Sie sind hier: Startseite -> Wetter / Klima -> Wetterberichte Österreich -> Wetterstatistik 2008 -> Wetter Jänner 2008

Der Jänner 2008: mild und stürmisch

Sturm Paula und viel Wärme

Der Jänner 2007 war der wärmste Jänner in Österreich, seit es systematische Wetteraufzeichnungen gibt. Er zeichnete sich aber durch starke Sturmsysteme aus, vor allem durch das Sturmtief Kyrill, das in ganz Europa großen Schaden genommen hat. Beide Phänomene - die Wärme und der Sturm - waren auch im Jänner 2008 festgestellt worden.

Sturmmonat Jänner 2008

Wetterstatistik Österreich Jänner 2008An sich hat der Jänner 2008 zu Beginn die gleiche Zweiteilung geboten, die schon fast im ganzen Dezember 2007 gegeben war: im Westen milde Temperaturen und Sonne, im Osten kalt, dunkel und unangenehm, weil der Hochnebel sich nicht verziehen wollte.

Daher ist es kein Wunder, dass es im Westen, beispielsweise in der Stadt Salzburg, bis zu 1,5mal soviel Sonnenstunden gab, wie im langjährigen Schnitt. Im Osten hingegen kamen Städte wie Wien und Eisenstadt auf etwa 80 Prozent des langjährigen Schnitts.

Und das lag einzig und alleine an der zweiten Monatshälfte. Denn spätestens dann gab es in ganz Österreich Sonne und für Jänner untypisch milde Temperaturen. Den Spitzenwert erreichte laut Aufzeichnungen der Hohen Warte Obervellach am 28. Jänner 2008 mit 17,3 Grad Celsius. Der Jänner 2008 verlief sehr trocken, Schnee war Mangelware, aber es hatte soviel im Oktober und November 2007 geschneit, dass dem Wintertourismus das milde Wetter nicht schadet. Im Gegenteil: viel Schnee und herrlich milde Temperaturen machen beim Skifahren noch mehr Freude.

Unterbrochen wurde das milde und trockene Wetter immer wieder durch Sturmsysteme. Windgeschwindigkeiten bis zu 80 km/h gab es mehrfach im Jänner 2008, besonders im Donauraum. Gesteigert wurde diese Entwicklung durch das Sturmsystem Paula, das gegen Ende Jänner Österreich heimgesucht und Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h entwickelt hatte. Die Schäden, die "Paula" besonders in der Steiermark und in Kärnten verursacht hatte, waren teilweise größer als jene von Kyrill vor einem Jahr.

In Sachen Niederschlag gab es besonders im Osten kaum ein Viertel des langjährigen Schnitts. Auch im Südosten gab es kaum Niederschlag. Nur in Osttirol und Teilen Kärntens waren starke Niederschläge verzeichnet worden, die lokal bis zum 1 1/2fachen des Normalwertes reichten.

Besonderheiten im Jänner 2008

Bis zu 13 Grad (Bericht vom 17. Jänner 2008)

Wochenlang gab es in den Niederungen Österreichs kalte Temperaturen, Hochnebel, keine Chance auf die Sonne und jeder Tag glich dem anderen: finster, unangenehm, frustrierend. Mittendrin gab es ein, zwei Tage, an denen die Sonne sich kurz blicken ließ, aber generell gab es in Wien, in großen Teilen Niederösterreichs, im Burgenland und auch im Süden Österreichs kalte Wetterverhältnisse und wenig Sonne.

In den letzten Tagen wurde es aber schon spürbar wärmer und im Westen gab es erste Ausläufer eines Föhnsturms, der am Wochenende Österreich voll erwischen wird. Menschen, die mit dem Kreislauf zu kämpfen haben, werden so ihre Probleme bekommen, denn auch in den Niederungen wird sich der Föhn stark auswirken.

Prognostiziert sind nämlich Temperaturen um oder über 10 Grad Celsius und starker Wind, teilweise mit Sturmböen, die am Wochenende durch Österreich ziehen werden. Besonders im Osten Österreichs ist mit Temperaturen um 12 bis 13 Grad zu rechnen, womit das Land einen richtigen Wärmeeinbruch erleben wird, den man normalerweise rund um Weihnachten feststellen kann, der aber bei Weihnachten 2007 ausgeblieben war.

