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Wetter im Juli 2008: warm mit Unwettern

Tatsächlicher und empfundener Sommer

Was ist ein schöner Sommer? Hier scheinen die Meinungen weit auseinander zu gehen, denn der Juli brachte definitiv kein schönes Wetter und einen viel zu kalten Sommer - das empfanden viele Österreicherinnen und Österreich und auch die Urlaubsgäste, die in Österreich im Monat Juli 2008 verweilten.

Sommer oder kein Sommer im Juli 2008 in Österreich

Wetterstatistik Österreich Juli 2008"Völlig falsch" sagt hingegen die Wetterstatistik der langjährigen Beobachtung auf der Hohen Warte. Sie dient immer als Vergleichskriterium, um eine Wetterphase beurteilen zu können und hat als Basis die Wetterbeobachtung der Jahre 1971 bis 2000. Es wurden also die Wetterdaten von 30 Jahren gesammelt und Durchschnittswerte ermittelt.

Gemäß dieser Aufzeichnungen gab es im Juli durchschnittlich vier Tage mit mindestens 30 Grad Celsius im Schatten. Die gab es im Juli 2008 auch, teilweise sogar mehr als vier Tage, weshalb - statistisch gesehen - der Juli 2008 tatsächlich ein warmer, regional sogar überdurchschnittlich warmer Monat war.

Das Problem mit der Bewertung liegt nicht nur im emotionalen Empfinden, sondern auch in der instabilen Wettersituation, die den gesamten Juli hindurch geherrscht hatte. Schon im Juni gab es viele Gewitter und dieser Trend setzte sich im Juli 2008 fort. Dadurch sind Situationen entstanden, in denen regional völlig unterschiedliche Sonnenstunden und Niederschlagsmengen zu beobachten waren.

Dazu zwei Beispiele: in Linz und Umgebung gab es kaum die normale Niederschlagsmenge, während in Eisenstadt fast dreimal soviel Niederschlag gemessen wurde, als für den Juli typisch wäre. Gleiches gilt auch für die Sonnenstunden. Während Eisenstadt trotz der starken Niederschläge die meisten Sonnenstunden verzeichnete und damit Normalniveau erreichte, war die Sonne in Salzburg seltener zu sehen. Etwa 80 Prozent der sonst im Juli durchschnittlich gemessenen Sonnenstunden gab es in der Mozartstadt.

Und dennoch: wenn in den Wetterdaten der Hohen Warte Alpentäler im Juli gemessen werden, die in der Früh gerade einmal vier Grad Celsius melden, ist das schon ungewöhnlich für den Hochsommer. Aber sobald die Sonne herauskommt, hat sie viel mehr Kraft als in früheren Jahrzehnten, weshalb die Luft schneller erhitzt wird. Damit kommt es zum Effekt, dass man den Sommer als zu kalt empfinden, weil man sich in der Früh wärmer anziehen muss, aber über den Tag gesehen war der Juli 2008 ein überdurchschnittlich warmer Monat.

Besonderheiten im Juli 2008

Über 180 mg Ozon pro m³ (Bericht vom 2. Juli 2008)

In Ostösterreich bleibt die Ozon-Informationsschwelle aufrecht. Durch das heiße Sommerwetter hat sich das bodennahe Ozon besonders in den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland und Wien stark aufgebaut und die Ozonkonzentrationen überschritten beispielsweise im Tullner Becken den Wert von 180 Mikrogramm.

Genau diese Marke aktiviert die Ozon-Informationsschwelle, erreicht die Ozonkonzentration mehr als 240 Mikrogramm, so wird Ozonalarm ausgerufen. Bei der Ozon-Informationsschwelle sollen besonders empfindliche Personen anstrengende Handlungen möglichst einstellen. Ein normaler Spaziergang hingegen wird kaum Probleme verursachen, ein anstrengender Dauerlauf kann schon problematischer sein.

