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Wetter im Jänner 2019 in Österreich

Extreme Unterschiede beim Niederschlag

Anfang Dezember 2018 musste man den Schnee mit der Lupe suchen, aber zu Beginn des neuen Jahres 2019 hatte sich diese Aufgabe erledigt - zumindest was den Norden und Westen Österreichs betraf. Denn durch Nordwest-Wetterlagen kam jede Menge Neuschnee und es gab binnen zwei Wochen zum Teil Mengen, die man noch selten in Österreich erlebt hatte - und Österreich weiß mit Schnee umzugehen.

Die Wetterstatistik für den Monat Jänner zeigt diese Niederschläge auch, wobei es extreme Unterschiede gab. Denn die Alpen wurden zu der Wetterscheide, ein Begriff für die Trennung verschiedener Wettersituationen. Auch bei den Temperaturen gab es ganz unterschiedliche Werte. Im Bergland war es deutlich kälter als es im Jänner sein sollte, im Flachland hingegen mild, aber nicht extrem warm. Damit endete eine lange Reihe von deutlich zu warmen Monaten, die im März 2018 begann und einen unnatürlich langen Sommer von April bis fast Oktober brachte.

Wetter im Jänner 2019: Temperatur

Wetterstatistik Österreich Jänner 2019Es ist fast nicht möglich, die Temperatur österreichweit zusammenzufassen, denn es gab in diesem Jänner zum Teil erhebliche Unterschiede, die auch der Gesamtwetterlage geschuldet waren. Von Vorarlberg bis Salzburg gab es in den Niederungen eine Abweichung von 0,9 Grad Celsius gegenüber den typischen Jännerwerten basierend auf die Jahre 1981 - 2010. In den Gipfelregionen war es hingegen deutlich kälter als üblich und die Abweichung betrug hier minus 3,6 Grad Celsius. So kalt war es auf den Bergen zuletzt im Jänner 1987 und das ist schon über 30 Jahre her.

Anders sah es von Oberösterreich über Niederösterreich bis Wien und dem Burgenland aus, denn hier gab es eine Temperaturabweichung von 0,5 bis 1,5 Grad plus. Es war also wärmer als es im Jänner sein sollte, obwohl das manche Menschen anders empfunden haben.

Und in der südlichen und östlichen Steiermark lag man genau an den Temperaturen, die im Jänner laut Statistik gemessen werden sollten. Einen Ausreißer nach oben gab es auch und zwar in Kärnten, wo wochenlang die Sonne gescheint hat, während es im Norden und Westen ohne Ende Schneefall gab. Manche Regionen in Kärnten hatten eine Temperaturabweichung von plus 1 bis plus 3 Grad gegenüber den Durchschnittswerten.

Niederschlag

Das große Thema war natürlich der extreme Schneefall, der nach dem Jahreswechsel eingesetzt hatte. Was es zuvor zuwenig Schnee gab, gab es dann binnen Tagen zuviel. Durch ein mächtiges System über dem nördlichen Atlantik wurde ständig feuchte Luft in den Alpenraum gespült und die Feuchtigkeit kam nicht über den Alpenhauptkamm und schneite sich daher in den Nordstaulagen von Vorarlberg bis zum Mostviertel in Niederösterreich aus. In gleich vier Bundesländern gab es die höchste Lawinenwarnstufe 5, über 100 Straßen mussten gesperrt werden und manche Orte erreichten binnen zwei Wochen Rekordmengen an Schneefall, was normalerweise nur in einem ganzen Winter möglich ist. Im Süden suchte man den Schnee und ohne Kunstschnee wäre das Skifahren gar nicht möglich gewesen.

In Zahlen gab es in Vorarlberg und Nordtirol 145 Prozent mehr Niederschlag als im Jänner üblich, in Salzburg gab es ein Plus von 150 Prozent. Auch von Oberösterreich bis zur Obersteiermark inklusive Niederösterreich und Wien gab ein Plus beim Niederschlag von 25 bis 75, punktuell 125 Prozent.

Ausgeglichen war die Bilanz in Unterkärnten und Teilen der Steiermark und im Burgenland. Aber es gab auch Bereiche in der Südsteiermark und im Südburgenland mit einem Minus von 25 bis 55 Prozent an Niederschlag.

Was den Schneefall selbst betraf, gab es große Neuschneemengen, die zum Teil kaum zu glauben waren. Reutte meldete 187 cm Neuschnee, Hochfilzen bekam in nur zwei Wochen 451 cm Neuschnee geliefert und viele weitere Orte hatten auch zwei bis drei Meter bekommen.

Sonnenstunden

Da es viel Niederschlag gab, war es auch klar, dass es bei den Sonnenstunden einen Mangel geben musste. 20 Prozent der üblichen Sonnenstunden fehlten daher, in Salzburg und im Salzkammergut war gar ein Minus von 50 bis 65 Prozent ermittelt worden. In Nordtirol, in Oberösterreich und in der Obersteiermark gab es um 10 bis 30 Prozent weniger Sonne, punktuell fehlte auch da die Hälfte.

Ein leichtes Plus gab es in den sonnigen Regionen des Südens von Kärnten bis zum Südburgenland mit teilweise 10 bis 30 Prozent mehr Sonnenstunden als  im Jänner üblich.

Datenquelle: https://www.zamg.at



[Infoplattform Wissenswertes / 30. Jänner 2019]

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