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Sehr milder Jänner 2018, aber auch sehr schneereich

Große Extreme beim Wetter

Der Jänner 2018 bot in Österreich und Europa ungewöhnliche Wetterlagen mit vielen Fronten aus Nordwest oder Südwest, die vom Atlantik milde, aber auch feuchte Luft herangeführt haben. Für Österreich selbst bedeutete dies den drittwärmsten Jänner seit Beginn der Aufzeichnungen sowie auch einen Jännermonat, in dem Schneemangel in den Skigebieten nicht anzutreffen war - es gab Schnee wie schon lange nicht mehr. Das wird vor allem auch so empfunden, weil die letzten Jahre ziemlich schneelos verlaufen sind. Diese Umschreibung ist aber auch nicht ganz falsch, denn in Wien hat es zum Beispiel so gut wie keinen Schneefall gegeben, ganz anders war die Lage im Bregenzerwald.

Wetter in Österreich im Jänner 2018: Temperatur

Der kalte Winter ist üblicherweise dadurch möglich, dass kalte Luft von Nordeuropa und Russland in den Alpenraum strömt. Da im Jänner 2018 aber die Wetterlage durch ein massives Islandtief immer wieder vom Atlantik dominiert wurde und mit viel Wind von Nordwest bis Südwest feuchte und warme Luft herangeführt wurde, hatte die kontinentale und kalte Luft keine Chance.

Mit einer durchschnittlichen Temperaturabweichung von 3,8 Grad Celsius zum langfristigen Wert (Durchschnitt von 1981 bis 2010) ergibt den drittwärmsten Jänner der über 250-jährigen Messgeschichte. Nur der Jänner 2007 (+4,7 Grad) und 1796 (+4,5 Grad) waren wärmer. Allerdings muss man auch dazu erwähnen, dass der Jänner eine große Schwankungsbreite in der Temperatur von +/- 2,4 Grad Celsius aufweist.

Abhängig von der Höhe gab es unterschiedliche Abweichungen. Über 1.000 Meter Seehöhe lag die Abweichung zu den Durchschnittswerten bei plus 2,5 Grad Celsius. In den Gipfelregionen der Alpen war die Abweichung mit plus 1,9 Grad Celsius auch sehr ausgeprägt. Es gab aber noch viel stärkere Abweichungen. Dazu zählte Vorarlberg, das Flachgau, das Tennengau und der Bogen von Oberösterreich bis Wien und nach Süden über das Burgenland bis in die Steiermark. Je nach Region gab es ein plus von 3,5 bis 4,4 Grad Celsius über den Werten, die man im Jänner normalerweise erreichen sollte.

Die Folge war natürlich auch, dass es kaum Frosttage ab. Die Wiener Hohe Warte hatte gerade einmal vier Frosttage und das ist der niedrigste Wert seit Beginn dieser Messung und das war immerhin im Jahr 1872. Auch in Bregenz und Linz wurden neue Minuswerte mit drei bzw. vier Frosttage erzielt.

Niederschlag im Jänner 2018 in Österreich

Schon im November und Dezember gab es deutlich mehr Schnee als man es aus den letzten Jahren kennt und dieser Trend setzte sich im Jänner 2018 fort - allerdings nicht überall. Da vor allem von Nordwest aus die Fronten zum Alpenraum geschickt wurden, waren die Niederschläge von Vorarlberg bis Salzburg sehr umfangreich. Auch Oberkärnten und das Tiroler Oberland bekamen viel Schnee ab, in Kärnten war es teilweise durch mildere Temperaturen viel Regen. In Summe war für diese Bundesländer und Regionen der Wert um 175 bis 300 Prozent höher als im Jänner üblich. Teilweise wurden sogar 330 % gemessen. Wie ungewöhnlich die Lage war, zeigt die Statistik. Laut der ZAMG gab es in Vorarlberg und Nordtirol zuletzt im Jahr 1982 (!) so viel Schnee.

Weniger Abweichung gab es im westlichen Niederösterreich, in der westlichen Steiermark, in Oberösterreich sowie in Teilen Kärntens mit einem Plus von 30 bis 75 %, zum Teil bis 125 % je nach Region. Ausgeglichen war die Bilnaz vom Waldviertel bis zum Nordburgenland sowie in der östlichen Steiermark.

Was den Schnee selbst betrifft, so waren die warmen Temperaturen dafür verantwortlich, dass im Flachland Regen statt Schnee gefallen ist. In Wien und im Burgenland fehlten 50 bis 100 % der üblichen Schneemenge, dafür gab es in Tirol um 0,5 bis 3mal soviel Schnee wie im Durchschnitt. Auch In Vorarlberg, Kärnten ,Oberösterreich, Niederösterreich und in der Steiermark gab es im alpinen Bereich überdurchschnittlich viel Schnee - ergo eine stabile Schneedecke.

Sonnenstunden im Jänner 2018

Durch den vielen Niederschlag gab es natürlich auch viele Wolken und damit weniger Sonne. Im Durchschnitt fehlten 15 Prozent der üblichen Menge an Sonnenstunden. In Niederösterreich, im Pinzgau und den Regionen bis zum Hochschwab fehlten gar 30 bis 50 Prozent der Sonnenstunden. In Vorarlberg, in Unterkärnten und in der Oststeiermark sowie in Oberösterreich war die Bilanz ausgeglichen.

Datenquelle: https://www.zamg.at



[Infoplattform Wissenswertes / 30. Jänner 2018]

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