Die Informationsschwelle ist sicher eine gute Einrichtung, sie ist aber auch umstritten, weil eigentlich nicht viel passiert. Die Menschen werden wohl informiert und gewarnt, aber es wird der Autoverkehr deshalb nicht reduziert und auch sonst gibt es eigentlich keine Konsequenzen.

Die Ozonbelastung in Ostösterreich sollte aber spätestens morgen abend Geschichte sein. Denn vom Westen werden heftige Gewitter kommen, die den Osten des Landes vermutlich in der Nacht auf Freitag erreichen wird. Hagelschlag, Starkregen und Sturmböen können die Folge dieser Gewitter sein, wodurch die Unwetter vom Juni ihre Fortsetzung finden dürften.

Danach wird es am Wochenende ein angenehmes Sommerwetter geben, wobei der Wind auffrischen kann und die Temperaturen um die 25 Grad betragen werden. Auch der Wochenbeginn dürfte nach heutiger Sicht diese Temperaturen aufweisen, wobei ab Sonntag wieder einige Gewitter zu erwarten sind.

Der Sommer macht Pause (Bericht vom 8. Juli 2008)

Noch am Sonntag gab es österreichweit sehr heiße Temperaturen mit bis zu 30 Grad Celsius im Schatten, vereinzelt sogar etwas mehr. Doch vom Westen kam die angekündigte Kaltfront, die sich mit heftigen Gewittern eingestellt hat.

In Südtirol verhinderte ein Unwetter die Ausführung des Prologs zur Österreich-Radrundfahrt und diese Unwetter zogen später nach Kärnten und bis in die Steiermark. Vom Westen erreichten aus Bayern Unwetter die Bundesländer Salzburg und Oberösterreich und zogen am späten Sonntag-Abend bis in den Wiener Raum.

Am Montag war dann Österreich zweigeteilt. Im Westen Österreichs gab es Tageshöchstwerte von vielleicht einmal 15 Grad Celsius, wodurch sich die Lufttemperatur fast halbiert hatte und es regnete zum Teil auch sehr stark. Im Osten Österreichs war es drückend schwül und daher war es fast logisch, dass sich weitere Gewitter gebildet haben.

Besonders stark waren diese im Burgenland, wo lokal binnen von zehn Minuten bis zu 22 Liter pro m³ Regen gemessen wurden. Auch in Wien und in Niederösterreich gab es heftige Gewitter.

Die Konsequenz ist, dass sich nun auch in Ostösterreich die Luft stark abgekühlt hat und Frühwerte von 15 Grad Celsius österreichweit gemessen wurden. Besonders für Wien ist dies ein sehr niedriger Wert, nachdem man viele Tropennächte (Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt) verzeichnet hatte.

Für die Wohnungen der Großstädte ist die Abkühlung natürlich eine willkommene Phase, um für angenehmere Temperaturen in den Räumen zu sorgen, für Badefreunde ist es jetzt zu kalt. Doch es bleibt nicht lange so, schon ab Donnerstag gibt es wieder Badetemperaturen und der Sommer kehrt zurück. Am Wochenende kann man wieder mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius im Schatten rechnen.

Enorme Blitzentladungen und Starkregen (Bericht vom 13. Juli 2008)

Die instabile Wettersituation, die sich in Österreich schon während des gesamten Monats Juni 2008 bemerkbar gemacht hatte, setzt sich im Juli 2008 fort. Zuerst gibt es strahlenden Sonnenschein, der die Luft weit über 30 Grad Celsius erhitzt und dann folgen Gewitterfronten mit heftigen Unwettern.

Dieses Szenario spielt sich seit Wochen ab und gestern war wieder ein Tag von besonders intensiven Unwettern. Zum Glück sind keine großen Überschwemmungen gemeldet worden, aber es reicht für viele Menschen, wenn ihr Keller unter Wasser steht und von der Feuerwehr ausgepumpt werden muss, und das ist gestern mehrfach passiert.

