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Sommer 2018 war ein Rekordsommer

Deutlich wärmstes Sommerhalbjahr

Dass der Sommer 2018 ein sehr warmer war, haben die Menschen in Österreich, aber auch in anderen europäischen Ländern auch ohne Statistik gewusst. Die Statistik lieferte zudem viele Daten wie etwa die Zahl der Sommertage oder die Zahl der Tropennächte. Nun hat die ZAMG eine weitere Statistik erarbeitet, die sehr nachdenklich stimmt. Grundlage ist dabei das Sommerhalbjahr, was bedeutet, dass man den Zeitraum von Anfang April bis Ende September zusammenfasst und mit den langfristigen Daten vergleicht, also mit den Durchschnittswerten aus 30 Jahren ergo den Jahren 1981 bis 2010.

Sommerhalbjahr 2018 das wärmste der Geschichte

Und dabei kam heraus, dass das Sommerhalbjahr 2018 um satte 2,6 Grad Celsius wärmer war als die langfristigen Daten. Das ist ein heftiger Anstieg, aber einordnen lässt sich das für den Laien nur schwierig. Wenn man aber den Rekordsommer von 2003, den viele in Erinnerung haben, als Vergleich heranzieht, wird es wirklich mulmig.

Denn das Jahr 2003, als es ab April durchwegs viel zu heiß war, beinhaltete das bisher heißeste Sommerhalbjahr und hatte eine Abweichung von 1,5 Grad. Das heißt, obwohl sich jeder an diesen Sommer und das extrem heiße Frühjahr erinnern kann, hatte 2003 gegen 2018 keine Chance. Ein Grund ist darin zu sehen. dass es 2003 im Juli doch eine kühlere Wetterphase gab, 2018 fand das kaum bis gar nicht statt. Von April bis September war es durchwegs deutlich wärmer, als es eigentlich sein sollte. Und dass man auch ohne Berücksichtigung der letzten Septembertage mehr als ein Grad über jenem Rekordjahr liegt, gibt sehr zu denken.

Dazu passen auch einige Eckdaten wie etwa 126 Sommertag in Andau im Burgenland - ebenfalls ein neuer Rekordwert. Bei den Tropennächten vor allem in der Wiener Innenstadt wurden auch ganze Serien gemessen, also kaum Nächte unter 20 Grad Tiefstwert, was ein angenehmes Schlafen kaum möglich machte.

Gründe sind verschiedene

Natürlich fällt sofort das Vokabel Klimawandel ein und die Erwärmung des Klimas ist sicher ein Grund für diesen extremen Sommer, aber nicht nur. Man erinnert sich auch an die vielen Gewitter in der Steiermark oder in Kärnten, die das Frühjahr vermiest hatten, obwohl es nicht kalt war. Unwetter gab es reichlich, während man sich im Weinviertel über Regen gefreut hätte. Damit ist ein weiterer Grund auch schon umrissen, denn starke Hochdruckgebiete über Nordeuropa haben Tiefdruckgebiete den Weg nach Zentraleuropa verwehrt und das war einer der Gründe für die stabil zu hohe Temperatur in Österreich. Solche Systeme gab es mehrfach im Sommerhalbjahr 2018 und hatten neben enorm hohen Temperaturen, zu warmen Nächten auch viel Sonnenschein zur Folge. Und diese Hochdruckgebiete zogen kaum ab, weshalb es über Wochen das gleiche und meist viel zu warme Wetter gab.

Selbst in der Steiermark, als man Ende Juni die Badesaison als erledigt und zu vergessen interpretiert hatte, wurde mit dem August die Saison mehr als kompensiert. Es gab stabil Traumwetter für Leute, die es gerne heiß haben, aber der Preis war eine ungewöhnliche Trockenheit.

In Westösterreich war es so trocken wie seit 1860 nicht mehr. Damals begann man mit den Aufzeichnungen der Niederschlagsmenge. Insgesamt, auf ganz Österreich umgerechnet, war der Sommer 2018 der trockenste seit jenem Rekordsommer 2003.

Extrem frühe Ernte

Dabei war die Vorgabe eine andere. Durch einen sehr kühlen März waren Pflanzen ein paar Wochen im Rückstand, man hatte Sorge wegen des Weinbaus und bei Obst und Gemüse, aber der Sommer 2018 war so extrem, dass Wochen vor dem üblichen Zeitpunkt bereits die Weinlese begonnen hat. Viele Früchte wurden lange vor dem üblichen Termin geerntet, was bedeutet, dass die Natur nicht nur den Rückstand aus dem Spätwinter aufgeholt hatte, sondern durch die vielen Sonnenstunden und warmen Temperaturen sogar für eine viel frühere Ernte gesorgt hatte.

Das Thema hatte auch Folgen bei den Almtieren, denn denen ging das Futter aus und manche Herde musste früher als gewünscht oder erwartet von der Alm geholt werden. Es fehlte einfach die Feuchtigkeit ergo der Wuchs des Grases.

 

[Infoplattform Wissenswertes / 21. September 2018]

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