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Hochsommer 2014 war kaum vorhanden

Wetterstabilität und das Problem der Langzeitprognose

Das Wetter präsentiert sich seit gut 1,5 Jahren von einer ungewöhnlichen Seite insofern, als es sehr stabile Systeme gibt, wodurch sich die Wetterlage kaum ändern kann. Im Sommer 2013 gab es eine unerwartete Trockenheit von Juni bis August, sodass die Wiesen sogar gelb wurden und es überhaupt nicht geregnet hatte. Die Temperaturen erreichten in Österreich sogar erstmals mehr als 40 Grad. Im Winter 2013/14 gab es wieder eine stabile Wetterlage, wodurch der Schnee Mangelware war. Wieder war es deutlich zu trocken.

Und auch der Sommer 2014 war von einer stabilen Wetterlage bestimmt, weil nämlich beginnend mit Juli von Nordwest kühle und feuchte Luftmassen von der Nordsee nach Mitteleuropa geströmt sind. Das warme Mittelmeerwetter von Spanien bis Italien erreichte den Alpenraum kaum. Manchmal gab es einen Mix mit Regen von Norden und Wärme von Süden, aber beständiges, hochsommerliches Wetter sieht anders aus.

Dazu gibt es eine interessante Theorie der Unwetterzentrale Österreich, die in einem Artikel den Zusammenhang zwischen der Hurrikansaison im Atlantik und dem Wetter in Mitteleuropa herstellte. Denn seit zwei Jahren gibt es deutlich weniger starke Wirbelstürme im Atlantischen Ozean, die häufig ihren Weg nach Europa gefunden hatten. Dort waren es dann keine Wirbelstürme mehr, aber sie schoben die warme Luft aus dem Atlantik in den Alpenraum. 2014 gab es bis Ende August nur drei Wirbelstürme und alle weit weg von Europa, sodass dieser Druck fehlte.

Fazit zum Sommer 2014
Das Fazit von Juni bis August 2014 sieht so aus, dass der Juni wirklich wärmer war als langfristig beobachtet und hier hat die Prognose aus April (zum Nachlesen nachstehend zu finden) recht gehabt. Aber ab Juli gab es ein Gewittersystem nach dem anderen, extrem hohe Luftfeuchtigkeit, viele schwüle Tage und unangenehmes Wetter für alle, besonders aber für wetterfühlige Menschen. Der August war dann noch nasser.

In Summe war die Temperatur dennoch im Schnitt 0,2 Grad über dem langjährigen Schnitt gelegen, aber deutlich unter den Werten der letzten Jahre. Es war der kühlste Sommer seit dem Jahr 2005. Dazu muss man auch wissen, dass die Sommer seit 1980 um 1,8 Grad im Schnitt wärmer geworden sind. Also ist die Abweichung verglichen mit den letzten Jahren noch deutlich höher.

Was vor allem kaum anzutreffen war, waren die Tropentage, also Tage mit mindestens 30 Grad Celsius im Schatten. Es war nicht immer so kalt wie beim Eintreffen der Tiefs mit Regen und Wind, aber die heißen Tage fehlten großteils. Richtige Badetage gab es noch im Juni mit Temperaturen bis 35 Grad oder knapp darüber, aber im Juli und August wurden sie immer seltener.

Prognose für den Sommer 2014
Für die Monate Juni bis August 2014 lässt sich per April 2014 kaum ein Trend ablesen. Es wird im Juni vermutlich etwas wärmer sein, als für Monat laut langfristiger Daten üblich und der Juli und August verhalten sich relativ normal. Was das konkret heißt, kann man ablesen, wenn man für Österreich die Landeshauptstädte betrachtet (Werte am Ende des Textes). In Wien ist die durchschnittliche Temperatur für Juni mit 19,1 Grad gemessen worden. Das ist der Durchschnitt aus 30 Jahre Wetterbeobachtung und Wettermessung. Etwas wärmer ist daher vielleicht 20 - 20.5 Grad im Schnitt, also kein extremes Wetter und nicht so heiß wie vor einem Jahr. Mit 21,7 und 21,6 Grad liegen die Monate Juli und August als Vorgabe auf, diese Werte sollten wieder erreicht werden.

Unsicherheiten bei der Prognose
Jedoch gibt es Unsicherheiten. Nicht nur, dass es noch einige Wochen bis zu den Sommermonaten dauert und sich die Wetterlagen verändern können, ist es auch so, dass der Winter viel zu trocken und der März viel zu warm war. Normalerweise gibt es dann eine sogenannte Ausgleichswetterlage. Im Jahr 2013 war das Frühjahr viel zu feucht und daraufhin gab es eine extreme Trockenheit. Das war zwar eine Ausgleichswetterlage, aber von der extremen Form. Es kann also sein, dass der April und Mai kühl und feucht verlaufen und daraufhin der Sommer sehr warm und eher trocken wird, es kann aber auch sein, dass selbst der Mai zu warm ist und der Sommer damit durchwachsen sein wird.

In vielen Jahren konnte man beobachten, dass das Frühjahr einen Widerspruch zum Sommer gebracht hat. Das Jahr 2013 war ein extremes Beispiel, aber solche Situationen gab es immer wieder. Damit wird das Wetter bis etwa Ende Mai zum Gradmesser für die folgenden Monate, wenn man dieser Theorie zustimmt.

Langfristwerte der Landeshauptstädte in Österreich
Nachstehend gibt es eine Aufstellung der österreichischen Landeshauptstädte, um sich einen Überblick zu verschaffen. Der erste Wert ist der Juni, der zweite der Juli und der dritte schließlich der August. Es handelt sich um Durchschnittswerte von 1971 bis 2000 und natürlich Temperaturen, die im Schatten gemessen wurden.

Wien 19.1/21.7/21.6
St. Pölten 17.2/19.1/18.2
Eisenstadt 18.1/20.2/19.8
Linz 17.3/19.1/18.7
Salzburg 16.5/18.5/18.3
Innsbruck 16.3/18.3/17.9
Bregenz 16.4/18.7/18.2
Graz 17.7/19.5/18.9
Klagenfurt 16.9/18.8/18.2

 

[Infoplattform Wissenswertes / 1. September 2014]

Siehe auch
Wetterberichte 2014

Ebenfalls interessant:

Winter 2013/14

Der Winter 2013/14 hielt sich nicht an die Langfristprognose und wurde der zweitwärmste Winter in der Geschichte der Wetterstatistik.

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Sommer 2014

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Wetter September 2014

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Die Wetterstatistik in Österreich für den Monat Oktober 2014 zeigt einen ungewöhnlich warmen Herbstmonat.

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