Es gab wieder zwei Gewitterströmungen. Im Westen Österreichs, in Vorarlberg und Tirol gab es schon am frühen Nachmittag Gewitter und starken Regen sowie kühle Temperaturen, sodass es österreichweit enorme Unterschiede gab. So hatte es in Innsbruck um die 18 Grad Celsius, während in Wien, Eisenstadt und Graz 30 oder mehr Grad erreicht wurden.

Die Hauptfront der Gewitter zog am späten Nachmittag von Bayern kommend über Salzburg und Oberösterreich nach Niederösterreich. Ursprünglich war errechnet worden, dass die Gewitter über das Waldviertel nach Tschechien weiterziehen würden, doch durch die stark erhitzte Luft dehnte sich die Gewitterfront immer weiter aus und daher waren dann auch das nördliche Burgenland und die Bundeshauptstadt Wien von den zahlreichen Blitzen, den heftigen Donnern und dem Starkregen betroffen.

In Wien kühlte des durch die Gewitter beispielsweise binnen von Minuten um mehr als 10 Grad ab, doch damit war es noch nicht getan. Nach Mitternacht zog eine neuerliche Gewitterfront über Ostösterreich und sorgte für weitere starke Regenfälle.

Wer nun denkt, dass es vorbei ist, irrt, denn auch heute Sonntag wird sich die Luft in Ostösterreich stark erhitzen und es ist am Nachmittag wieder mit starken Gewittern zu rechnen. Das Wetter bleibt daher instabil, offenbar ein typisches Merkmal für den Juli 2008.

Stark wechselndes Wetter (Bericht vom 17. Juli 2008)

Die Langzeitprognose hatte für den Sommer 2008, also für die Monate Juni bis August, vorausgesagt, dass der Juni zu kühl sein würde, der Juli und der August hingegen würden temperaturmäßig über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Wenn man sich an das Wetter der ersten EURO 2008-Tage erinnert, so war die langfristige Wetterprognose, die immer ein großes Potential an Unsicherheit in sich birgt, durchaus richtig. Der Juni war sehr verregnet und zu kühl, auch wenn es zum Monatsende hin hohe Temperaturen gab.

Doch im Juli stimmt die Langzeitprognose keinesfalls mehr. Zwar gibt und gab es auch in diesem Monat warme, sogar heiße Tage, aber diese wechseln sich oft mit kühlen und verregneten Tagen ab. Besonders in Westösterreich weiß man dies zu berichten, denn in den Alpentälern hat es am Morgen oft Temperaturen um die sieben bis zehn Grad - Temperaturen, die eher in einen September oder Oktober passen würden. Auch die Tageshöchstwerte von 13 bis etwa 17 Grad sind eindeutig zu kühl.

Das Wetter ist aber nicht generell verregnet oder zu kalt, denn zwischendurch gibt es sehr warme Temperaturen. Es ist der oft sehr schnelle Wechsel zwischen kalten und warmen Tagen, der vielen Menschen Probleme bereitet und besonders jene, die mit dem Kreislauf ohnehin kämpfen, haben es dieser Tage sehr schwer. Als gutes Beispiel kann man die Wetterentwicklung in Wien heranziehen. Die Temperaturskala reicht von 15 Grad Tageshöchsttemperatur bis zu 29 Grad - und das alles innerhalb von drei Tagen.

Leider bleibt in Österreich die Wetterentwicklung vorerst unbeständig. Nach den starken Regenfällen, die sich am Freitag fortsetzen werden, wird es am Samstag richtig sommerlich, um am Sonntag wieder ein trübes und kühleres Wetter zu bringen.

Murenabgänge und starker Regen (Bericht vom 21. Juli 2008)

Der Juli 2008 zeigt sich weiterhin nicht von seiner besten Seite - im Gegenteil: die Anzahl der Unwetter, die es in diesem Monat in Österreich schon gegeben hab, ist sehr ungewöhnlich. Auch gestern abend gab es heftige Unwetter, die vom Südwesten bis nach Wien gezogen sind.

