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Mannschaftszeitfahren oder Teamzeitfahren

Mannschaftszeitfahren: Team fährt gegen die Uhr

Das Einzelzeitfahren hat eine lange Tradition im Straßenrennen des Radsports, das Mannschaftszeitfahren hatte hingegen keine so große Bedeutung, sieht man von den Weltmeisterschaften ab, in denen beispielsweise bei den Amateuren das 4x100 km Zeitfahren absolviert wurde. Aber in den letzten Jahren haben die Veranstalter der großen Rundfahrten Giro d´Italia, Tour de France und Vuelta immer wieder gerne das Mannschaftszeitfahren, auch Teamzeitfahren bezeichnet, in das Programm eingebaut.

Mannschaftszeitfahren im Straßenradsport

Beim Mannschaftszeitfahren fährt das gesamte Team gemeinsam im Kampf gegen die Uhr, was bedeutet, dass man sich im Gegensatz zum Einzelzeitfahren abwechseln kann. So ganz einfach ist diese Disziplin des Straßenrennens aber auch nicht, weil es im Team sehr gute Zeitfahrer gibt und Leute, die im Zeitfahren keine so gute Leistung bieten können und die Kunst besteht darin, so schnell wie möglich das Ziel zu erreichen und trotzdem seine Kollegen nicht abzuhängen.

Aufgabe des Teams ist es, mit fünf Leuten das Ziel zu erreichen, wobei die Zeit dann gemessen wird, wenn der Fünfte über die Ziellinie gefahren ist. Wenn die anderen Leute (ein Team besteht aus neun Fahrern) abgehängt wurden, spielt das für die Zeitnehmer dieser fünf Radprofis keine Rolle, die anderen vier werden mit dem realen Zeitabstand gemessen. Das heißt aber auch, dass die abgehängten Fahrer nicht sich die Landschaft anschauen können, denn sie müssen sich beeilen, um nicht aus der Karenzzeit zu fallen.

Mannschaftszeitfahren und Renntaktik

Hat man also einen Favoriten für die Gesamtwertung in seinen Reihen, so gilt es, ihn so schnell wie möglich ins Ziel zu bringen, während ein Sprinter, der sowieso keine Chance auf einen Gesamtsieg hat, nicht so wichtig ist. Verliert er den Kontakt, dann ist das eben so, aber eine Entscheidung muss das Team trotzdem treffen, denn wenn er früh den Kontakt verliert, muss man sich überlegen, ob man langsamer fährt, damit er länger dabei ist oder ob man das Risiko eingeht, dass er es nicht zeitgerecht ins Ziel schafft, denn auch beim Zeitfahren gibt es die Karenzzeit.

Das Zeitfahren in dieser Form wird in Rundfahrten gerne als erste Etappe angesetzt, weil es spektakulär ist, wenn neun Mann mit hoher Geschwindigkeit durch verwinkelte Straßen fahren. Auf diese Weise wird der erste Träger des Leadertrikots ermittelt wie das gelbe Trikot bei der Tour de France, wobei die Zeitfahren meist nicht sehr lang sind. Zeitabstände halten sich in Grenzen, wobei man aufpassen muss. Denn schon ein Zeitverlust von zwei Minuten kann sich für die Favoriten in der Endabrechnung rächen. Aber meist sind es Sekundenabstände zwischen den Teams und daher ist die Bedeutung für die Rundfahrt eher zweitrangig.

Anders sieht es aus, wenn ein langes Zeitfahren über mehr als 20 Kilometer angesetzt wird. Denn dann können die Abstände schon deutlich größer sein. Dennoch gilt: wenn eine Mannschaft gute Bergfahrer und daher weniger gute Zeitfahrer besitzt, verliert man wohl im Mannschaftszeitfahren, aber diese Zeit kann man in einer schweren Bergetappe wieder gutmachen.

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