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Tsunami trifft Insel Sulawesi (Indonesien)

Zuerst zwei kräftige Erdbeben, dann ein Tsunami

Am 28. September 2018 ereigneten sich im Norden der indonesischen Insel Sulawesi, etwa 80 Kilometer nördlich der Stadt Palu zwei kräftige Erdbeben. Das erste erfolgte laut Ortszeit mit einer Magnitude von 6,0 etwa um 15.00 Uhr, das zweite erfolgte drei Stunden später und war mit 7,5 noch stärker. Dieses zweite Erdbeben war für sich schon eine Katastrophe, aber diese wurde noch verstärkt, weil es einen Tsunami ausgelöst hatte.

Tsunami mit bis zu drei Meter hohe Wellen

Ein Tsunami wird meist durch ein Seebeben ausgelöst, doch das zweite noch stärkere Erdbeben erfolgte in diesem Fall in zehn Kilometer Tiefe im Norden der Insel Sulawesi, die zu Indonesien gehört. Doch in diesem Bereich gibt es nur eine kleine Landzunge und so war das Meer westlich und östlich auch in Unruhe versetzt worden.

Schon das Beben selbst hatte viele Todesopfer gefordert, aber der Tsunami verstärkte die Auswirkungen der Naturkatastrophe noch zusätzlich. Dabei war die Lage auch schwierig, denn es wurde sofort eine Warnung veröffentlicht, die man aber wieder zurückgezogen hatte. Letztlich kam es aber doch zum Tsunami und die Wellen, die nach internationalen Meldungen zwischen zwei und drei Meter hoch waren, sorgten für zusätzliches Chaos.

Dazu kam, dass das zweite Beben die Menschen mitten in der Gebetsvorbereitung erwischt hatte und die Gebetshäuser waren sehr gut besucht. Das Beben, das eine geringe Herdtiefe aufwies, sorgte schon für Panik und darauf folgten die Wassermassen, die weit ins Landesinnere vordringen konnten.

Das bekannte Problem: Abschätzung des Ausmaßes

Tsunami IndonesienViele Menschen werden sich noch erinnern können, dass bei der Katastrophe von 2004, als am ersten Weihnachtstag eine Viertel Million Menschen durch den Tsunami ums Leben kamen, anfangs viel geringere Zahlen genannt wurden. Von ein paar Dutzend war die Rede, erst nach und nach wurde klar, was wirklich passiert ist und letztlich waren über 230.000 Menschen getötet worden - in verschiedenen Ländern, sogar in verschiedenen Kontinenten, denn auch in Afrika gab es Opfer.

Das Problem zeigte sich in und um Palu aufs neue, denn anfangs war von ein paar Toten die Rede, dann von 30, mittlerweile sind zumindest 384 Menschen getötet worden, wobei man nicht genau weiß, wie viele dem Erdbeben und wie viele dem Tsunami zuzurechnen sind, was letztlich egal ist. Die Kombination aus beiden sorgte für eine weitere Katastrophe.

Sulawesi ist eine der größten Inseln in Indonesien und vor allem an der Westküste gab es sehr viele Opfer, weil hier der Tsunami an Land trat. Häuser wurden vom Erdbeben zerstört oder zum Teil beschädigt, der Tsunami sorgte in vielen Fällen für den wirklichen Zusammenbruch der Gebäude.

Die Opferzahl wird wohl noch deutlich ansteigen, denn erst mit der Zeit wird klar, welches Ausmaß vorliegt. Die Krankenhäuser sind überfüllt, viele Verletzte müssen unter freiem Himmel versorgt werden.

Am 30. September 2018 stieg die Opferzahl bereits auf 832 und man ging davon aus, dass über 1,5 Millionen Menschen betroffen sind. Die Zahl der Todesopfer und auch der verletzten Personen war noch nicht wirklich absehbar, weil manche Regionen wie jene von Donggala mit an die 300.000 Einwohnern noch gar nicht kontaktiert werden konnte. Daher wird man mit weit höhere Zahlen an Toten und Verletzten rechnen müssen.

Die Zahl soll laut Medienberichten zum 1. Oktober 2018 bereits bei 1.200 Toten liegen, offiziell war das noch nicht. Aber aus Regierungskreisen war zu vernehmen, dass man mit einer deutlich höheren Zahl rechnet. Einmal mehr hat sich die Kombination aus kräftigem Erdbeben und Tsunami als katastrophaler Mix erwiesen.

Am 5. Oktober 2018 wurde die offizielle Opferzahl auf 1.550 erhöht, wobei dies wohl nicht die finale Zahl sein wird. Die meisten Suchaktionen wurden in der Zwischenzeit eingestellt, weil es unwahrscheinlich ist, dass man eine Woche nach der Katastrophe noch lebende Personen wird finden und bergen können. Die internationale Hilfe ist angelaufen, aber es dauert trotzdem noch, bis alle Regionen so versorgt werden können, wie das die Menschen so dringend brauchen würden.

Die Bilanz wurde am 8. Oktober 2018 auf 1.944 Tote erhöht und das Ausmaß wird immer deutlicher, auch wenn die finale Auswertung wohl erst in Wochen möglich sein wird.

 

[Infoplattform Wissenswertes / 8. Oktober 2018]

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