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Termingeschäft an der Börse

Termingeschäft: Spekulation auf hohen Gewinn

Termingeschäfte sind eine Form der Derivate und werden an den Börsen durchgeführt und zeichnen sich dadurch aus, dass der Vollzug des Geschäfts nicht zum gleichen Zeitpunkt stattfindet wie der Abschluss der Geschäftshandlung. Zu unterscheiden ist das Termingeschäft vom Kassageschäft in der Form seiner Durchführung.

Unterschied zwischen Kassageschäft und Termingeschäft

Ein Kassageschäft liegt vor, wenn binnen 48 Stunden nach Abschluss des Verkaufs der Handel abgeschlossen wird. Liegen mehr als zwei Tage zwischen Verkaufshandlung und tatsächlicher Erfüllung, spricht man vom Termingeschäft.

Grundlagen zum Termingeschäft

Das Termingeschäft ist ein hochspekulativer Vorgang, bei dem davon ausgegangen wird, dass sich zwischen dem Abschluss des Geschäftes und der tatsächlichen Erbringung der Leistung der Kurs ändert. Dadurch kommt es zur sogenannten Hebelwirkung und man kann in der Zeitspanne, die dazwischen verstreicht, einen hohen Gewinn einstreifen, weil man eine Leistung in größerer Höhe bezieht, als man Tage davor bezahlt hat. Natürlich kann das Ganze auch nach hinten losgehen, wenn der Kurs stark gefallen ist.

Deshalb ist es auch gesetzlich vorgeschrieben, dass am Termingeschäft interessierte Anleger über dieses Risiko informiert werden. Termingeschäfte können über diverse Güter und Titel abgeschlossen werden. Die Palette reicht von Aktien über Fonds bis zu Rohstoffe und alle anderen Arten von Güter. Auch Währungen werden sehr gerne als Basiswert (underlying) gewählt, um ein Termingeschäft zu beginnen und auf einen guten Kursverlauf zu hoffen.

Beispiel zum Termingeschäft

Die Grundüberlegung ist die Absicherung von möglichen Preisen. Angenommen, jemand möchte in einem halben Jahr eine bestimmte Menge Kakao kaufen, dann gibt es zwei Interessen - den Landwirt mit der Lieferung und den Käufer mit dem Kakao als eingekauften Rohstoff. Die beiden einigen sich auf eine Menge von 50 Tonnen und einen Preis von 50 US-Dollar pro Tonne. Es gibt dabei ein paar Risiken, die nicht unmittelbar mit dem Termingeschäft zu tun haben, weil sie andernorts auch auftreten können wie jenes, dass es zu wenig Ernte wegen schlechtem Wetter gibt oder dass der Käufer kein Geld zum Zeitpunkt der Lieferung hat.

Davon abgesehen wird das Termingeschäft dann interessant, wenn man den Verlauf des Kurses betrachtet, denn in einem halben Jahr kann viel passieren. Gemessen am vereinbarten Preis passiert gar nichts - die 50 Dollar pro Tonne bleiben. Doch wenn der Kurs bei 55 Dollar liegt, heißt dies, dass der Käufer günstig eingekauft hat. Der Verkäufer wird sich ärgern. Umgekehrt wird er jubeln, wenn der Kurs bei 40 Dollar liegt, da er mit 50 Dollar einen sehr guten Preis erzielt hat, der Käufer hat in diesem Fall den Ärger.

Fazit zum Termingeschäft

Das Termingeschäft ist ein Derivat zum Absichern von Kosten und wird von der Landwirtschaft bis zu Fluglinien eingesetzt, um von sehr stark steigenden Kursen nicht überfallen zu werden. Dabei muss man sich mit seinem Handelspartner einig sein und natürlich kann man auch auf die Verliererstraße einbiegen, wenn sich der Kurs zu Ungunsten der eigenen Interessen verändert.

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Kontraktgröße
Kontraktgröße oder Anzahl (Stückzahl) ist die Bezeichnung an der Börse für die Quantität eines Handels bei Derivate wie den Optionen oder Futures.

Long
Long oder Long Position ist ein Ausdruck an der Börse für den Besitzer eines Derivates mit verschiedener Aussagekraft.

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