Am Freitag und Samstag wird es zusätzliche einige Regenschauer geben, gegen Samstag nachmittag sollte sich das Wetter aber trockener gestalten und am Sonntag wird nach den Prognosen der Wetterstationen die Sonne scheinen oder es wird leicht bewölkt sein. Auch die nächste Woche wird noch im Einfluss dieses Föhngebietes sein und daher wird es einen sehr milden Montag geben.

Windgeschwindigkeiten bis 150 km/h (Bericht vom 26. Jänner 2008)

Schon in den letzten Tagen gab es in Mitteleuropa viel Wind durch den Föhnsturm, besonders vor einer Woche. Nach einer kurzen Abkühlung sind die Temperaturen zuletzt wieder stark gestiegen und haben bei vielen Menschen in Österreich schon erste Frühlingsgefühle erwecken können. Temperaturen knapp unter oder über zehn Grad Celsius waren durchs mehrfach gemessen worden.

Doch bereits heute nachmittag hat starker Wind mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 80 km/h eingesetzt und dieser Westwind wird noch weiter zulegen. Die Wetterstationen haben daher für alle österreichischen Bundesländer von Salzburg ostwärts inklusive der südlichen Bundesländer Kärnten und Steiermark eine Sturmwarnung herausgegeben.

Es ist ab Mitternacht mit Windböen bis zu 100 km/h zu rechnen und morgen soll es auch Orkanböen bis zu 150 km/h geben. Diese Windgeschwindigkeiten sind ausreichend, um Äste abzubrechen oder Schäden an Mauerwerk oder an Dächern zu verursachen. Damit kann es auch zu Straßenbehinderungen kommen und entsprechende Vorsicht ist angebracht.

Mit der Westströmung, die diesen Orkan nach Österreich bzw. Mitteleuropa bringen wird, wird auch Regen einsetzen und ab einer Höhe von etwa 600 bis 1000 Meter könnte Schneefall einsetzen. Im Bereich von Salzburg bis Wien wird es deutlich abkühlen und die Temperaturen werden die fünf Grad kaum überschreiten können. Im Westen wird es milder sein, vor allem wird es in Tirol und Vorarlberg keine so starken Windböen geben. Am wärmsten wird es wohl in Kärnten werden.

Orkanböen bis 150 km/h (Bericht vom 27. Jänner 2008)

Der angekündigte Sturm, der teilweise als Orkan mit Windgeschwindigkeiten bis zu 150 km/h gemessen wurde, hat Österreich am Samstag erreicht und besonders heute, Sonntag, für massive Schäden gesorgt. Selbst die westlichen Bundesländer, von denen angenommen worden war, dass sich dort der Sturm nicht so stark entwickeln könnte, waren betroffen.

Auf den Bergen gab es die stärksten Orkanböen, aber auch in den Städten und im Flachland wurden Windspitzen über 100 km/h gemessen. Die Folge waren umgeknickte Bäume, verblasene Gerätschaft, Schäden an den Dächern und instabilen Mauerwerk und vieles mehr.

Besonders die Stromversorgung war schwer betroffen, weil viele Leitungen unterbrochen wurden. Ganz besonders in der Steiermark gab es erhebliche Stromausfälle. Nach ersten Meldungen waren bis zu 80.000 Haushalte von der Stromzufuhr abgeschnitten. In der Steiermark wurde auch der Katastrophenalarm ausgelöst und den Menschen wurde empfohlen, die Wohnung bzw. das Haus nicht zu verlassen.

Von Tirol bis in das Burgenland wurden schwere Sturmschäden gemeldet und immer wieder kam und kommt es zu gefährlichen Situationen, beispielsweise durch Gegenstände, die auf die Straße geblasen werden, selbst Müllcontainer werden auf die Straße geschoben und sorgen für große Gefahr.

Die Sturmwarnung bleibt bis auf weiteres aufrecht und wird wohl erst am Montag vormittag aufgehoben werden, weil bis dahin ist mit Sturmböen von 80 bis 130 km/h zu rechnen.

Bisher wurden fünf Menschen schwer verletzt, weil sie von verblasenen Teilen getroffen wurden oder selbst verblasen wurden und gegen Hindernisse geprallt sind. Die Wiener U-Bahnlinie U4 war in den freien Bereichen im Westen Wiens nicht fahrbar, weil Holztrümmer auf die Schienen geblasen wurden und auch die Südbahn war unterbrochen. Dazu kamen diverse Unterbrechnungen auf Nebenbahnen und im Straßennetz durch umgestürzte Bäume.

