die Monate Dezember, Jänner und Februar eingetragen. Es sind dies die durchschnittlichen Werte jedes Monats, also keine Aussage darüber, ob es auch einmal 15 Grad plus oder minus geben kann. Wenn es nun um ein Grad kälter ist, bedeutet es zum Beispiel für Wien, dass statt 1,1 Grad im Schnitt im Dezember 0,1 Grad haben könnte - und dann ist Schneefall schon wahrscheinlicher. Gibt es aber um zwei Grad mehr als in den Daten abzulesen, dann ist der Schnee im Flachland zumindest Mangelware.

Die langfristigen Werte wurden für den Zeitraum 1981 bis 2010 ermittelt und sehen in den Landeshauptstädten Österreichs so aus:

Wien 1,1 / 0,3 / 1,5 Grad (Dezember / Jänner / Februar)
St. Pölten 0,1 / -0,8 / 0,5
Linz 0,7 / -0,4 / 0,9
Salzburg 0,0 / -1,1 / 0,3
Innsbruck -0,1 / -1,0 / 0,8
Bregenz 1,6 / 0,4 / 1,1
Klagenfurt -1,4 / -2,8 / -1,4
Graz 0,0 / -1,0 / 1,0
Eisenstadt 0,8 / -0,1 / 1,3

Datenquelle: https://www.zamg.ac.at

 

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      Infos zum Artikel

      Wetter Winter 2019/2020 ÖsterreichArtikel-Thema: Wetter im Winter 2019/20

      Beschreibung: Langfristige Wettervorschau für den Winter 2019/2020 in Österreich und Mitteleuropa für die Monate Dezember bis Februar mit dem Vergleich der langfristigen Daten.

      letzte Bearbeitung war am: 06. 06. 2020