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V-Stil und Skispringen

V-Stil: Revolution im Skispringen

Das moderne Skispringen begann in den 1950er-Jahren mit der Vierschanzentournee und wird seither jedes Jahr durch internationale Konkurrenzen betrieben. Dabei war es selbstverständlich, dass während des Sprunges die Ski parallel geführt werden und für bessere Haltungsnoten gilt es auch eine schöne Landung zu zeigen.

Jan Boklöv und der V-Stil

Diese klassische Technik des Skispringens stolperte aber über einen Schweden und einen Zufall. Der Schwede hieß Jan Boklöv und der Zufall war ein Trainingssprung im Jahr 1986, als der nicht wirklich erfolgreiche Skispringer zur Verhinderung eines Sturzes die Ski in V-Stellung brachte und noch einige Meter weiterspringen konnte, ehe er sicher landete.

Jan Boklöv erkannte schnell, dass er etwas entdeckt hatte, das ihm Erfolg bringen könnte. So neu war die Idee mit den seitlich geführten Skier nicht, denn auch ein Matti Nykaenen sprang oft mit seitlich angestellten Skier, aber seine Sprungskier waren parallel geführt. Jan Boklöv hingegen riss die Skier weit auseinander, sodass sie die Form eines V bildeten. Damit hatte er zwei große Vorteile gegenüber der klassischen Technik: a) er sah, wohin er flog und konnte sicherer landen und b) er bildete mit den Skiern zusammen eine größere Fläche an, die auf die Luft reagieren konnte, wodurch weitere Sprünge möglich wurden.

V-Stil und Wettkampf

Natürlich war der V-Stil, der damals noch Boklöv-Schere bezeichnet wurde, ganz böse. Besonders in Norwegen war der Stil mit starker Ablehnung konfrontiert und belächelt wurde der Schwede auch, denn er krachte in der Anfangszeit mehrfach zu Boden, weil er die Technik noch nicht ganz im Griff hatte. Als Jan Boklöv aber 1988/89 den Gesamtweltcup holte und fünf Einzelsiege verbuchte, lachte niemand mehr. Toni Innauer vom ÖSV ließ sofort alle Jungen auf den V-Stil umlernen und auch in anderen Ländern reagierte man rasch. Gefördert wurde die Umstellung durch die Tatsache, dass Boklöv massive Abzüge bei den Haltungsnoten erhielt und TROTZDEM gewonnen hatte. Damit war die technische Überlegenheit offenbar.

Heute ist der V-Stil die einzig machbare Technik, weil man mit parallel geführten Sprungskier chancenlos wäre. Durch den Stil haben viele Schanzen Probleme bekommen, weil der Auslauf nicht ausgereicht hatte. Durch die V-Stil-Technik veränderte sich auch das Skifliegen. Es war mit klassischen Skier etwas Besonderes, über 190 Meter zu fliegen. Mit dem V-Stil wurde der Rekord auf über 240 Meter hinaufgeschraubt und die Entwicklung wird noch weitergehen.

Vorteile des V-Stils

Der ganz große Vorteil neben der Tatsache, dass man weiter fliegen kann ist zum einen die bessere Stabilität und zum anderen die Tatsache, dass man zwischen den seitlich geführten Skier sehen kann, was Sache ist. Im alten Stil hatte man die Ski vor den Augen und die Landung wurde zu einer Instinktveranstaltung. Beim V-Stil kann man viel besser erkennen, wohin man fliegt und wann man die Landung vorbereiten muss. Damit war man nicht nur weiter geflogen sondern auch sicherer - sieht man von den Stürzen der Anfangszeit ab, die aber bald aufhörten.

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