Sehr stark betroffen war die Gemeinde Radmer in der Steiermark. Die Gemeinde, die von den Ennstaler und den Eisenerzer Alpen umgeben ist, war schon mehrfach von starken Unwettern betroffen, doch die gestrigen Ereignisse haben die Einwohner/innen bisher noch nicht erlebt. Durch die intensiven Regenfälle kam es zu Murenabgänge und als Folge war die gesamte Gemeinde von der Umwelt abgeschnitten.

Radmer befindet sich südlich von Hieflau und ist nur auf eine Landesstraße mit Hieflau und damit mit dem Straßennetz verbunden. Durch Murenabgänge türmten sich die Geröllmassen auf der Landesstraße über zwei Meter hoch. Zusätzlich gab es für die Gemeinde selbst große Probleme, weil fast die gesamte Gemeinde unter Wasser stand. Auch in anderen Gemeinden gab es lokale Überflutungen, beispielsweise im Süden von Niederösterreich. Immer wieder musste die Feuerwehr ausrücken, um Keller leerzupumpen.

Das Wetter hat sich nun wieder stabilisiert, sodass die Aufräumungsarbeiten durchgeführt werden können. Wer auf einen rasch heraufziehenden Hochsommer hofft und wartet, wird erneut enttäuscht werden, denn laut den bisherigen Prognosen bleibt die Woche viel zu kühl. Tageshöchsttemperaturen von 13 bis 20 Grad werden bis Freitag zu erwarten sein.

Tirol und Salzburg besonders betroffen (Bericht vom 30. Juli 2008)

Das Wetter im Juli 2008 war lange Zeit viel zu kalt, in den letzten Tagen hat sich die Lufttemperatur aber wieder stark erwärmt und die Sonnenstunden erreichen ein gewohntes Maß an Quantität. Doch dieses zurückgekehrte Sommerwetter wird mit einem hohen Preis bezahlt, denn die Wettersituation bleibt labil.

Das zeigte sich gestern abend besonders stark im Alpenraum. Die Luft war durch die Sonne stark erwärmt worden und über den Bergen bauten sich große Gewitterzellen auf und das Ergebnis waren heftige Gewitter, die Schäden in Tirol, in Salzburg und in Kärnten verursacht haben.

Hauptproblem war der starke Wind, der durch die Gewitter entstanden ist. Seine Wucht war derart heftig, dass Bäume ausgerissen wurden und damit vor allem in Tirol zahlreiche Straßen unpassierbar wurden. In Tirol waren besonders die Landeshauptstadt Innsbruck selbst, die nähere Umgebung, das Außerfern und das Zillertal betroffen.

Dabei ereigneten sich auf Tirols Straßen dramatische Situationen, weil durch Murenabgänge und umgestürzte Bäume viele Autofahrer/innen eingesperrt wurden. Sie konnten weder nach vor noch zurückfahren und mussten auf die Unterstützung der Feuerwehr warten. Verletzt wurde zum Glück niemand, aber die Schadenshöhe durch die Unwetter dürfte enorm sein.

In Salzburg war besonders das Lungau von den gestrigen Unwettern betroffen. Dort hagelte es sehr stark und kleine Bäche traten über die Ufer und flossen durch Ortskerne. Auch hier kamen keine Menschen zu Schaden und die materiellen Schäden dürften im Bereich von Gartenanlagen und Straßen größerer Natur sein, Häuser sind nach ersten Berichten nicht beschädigt worden.

Die Unwetter tobten auch in Kärnten, wo besonders durch Blitzeinschläge Probleme entstanden sind, weil Wirtschaftsgebäude Feuer fingen. Hagel und starker Regen sowie der heftige Wind sorgten für Probleme auf den Straßen und lokal wurde Hochwasseralarm gegeben ,weil Bäche über die Ufer getreten sind.

Wie geht es mit dem Wetter weiter? In ganz Österreich wird es wieder sehr warm werden und die labile Wettersituation bleibt erhalten. Deshalb wird man ab dem Nachmittag in ganz Österreich mit Gewittern rechnen müssen, die heute und auch in morgen nicht nur im Alpenraum, sondern auch im Osten und Südosten, also im Flachland, entstehen können.

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