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Treibhauseffekt auf der Venus

Temperaturen bis 500 Grad

Eigentlich galt die Venus als Schwesternplanet der Erde. Damit könnte man jetzt darauf anspielen, dass die Venus der Erde am nächsten ist, aber gemeint sind damit eher die Faktoren, dass die Planeten ähnlich groß sind, das Volumen und die Fläche lassen sich vergleichen, für Masse und Durchmesser gilt dies ebenso.

Venus und die hohe Temperatur

Das war es dann aber mit den Gemeinsamkeiten. Die Venus wurde nach der römischen Liebesgöttin benannt, weil der Planet so schön blau leuchtet und nach Annahme der Menschen auf der Erde ein wunderbarer Ort im Universum sein müsste. Als man festgestellt hatte, dass es auf der Venus Temperaturen über 450 Grad Celsius hat und dass der Druck das 90-fache der Erde beträgt, war klar, dass ein Leben, wie man es auf der Erde kennt, auf der Venus nie stattfinden wird können. Der schöne Planet hat sich aus Sicht des menschlichen Lebens als wahre Hölle herausgestellt.

Ungeklärt blieb aber, wieso auf der Venus Temperaturen sogar bis 500 Grad möglich sind, wenn auf dem Merkur, der der Sonne wesentlich näher ist, um etwa 50 Grad geringere Spitzenwerte gemessen wurden. Eigentlich müsste es umgekehrt sein.

Treibhauseffekt und Stürme

Die Antwort liegt im Treibhauseffekt. Ein solcher Effekt ist bei jedem Planeten gegeben. Sonnenstrahlen haben eine sehr kurze Wellenlänge und deshalb können sie die Gase der Atmosphäre durchdringen. Die auf der Oberfläche eines Planeten auftreffenden Sonnenstrahlen werden zum Teil absorbiert und zum Teil wieder reflektiert, wobei letzterer Effekt als Infrarotstrahlung die Oberfläche verlässt.

Diese Infrarotstrahlung kann die Atmosphäre nicht so leicht durchdringen. Dennoch gibt es einige Strahlen, die in den Weltraum abgegeben werden, die anderen werden wieder reflektiert und kehren zur Oberfläche zurück, wodurch sich der Planet erwärmt. Dieser Treibhauseffekt ist ein natürlicher Vorgang und bei den meisten Planeten zu beobachten.

Bei der Venus ist dieser allgemeine Treibhauseffekt aber sehr stark ausgeprägt, weil die Atmosphäre über einen sehr hohen Gehalt an Kohlendioxid verfügt, der die Erhitzung des Planeten vorantreibt. Das ist auch die Begründung, warum es auf der Venus zum Teil heißere Temperaturen als auf dem Merkur gibt. Aktuellen Forschungen zufolge kann es auf dem Merkur bis 451 Grad Celsius geben, wobei es in der Nacht auf minus 170 Grad abkühlt, die Venus erreicht sogar 460 Grad. Spitzenwerte bis 500 Grad sich möglich, aber nicht dauerhaft gegeben.

In der Zwischenzeit konnte ermittelt werden, dass der Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre der Venus bei 96,5 Prozent liegt. Man hat erfahren, dass es in der Atmosphäre staubtrocken ist. Wenn es regnet, dann Tropfen von Schwefelsäure und nicht den feinen Regen, den man von der Erde kennt. Interessant ist auch, dass es in Bodennähe praktisch windstill ist, während in 50 Kilometer Höhe ein Wind um die 470 km/h bläst - ein weiterer Faktor dafür, dass die Venus kein Ort zum Leben ist.

Siehe auch
Venus (Einleitung)
Rotation
Treibhauseffekt
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