Regional mehr Schaden als nach Kyrill (Bericht vom 29. Jänner 2008)

Sturm Paula ist Vergangenheit, aber die Aufräumarbeiten werden noch eine Weile dauern müssen. Denn der Sturm, der am Samstag nach Österreich kam und bis zum Montag über großen Teilen des Landes wütete, verursachte massive Schäden, die regional sogar über jenen von "Kyrill" lagen.

Womit auch schon das aktuelle Thema bei den Wetterdiskussionen angesprochen ist. Denn es ist genau ein Jahr her, dass der Orkan Kyrill durch Europa wegte und auch in Österreich großen Schaden angerichtet hatte. In Deutschland waren die Schäden noch massiver, doch es bleibt die Tatsache, das mit dem Sturm "Paula" binnen eines Jahres zweimal im Jänner ein schwerer Sturm Österreich heimgesucht hatte.

Die Frage ist also jene, ob es zur Normalität wird, dass im Jänner schwere Stürme durch das Land fegen. Die Experten der ZAMG, der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte verneinen dies. Ein Sturm, wie er am Wochenende über Österreich gezogen war, kommt normalerweise - statistisch gesehen - alle 30 bis 40 Jahre vor. Dass jetzt zweimal hintereinander im Jänner solche Sturmtiefs aufgebaut wurden, ist sehr selten.

Den betroffenen Menschen hilft das nur wenig. Ganze Wälder wurden vernichtet, zahlreiche Autos beschädigt, Dächer abgetragen und manche Familien hatten schon 48 Stunden keinen Strom, besonders in der Steiermark und in Kärnten. Denn der Sturm hat viele Stromleitungen zerstört, die erst mühsam wieder instandgesetzt werden müssen.

Insgesamt geht man in einer ersten Bilanz von einem Schaden von etwa 70 Millionen Euro aus. Neben Schäden, die die Versicherungen abdecken, haben viele Menschen auch Probleme mit den Schäden, die nicht von der Versicherung gedeckt sind. Wer nicht entsprechend versichert war und einen Stein auf das Autodach geknallt bekam, bleibt auf den Kosten sitzen.

Ebenfalls interessant:

Sommer 2008

Bericht über die Langzeitprognose vom Wetter im Sommer 2008 für die Zeit von Juni bis August.

[aktuelle Seite]

Wetter Jänner 2008

Wetter in Österreich im Jänner 2008 mit der Monatsstatistik über Niederschlag und Temperatur und den vielen Stürmen des Monats.

Wetter Februar 2008

Fakten zum Wetter in Österreich im Februar 2008, der sich sehr sonnig erwies und der sehr trocken war - was nicht so gut für die Landwirtschaft war.

Wetter März 2008

Die Wetterstatistik über das Wetter in Österreich im März 2008 mit durchschnittlichen Werten - allerdings steckt der Fehler im Detail.

Wetter April 2008

Das Wetter in Österreich im April 2008 mit sehr wechselhaftem Wettergeschehen, wie es für den Monat April aber auch typisch ist.

Wetter Mai 2008

Wetterstatistik mit Temperatur über das Wetter in Österreich im Monat Mai 2008 mit extrem warmen Temperaturen und auch mit einem nachhaltigen Kälteeinbruch.

Wetter Juni 2008

Zusammenfassung über das Wetter in Österreich im Juni 2008 mit Gewitterrekorden durch intensive Gewitterzonen und über 10.000 Blitzentladungen.

Wetter Juli 2008

Das Wetter in Österreich im Monat Juli 2008 mit der statistischen Auswertung von Niederschlag, Sonne und Temperatur.

Wetter August 2008

Das Wetter in Österreich im August 2008 zeigte sich von der sommerlichen Seite bei den Temperaturen, war aber nicht so beständig wie gewünscht.

Wetter September 2008

Zusammenfassung des Wetters in Österreich im Monat September 2008 mit der statistischen Auswertung von Sonne, Temperatur und Niederschlag.

Wetter Oktober 2008

Das Wetter in Österreich im Oktober 2008 erwies sich als sehr wechselhaft und unbeständig mit verschiedenen Wetterlagen.

Wetter November 2008

Das Wetter in Österreich im Monat November 2008 erwies sich als deutlich zu mild für einen Novembermonat.

Wetter Dezember 2008

Das Wetter in Österreich im Dezember 2008 brachte lange Zeit zu milde Temperaturen, aber Eiseskälte am Schluss und intensive Schneefälle.

Soziale Medien

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel geteilt wird:

Themenliste:

Zurück zum Hauptthema

Übersicht Wetterstatistik 2008

Startseite Wetter