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Gewitter und Starkregen in Österreich

Zum Teil Hochwasser und große Schäden

Die Hitze der letzten Wochen und Monate wurde wie vorhergesagt am 12. Juni 2018 beendet, doch die Art und Weise, wie dies erfolgt war, war übel. Es gab in fast ganz Österreich heftige Gewitter und starken Regen, sodass die Feuerwehren im Dauereinsatz waren. Dabei waren aber auch regionale Unterschiede aufgrund der verschiedenen Ausgangslagen gegeben.

Bezirk Neunkirchen wird zum Katastrophengebiet

Die größte Gewitterzelle am späteren Vormittag und über die Mittagsstunden bildete sich dort, wo es ohnehin ständig Gewitter gab, nämlich an der Grenze der Steiermark zu Niederösterreich ergo über dem Wechsel und Semmering. Nur zögerlich zogen die Gewitter weiter und entluden sich lokal auf geringer Fläche und am stärksten war der Bezirk Neunkirchen im Süden von Niederösterreich betroffen.

In Puchberg am Schneeberg schüttete es 116 Liter auf den Quadratmeter und das binnen weniger Stunden - das ist mehr, als in einem ganzen Juni üblicherweise vom Himmel fällt und man bekam die Menge in kurzer Zeit ab. Auch auf der Raxalpe gab es 100 Liter und viele weitere Gemeinden im Bezirk hatten 50 bis 70 Liter an Regen erhalten. Das Problem dabei ist auch, dass diese Region im Gegensatz zu manchen Regionen in Oberösterreich ohnehin ständig auf der Liste der Gewitterregionen war, die seit Wochen praktisch täglich heimgesucht wurden. Damit haben die Böden kaum mehr Wasser aufnehmen können und dieser starke Regen sorgte für zusätzliche Überflutungen.

Daher entschied die niederösterreichische Landesregierung, den Bezirk Neunkirchen zum Katastrophengebiet zu erklären und wie schlimm die Lage war, zeigt die Tatsache, dass zum Teil Einsatzfahrzeuge im Schlamm steckengeblieben sind. Notquartiere mussten vorbereitet werden, das Rote Kreuz verstärkte die Zahl der Helfer.

Starker Regen in ganz Österreich

Selbst in Wien hatte es einen flächendeckenden und zum Teil starken Regen gegeben, der den Böden nur guttun kann, eine Katastrophe war hier nicht gegeben. Anders sieht es in Vorarlberg aus, wo es schon in den letzten Tagen sehr starke Regenfälle gab und die Feuerwehren mussten neuerlich ausrücken, weil es weiter geschüttet hatte. Und das ist noch nicht alles, denn vor allem für den heutigen Mittwoch gilt eine Unwetterwarnung von Vorarlberg bis in das Mostviertel von Niederösterreich, denn in diesen Regionen nördlich der Alpen wird es weiterregnen.

Für Oberösterreich und Teilen von Salzburg ist der Regen ein Segen, weil diese Gebiete praktisch ausgetrocknet waren, aber zuviel ist auch dort zuviel und so ist abzuwarten, wie stark der Regen wirklich sein wird und welche Regenmengen entstehen werden. In Vorarlberg und Teilen Tirols ist die Lage anders, weil die Böden ohnehin kaum mehr etwas aufnehmen können.

Todesfälle durch Unwetter

In Bayern, von wo aus die Regenwolken herangebracht werden, starb eine Person an den Folgen der Unwetter, in Graz eine weitere. Im Stadtpark war ein Mann von einem entwurzelten Baum erschlagen worden. Kärnten und vor allem die Steiermark blieben lange noch heiß, während es in Niederösterreich schon stark geregnet hatte, doch die Gewitter kamen am späteren Nachmittag auch in die südlichen Regionen und sorgten für Unwetter, zum Teil auch mit Hagelschlag.

Wie geht es weiter?

Das Grundproblem des heutigen Mittwochs ist die Luftmassengrenze. Dabei strömt kühle und feuchte Luft vom Westen und von Bayern her in den Alpenraum, während von Slowenien aus Gewitter und feucht-warme Luft den Bereich von Klagenfurt bis St. Pölten und östlich davon beherrschen. Die Folge ist, dass es zwar deutlich kühler in West- und Nordösterreich ist, aber der Regen bleibt hängen und es kann große Regenmengen geben. Umgekehrt gibt es noch schwüles Wetter mit warmen Temperaturen bis 25 Grad im Schatten vor allem in der Steiermark und in dieser explosiven Mischung entstehen die nächsten Gewitter.

Erst mit Donnerstag gleichen sich die beiden Luftmassen aus und es kommt starker Wind auf, im Donauraum vielleicht mit 60 oder 70 km/h Windspitzen. Die Folge ist, dass die Luft ausgewaschen ist, das schwüle Wetter ist vorbei und es hat deutlich abgekühlt. Am Vormittag kann es noch leicht regnen, doch dann sollte die Geschichte beendet sein und die Sonne setzt sich von Vorarlberg ausgehend Zug um Zug wieder durch.

Mittelfristig steigen die Temperaturen wieder, aber es wird nicht so heiß wie zuletzt. Werte um 25 bis 27 Grad sind aber am Wochenende wieder zu erwarten.

 

[Infoplattform Wissenswertes / 13. Juni 2018]

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