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Wetter im November 2019 in Österreich

Monatsstart mit wahnwitzigen 21 Grad im Osten

Das Jahr 2019 präsentierte sich fast durchwegs als ein deutlich zu warmes in Österreich, aber auch weltweit. In Österreich gab es einen kühleren Mai, aber sonst war man klar über den Normalwerten wie auch im Oktober mit Sommertagen in der letzten Oktoberwoche - das war vielerorts noch nie da. Und auch der November begannt extrem mild - zuerst im Westen, am ersten Novembersonntag auch im Osten.

Wetter im November 2019 in Österreich: Inhalt

Starkregen und Föhn zu Monatsbeginn (Bericht vom 4. November 2019)

Wetterstatistik Österreich November 2019Zwar kühlte es an den letzten Tagen des Oktober doch deutlicher ab, aber zu Monatswechsel entstand eine Südföhn-Strömung, die sehr warme Luft nach Österreich brachte. Die ersten Novembertage brachten in Westösterreich Temperaturen um die 15 Grad und viel Wind, im Osten war es noch deutlich kühler. Doch auch Werte um 10 Grad sind für November nicht wirklich kalt und am Sonntag, den 3. November änderte sich die Sachlage insofern, als der Föhn die Osthälfte Österreichs erreichte.

In Bad Radkersburg gab es mit 20,9 Grad fast 21 Grad - und das im November. Auch Weyer oder Podersdorf lagen über 20 Grad, in Wien gab es 18 Grad und der Montag begann in der Wiener Innenstadt mit 13 Grad - das ist über den Höchstwerten, die Anfang November gemessen werden sollten. Und im Osten bleibt es mild, wenngleich nicht ganz so mild wie an diesen Tagen.

Ganz anders war die Lage im Südwesten, denn dort, wo es schon an den Vortagen geregnet hatte, schüttete es zum Teil erheblich und das bleibt bis zum Montag-Abend so. An die 110 Liter wurden am Loiblpass gemessen, andernorts waren 60 bis 90 Liter gemessen worden wie in Dellach oder Kötschach-Mauthen. Kalt war es aber auch dort nicht, weil in Klagenfurt oder auch in Bregenz gab es schon in der Früh des 4. November 10 Grad, viel zu warm für November.

Die Gesamtwetterlage sieht aber so aus, dass von Süd auf West geändert wird und ein Tief folgt dem nächsten, das von Frankreich in den Alpenraum zieht. In der Osthälfte bleibt es mild mit Werten um die 10 bis 15 Grad, im Westen kühlt es ab Dienstag ab und die Höchstwerte sollten sich etwa in Innsbruck bei 7 bis 10 Grad einpendeln, was durchaus der Jahreszeit entspricht. Damit kühlt es auch auf den Bergen ab und am Dienstag sowie wieder am Freitag ist mit Niederschlag ergo auf den Bergen mit Schneefall zu rechnen.

Winter auf den Bergen (Bericht vom 11. November 2019)

Die letzten Tage inklusive dem Wochenende waren geprägt von Tiefdrucksystemen, die sich in Europa breitgemacht haben. Vor allem von den Britischen Inseln aus sind solche Systeme nun häufiger unterwegs, überqueren Frankreich und bilden in Italien das klassische Italientief, das bekannterweise gerne als Genuatief gegen den Uhrzeigersinn Regen oder Schnee nach Österreich bringt. Die Folgen waren durchaus intensive Niederschläge auf den Bergen in Form von Schnee, auch Regen im Flachland - selbst im so trockenen Wien oder im Weinviertel.

Die Wetterlage bleibt erhalten, denn es kommt zu einer Kombination aus Italientief einerseits und kalter Luft aus dem Norden andererseits, wodurch die Temperaturen sinken und der Niederschlag erhalten bleibt. Speziell am Dienstag und Mittwoch sind wieder einige Zentimeter Neuschnee zu erwarten und durch das Absinken der Temperaturen kann es in den Nordstaulagen auch bis auf 400 Meter herunter schneien. Schneeschaufeln in Wien wird wohl kein Thema sein, aber es kann durchaus im Wienerwald ein paar Flocken geben.

Zum Donnerstag hin sollte sich die Wetterlage etwas beruhigen, allerdings werden die Nebeltage häufiger. Sonne pur gibt es in der zweiten Novemberwoche so gut wie keine.

Lesachtal nicht mehr erreichbar (Bericht vom 13. November 2019)

Schon am Wochenende gab es das angesprochene Italientief viel Schneefall in Kärnten und Osttirol, dieser intensivierte sich noch weiter, sodass beeindruckende Schneehöhen erreicht wurden. Vor allem die Karnischen Alpen haben über einen halben Meter Schnee abbekommen, beeindruckende Bilder gibt es aber von Vorarlberg bis zur Steiermark und durch den angekündigten kalten Wind aus Nordwest kühlte es auch im Osten so stark ab, dass es Schneefall in Amstetten und sogar ein paar Schneeflocken im Westen Wiens gab.

Schwierig wurde die Lage aber speziell im Süden, denn etwa das Lesachtal musste sowohl auf der Seite nach Osttirol als auch nach Osten hin gesperrt werden, sodass es auf dem Straßenweg nicht mehr erreichbar war. Die Lawinenwarnstufe wurde auf 3 hochgestuft und die Lage muss einmal abgewartet werden. Aktuell ist es zu gefährlich, in das Tal zu fahren, wobei der Donnerstag Entspannung bringen sollte. In Vorarlberg war die Sonne bereits gesichtet worden, am Donnerstag sollte der Niederschlag in ganz Österreich aufhören.

Allerdings nicht für lange, denn ab Freitag wirkt das nächste Italientief und dann ist mit weiteren Niederschlägen zu rechnen, speziell wieder in Kärnten, im Süden Salzburgs, zum Teil in der Steiermark oder auch in Osttirol und dem südlichen Tirol. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, weil gerade diese Zeit im November ist oft geprägt von wärmerer Luft nördlich der Alpen und Italientiefs, die von Süden her auf den Alpenraum wirken. Die Konsequenz sind starke Niederschläge vor allem in Kärnten und in der Steiermark. Bei zu warmen Wetter ist Regen das Thema, bei kälteren Temperaturen wie jetzt ist es Schneefall bis in tiefe Lagen.

Wobei die Temperatur ein großes Thema ist, da es am Wochenende etwa im Osten extrem mild werden wird. Föhn wird einsetzen und für Wien sind bis zu 16 Grad angekündigt, auch im Bergland steigt die Schneefallgrenze bis hinauf ins Mittelgebirge.

Genuatief mal drei (Bericht vom 18. November 2019)

Gleich dreimal entstand der Effekt, dass ein Tief von den Britischen Inseln nach Italien zog und die kalte Luft auf die feucht-warme des Mittelmeers traf. Ein Genuatief im November ist nicht so besonders, aber mehrfach in Folge ist schon ungewöhnlich und es kam etwa in Venedig zu drei Flutwellen und einem Hochwasser wie schon 50 Jahre nicht mehr. Der Markusplatz stand als tiefster Punkt fast zwei Meter unter Wasser.

In Südtirol brachen aufgrund der großen Regenmengen ganze Felsblöcke ab, Flüsse hatten Rekordpegelstände und Schlammlawinen zogen sogar durch Ortschaften. Ähnliche Probleme gab es in Österreich. In Bad Gastein verschüttete eine Schlammlawine zwei Häuser und unter großer Gefahr mussten zwei Frauen aus ihren Häusern befreit werden. In manchen Kärntner Orten im Einzugsgebiet der Karnischen Alpen gab es an die 500 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter binnen weniger Tage - das entspricht der Jahresmenge (!) an Niederschlag etwa von Krems oder Simmering in Wien 11, wie Sigi Fink auf Ö3 verglichen hatte. Nur dass diese Regenmenge binnen weniger Tag konzentriert auf die Regionen von Südtirol über Osttirol bis nach Kärnten und den Süden Salzburgs fiel.

Dazu kam, dass es beim ersten Tief Schnee bis in die Niederungen gab, dann wurde es wärmer und es schüttete Regen, der sich mit dem Schnee verband und so gab es sehr schweren Schnee, der zu viel für die Bäume und deren Äste war. Viele Bäume stürzten um, Straßen wurden gesperrt und Probleme wie schon vor Tagen im Lesachtal verstärkten sich auf große Regionen. Bahnstrecken mussten eingestellt werden, die Lawinengefahr stieg enorm.

Und im Norden? Die Donau führt weiter Niederwasser, es regnet in Wien ab und zu einmal, es schüttet manchmal in Oberösterreich, aber das war es schon. Diese extreme Wetterlage zeigt einmal mehr die Funktion der Wetterscheide beim Alpenhauptkamm. Kämen die Regenwolken über die Alpen, dann hätte sich der Niederschlag verteilen können. Stattdessen bildete sich der Föhn und der Wind, der im Süden etwa in Venedig Flutwellen verursacht hatte, trieb nördlich des Alpenhauptkamms die Temperaturen auf bis zu 20 Grad und knapp darüber - vor allem in den bekannten Föhngebieten wie Weyer, Windischgarsten oder Waidhofen an der Ybbs - und das Mitte November.

Der Föhn ist auch ein Thema im Sinne der Windgeschwindigkeiten, denn auf den Bergen gab es zum Teil über 100 km/h Windspitzen, was die Lage noch gefährlicher gemacht hat. Starken Wind gab es aber auch im Flachland, wenngleich nicht mit diesen hohen Geschwindigkeiten, aber 50 und 60 km/h wurden vielerorts gemessen.

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