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Langzeitprognose: Wetter im Sommer 2012

Das Wetter im Sommer 2012: Prognose und Fakt

Die Langfristmethode ist ein schwieriges unterfangen, weil man Monate im voraus das Wetter einschätzen können muss. Das ist manchmal schon sehr gut gelungen, manchmal lag man aber völlig daneben. Was den Sommer 2012 betrifft, war zweiteres der Fall. Zum Nachlesen haben wir die Einschätzungen aus dem März 2012 im Original belassen.

Tatsächlich war ein normaler, eher durchschnittlicher Sommer mit milderem Juni angekündigt worden. Der Juni war auch wärmer als normal und soweit stimmte die Prognose auch. Aber der Sommer insgesamt war in Österreich der drittwärmste der Geschichte und die Aufzeichnungen gibt es immerhin schon seit mehr als 250 Jahre.

Diese Prognose fand nicht statt und zeigt einmal mehr, wie schwer es ist, soweit im voraus das Wettergeschehen richtig einzuordnen. Was war das Problem: das Problem des Sommer 2012 war, dass es ein mächtiges Hochdrucksystem gab, das nur sehr, sehr langsam abzog. Deshalb schüttete es auf den britischen Inseln wochenlang, während in Ostösterreich die Nächte nicht abkühlten. Deshalb gab es in Südeuropa Hitze ohne Ende und Waldbrände wie schon Jahre nicht mehr.

Ein solches Ereignis läßt sich kaum im voraus erkennen und entsteht durch die Wetterdynamik und verschiedene Faktoren, die oft nur kurzfristig entstehen, aber langfristige Folgen für das Wettergeschehen haben.

Die Fakten des Sommer 2012

Statistisch gesehen war der Sommer 2012 um 1,9 Grad im Durchschnitt wärmer als üblicherweise und 1,9 Grad ist eine erhebliche Abweichung, wenn man bedenkt, dass der Zeitraum von drei Monaten berücksichtigt wird. Beim Niederschlag gab es häufig Normalwerte, nur von Kärnten bis zum Murtal, teilweise auch im Wiener Raum und in Niederösterreich gab es um bis zu 60 Prozent mehr Regen als im Sommer üblich.

Das Problem dabei war, dass diese Regenmengen hauptsächlich in kurzen Intervallen und dann aber intensiv vom Himmel fielen, meist ausgelöst durch Gewitter, die in Unwetter ausarteten. Katastrophen wie jenes von St. Lorenzen mit der Schlammlawine waren die Folge.

Enorm war die Hitze in Ostösterreich. In manchen burgenländischen Gemeinden zählte man bis zu 45 Tage, an denen es über 30 Grad Celsius Höchstwerte gab. In Bregenz waren es nicht einmal zehn Tage - ein normaler Wert für einen Sommer in Österreich.

 

Die Prognose vom Frühjahr 2012

Wie jedes Jahr gibt es auch im Jahr 2012 den Versuch, durch Langfristprognosen frühzeitig zu ermitteln, wie sich das Wetter im Sommer gestalten könnte. Als Grundlage dienen die Monate Juni, Juli und August. Wie problematisch langfristige Prognosen sind, zeigte der Winter 2011/12 mehr als deutlich. Ende November wanderten Familien bei strahlendem Sonnenschein über grüne Wiesen, weil es viel zu trocken und zu warm war - vor allem hoch oben auf den Bergen. Im Februar 2012 gab es Kälte, wie sie alle zehn Jahre einmal anzutreffen ist. Unterm Strich stimmte die Langfristprognose fast, weil sich beide Extreme im Durchschnitt ausgleichen - die Extreme waren aber nicht vorhergesagt und das geht auch nicht.

Für den Sommer 2012 von Juni bis August ist für Österreich ein normaler Sommer vorhergesagt. Der Juni soll in der ersten Hälfte wärmer sein als im Juni üblich, aber danach stabilisiert sich das Wettergeschehen auf Normalwerte. Beispielsweise in Bregenz würde das für Juli eine Durchschnittstemperatur von 18,7 Grad als Richtschnur bedeuten. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Tage mit 10 Grad oder mit 36 Grad geben kann - hier sind Durchschnittswerte zugrunde gelegt.

Auch beim Niederschlag werden keine großen Änderungen vorhergesagt. Also auch keine Unwetter, kein wochenlanger Regen, aber auch keine ungewöhnliche Trockenheit. Und natürlich schließt dies nicht aus, dass es eine Woche ein Gewitter nach dem anderen gibt und die Prognose schließt auch nicht aus, dass es zwei Wochen wolkenloses Wetter gibt.

Ein Rekordsommer ist also nicht angekündigt, ein zu kalter aber auch nicht und intensiver Regen ist nicht in Sicht. Was heißt jetzt normaler Sommer? Grundlage sind die Durchschnittstemperaturen der Jahre 1971 bis 2000. Nachstehend gibt es eine Aufstellung der österreichischen Landeshauptstädte, um sich einen Überblick zu verschaffen. Der erste Wert ist der Juni, der zweite der Juli und der dritte schließlich der August.

Wien 19.1/21.7/21.6
St. Pölten 17.2/19.1/18.2
Eisenstadt 18.1/20.2/19.8
Linz 17.3/19.1/18.7
Salzburg 16.5/18.5/18.3
Innsbruck 16.3/18.3/17.9
Bregenz 16.4/18.7/18.2
Graz 17.7/19.5/18.9
Klagenfurt 16.9/18.8/18.2

Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfs_fcst/

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