Sie sind hier: Startseite -> Wetter / Klima -> Wetterberichte Österreich -> Wetterberichte 2018 -> Wetter Jänner 2018 -> Hohe Lawinengefahr (Jän 18)

Hohe Lawinengefahr in Westösterreich

Intensive Schneefälle plus Regen und Erwärmung

Im Gegensatz zu den letzten Wintern mit sehr wenig Schneefall bietet der Winter 2017/18 jede Menge natürliches Material vom Himmel, vorausgesetzt, man befindet sich in der Westhälfte Österreichs. Denn in Wien hat es kaum Schnee gegeben, in Vorarlberg und Tirol hat man hingegen Schneemengen erhalten, die früher normal waren, im Vergleich zu den letzten Jahren aber fast schon als außergewöhnlich zu bezeichnen sind. Und diese Schneemengen inklusive einem raschen Wechsel von Warm- und Kaltfront sorgt für sehr große Lawinengefahr.

Der Sonntag brachte bis zu 35 cm Neuschnee

Skisportinteressierte konnten bei der Übertragung aus Kitzbühel sehen, dass beim Slalom sehr starker Schneefall eingesetzt hatte, die Wettervideos zeigten auch, wie viel Schnee in der Nacht von Samstag auf Sonntag in den Zielbereich gefallen war. Und das war noch nicht alles, denn bis Dienstag wird es weiterschneien und zwar mit dem Schwerpunkt Vorarlberg bis Salzburg, wobei es bis zum Mostviertel im westlichen Niederösterreich Schneefall geben kann. In Warth fielen binnen 24 Stunden über 35 cm Neuschnee, in vielen Orten Westösterreichs waren es 20 bis 30.

Aber das ist noch nicht alles, denn es wird auch wärmer. Nach einer Kaltfront und den stürmischen Ausläufern des Sturmtiefs "Friederike", das in Deutschland und den Nachbarländern auch einige Todesopfer forderte, folgt nun eine Warmfront, die Vorarlberg am heutigen Morgen schon erreicht hatte. Bregenz meldet fast fünf Grad plus, während es im sonst milderen Wien leicht frostig ist. Diese Warmfront sorgt dafür, dass es in den Tälern der Alpen mehr Regen als Schneefall gibt und damit wird die große Schneemenge zum Problem, weil natürlich auch die Temperatur auf höheren Lagen steigt und die großen Neuschneemengen als Lawinen abgehen können. Es herrscht großflächig Lawinenwarnstufe vier von fünf, was bedeutet, dass Lawinen auch ohne Zutun von Menschen abgehen können.

Dazu kommt, dass es viel Niederschlag zu dem bereits gefallenen gibt - in manchen Regionen Vorarlbergs und Tirols bis zu einem Meter Neuschnee auf den Bergen und viel Regen im Tal. Deshalb gilt auch in Nordtirol und zum Teil in Vorarlberg die höchste Lawinenwarnstufe fünf, die es zuletzt 1999 in Tirol gegeben hatte. Die Situation ist also sehr kritisch und abseits der Pisten hat man nichts verloren.

Viele Straßensperren in Westösterreich

Die Klassiker in Sachen Straßensperren sind wieder zu nennen - Lech, Zürs und Warth waren am Straßenweg nicht erreichbar, Warth kann man in der Zwischenzeit aus Bregenz kommend wieder erreichen. Viele Bergstraßen mussten wegen Lawinengefahr gesperrt werden - nicht nur ganz im Westen, auch die Verbindung der Steiermark nach Obertauern war nicht möglich und diese Lage wird wohl bis Dienstag zumindest anhalten, ehe die Niederschläge schwächer werden.

Vor allem die Lawinengefahr ist das große Thema, weniger die Schneeräumung, obwohl die Fahrbedingungen auch nicht einfach sind, denn selbst die Hauptverbindungen wie die Westautobahn haben sich als Schneefahrbahn erwiesen und fordern ein besonders vorsichtiges Fahrverhalten.

Ganz anders war die Lage im Osten und Süden, wo es zwar auch den einen oder anderen Regenschauer gab, aber Schneefall gab es in Wien nur vereinzelt, im Süden gab es sogar ein paar Sonnenfenster.

 

[Infoplattform Wissenswertes / 22. Jänner 2018]

Wenn Dir der Artikel gefallen oder geholfen hat, teile ihn mit Freunden:

Kommentar schreiben




Spamschutz: bitte folgendes Wort in das nächste Feld eingeben: nospam

Bisherige Kommentare (0)

Seiten: