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Tsunami in Japan nach schwerem Beben

Tsunami in Japan: 10.000 Tote befürchtet

Am 11. März 2011 ereignete sich nahe von Japan ein schweres Erdbeben mit der Stärke 9,0 gemäß Richter-Skala, das einen Tsunami ausgelöst hatte. Das Epizentrum des Bebens lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und etwa 400 Kilometer nordöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio im Pazifik. Der Tsunami traf mit bis zu zehn Meter hohen Wellen auf die Nordostküste Japans, vor allem in der Region rund um Sendai waren die Auswirkungen verheerend.

Tsunami nach heftigem Seebeben

Tsunami ist ja schon ein japanischer Ausdruck, den man mit Hafenwelle übersetzt und der eine Welle bezeichnet, die vom Meer aus auf den Hafen trifft. Japan ist erdbebenerprobt und die Gebäude müssen nach strengen Richtlinien errichtet werden. Das schwere Erdbeben mit einer Magnitude von 9,0 richtete bereits viel Schaden an, auch wenn das Schwanken der Wolkenkratzer in der japanischen Hauptstadt in den meisten Fällen keine statischen Folgen hatte. Verheerender als das Erdbeben selbst war aber der Tsunami.

Japan war gerüstet und stattete einige der betroffenen Gebiete mit einem Schutzwall aus, der zehn Meter hoch gebaut wurde, um die Gefahr des Tsunami zu unterbinden. Doch selbst solche Anlagen konnten die Wassermassen nicht aufhalten. Dazu muss man wissen, dass ein Tsunami anders aufgebaut ist als beispielsweise eine Welle, die normal an der Küste bricht. Diese Welle hat eine Oberflächenenergie, aber unter der Wasseroberfläche endet der Energiefluss. Ein Tsunami hat hingegen seine Kraft an der sichtbaren Oberfläche - also in der aufgetürmten Welle - ebenso wie unterhalb der Wasseroberfläche bis zum Grund.

Das ist auch die Begründung dafür, warum ein Tsunami ganze Häuser aus seinen Befestigungen lösen und weitertransportieren kann und das ist auch der Grund, warum tonnenschwere Schiffe durch Straßenzüge geschoben werden können. Genau solche Ereignisse lieferte der Tsunami vom 11. März 2011 in Japan. Der Warndienst arbeitete gut und zehn Minuten vor dem Eintreffen waren die Menschen gewarnt worden, aber die Auswirkungen waren katastrophal. Entlang der Ostküste wurden ganze Städte völlig ausgelöscht - 10.000 Menschen wohnten in manchen der betroffenen Städte - und mittlerweile kann man das Ausmaß langsam erkennen, das durch den Tsunami entstanden war.

Statistik nach dem Tsunami

Zumindest eine halbe Million Menschen verlor ihr Zuhause, mindestens 10.000 Menschen sind beim Erdbeben und Tsunami ums Leben gekommen, fast alle vermutlich durch das Eintreffen des Tsunami. Ganze Landstriche bestehen nur noch aus Trümmern und auch bei der drohenden Gefahr eines Super-GAU in den Atomkraftwerken, besonders in jenem von Fukushima I konnte man den Unterschied in der Konsequenz erkennen. Die Atomkraftwerke schalteten sich durch das Erdbeben automatisch aus und es wäre weiter nichts passiert. Erst durch den Tsunami begannen die Probleme mit den Kühlsystemen, die nicht mehr funktionierten.

Knapp eine Woche nach dem Tsunami suchen die Hilfskräfte verzweifelt nach möglichen Überlebenden, aber die Suche ist schwierig und die Zeit arbeitet gegen die Einsatzkräfte. Es hat Schneefall eingesetzt, der die Situation noch verschärft und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt braucht es schon ein kleines Wunder, um noch Menschen lebend bergen zu können. Manchmal finden diese Wunder auch statt, doch oft kommen die Einsatzkräfte zu spät.

In der Zwischenzeit haben Studien auch genauere Ergebnisse über die Wucht des Tsunami ermitteln können. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Tsunami Wellen mit einer Höhe von 10 Meter verursacht hatte. Berechnungen aufgrund des beobachteten Schadens gehen aber nun davon aus, dass die Wellen bis zu 23 Meter hohe waren. Darin ist auch ein Grund zu suchen, warum die Kühlsysteme in den Atomkraftwerken ausgefallen waren, denn diese waren so errichtet worden, dass sie selbst bei einem Tsunami mit Wellenhöhen bis zu 14 Meter schadlos agieren können. Die tatsächliche Welle übertraf diesen Richtwert beiweiten.

 

[Infoplattform Wissenswertes / 22. März 2011]

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