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Taifun Trami

Taifun zog direkt über Japan

Nach einigen Tagen der Ruhe entwickelte sich am 21. September 2018 der nächste Wirbelsturm im westlichen Pazifik, bereits Nummer 24 in der Saison 2018. Er entstand westlich der Nördlichen Marianen und erhielt den Namen Trami.

Erste Prognose für den Taifun Trami

Grundlage war ein Tiefdruckgebiet, das sich westlich der Nördlichen Marianen und Guam etabliert hatte und binnen 24 Stunden wurde daraus der Tropenstrum Trami mit den üblichen Windgeschwindigkeiten von 65 bis 70 km/h. Der Tropensturm sollte laut der ersten Prognose aber nicht lange diesen Status inne haben, denn bereits am Sonntag, den 23. September 2018, nur zwei Tage nach der Entstehung, sollte er zu einem Taifun hochgestuft werden und damit zumindest 118 km/h an Windgeschwindigkeit aufweisen.

In weiterer Folge steht aber zu befürchten, dass dies noch nicht alles war und der Wirbelsturm sich zumindest zur dritten Stufe mit etwa 160 km/h oder mehr Windspitzen steigern würde, wobei als Zugrichtung zuerst der Westen und dann Nordwesten gewählt wird. Das würde bedeuten, dass der Taifun den Norden der Philippinen heimsuchen könnte - also genau dort, wo der sehr starke Taifun Mangkhut für Verwüstungen gesorgt hatte - oder aber nördlich davon nach Taiwan ziehen könnte.

Wie war es wirklich?

Der Wirbelsturm hielt sich genau an die Prognose und zog nach Westen, wobei er sich schnell verstärkt hatte. Binnen 24 Stunden wurde aus dem Tropensturm ein starker Tropensturm und schon am 22. September 2018 war der Taifun Trami entstanden. Am 23. September, nur zwei Tage nach der Entstehung, war der Taifun zur Stufe drei hochgestuft worden und hatte Windgeschwindigkeiten um die 150 bis 160 km/h aufgebaut.

Dabei veränderte der Wirbelsturm die Richtung auf Nordwest, was auch in der ersten Prognose so vermutet wurde. Aber der Wirbelsturm wurde auch langsamer und sollte in den nächsten Tagen fast zum Stillstand kommen, sich aber auf die 4. Stufe verstärken, also Windspitzen um die 180 km/h aufweisen. Damit bedroht ein sehr starker Wirbelsturm gleichermaßen die Philippinen im Westen, Taiwan im Nordwesten oder auch Japan im Norden, sollte der Taifun die Richtung ändern. Option könnte sich der Wirbelsturm auch auflösen, bevor er an Land trifft, wenn er lange stabil an gleicher Stelle bleibt und die Energie verliert, aber das ist eher unwahrscheinlich.

Am 25. September 2018 erreichte der Taifun Trami die höchste Stufe und hatte Windgeschwindigkeiten von 200 km/h und mehr im Gepäck. Gleichzeitig blieb es dabei, dass sich der Wirbelsturm kaum mehr von der Stelle bewegte und sich an einem Punkt befand, der als Schnittpunkt der Linien zu Philippinen im Westen, Taiwan im Nordwesten und Japan im Norden zu sehen war. Aber die neue Prognose geht von einer Zugrichtung Taiwan aus, jedoch sehr langsam mit leicht abnehmender Energie. Wann es zum Landfall kommen wird und ob überhaupt, ist noch unklar. Aktuell ist der Wirbelsturm sehr gefährlich für die gesamte Region.

Einen Tag später klärte sich die Situation ein wenig mehr, denn mit dem 26. September wurde die Prognose dahingehend korrigiert, dass die Philippinen nicht gefährdet waren und der Super-Taifun, wie sehr starke Taifune genannt werden, nach Nordwesten weiterziehen sollte. Das könnte die kleinen japanischen Inseln südlich der Hauptinsel treffen, auch Taiwan ist ein Thema und in weiterer Folge Chinas Landmassen selbst im Südosten. Die Windgeschwindigkeiten stabilisierten sich bei etwa 160 bis 180 km/h. Der Taifun Trami bewegt sich weiterhin sehr langsam und daher ist auch unklar, wann er auf Land treffen wird und mit welcher Wucht.

Doch wieder einen Tag später, am 27. September 2018, wird klar, dass auch Taiwan Glück haben dürfte, denn der Taifun legt einen Haken nach Norden hin, um dann nach Nordost weiterzuziehen und damit ist die Zielrichtung auf Japan gesetzt, das bis vor kurzem bestenfalls theoretisch ein Thema war. Die Windgeschwindigkeit blieb auf 160 bis 180 km/h und damit auf Stufe 3 und es wurde sogar befürchtet, dass sogar Stufe 4 wieder erreicht werden würde. Am Sonntag könnte der Landfall erfolgen.

Mit dem 28. September 2018 wurde klar, dass Japan voll getroffen wird. Der Taifun Trami hatte sich nicht abgeschwächt und war mit der zweithöchsten Stufe 4 Richtung Japan unterwegs, um nach Nordosten genau über den japanischen Hauptinseln seinen Regen abzulassen und mit Windspitzen um die 160 bis punktuell über 200 km/h für großen Schaden zu sorgen.

Der Taifun Trami traf am 29. September auf die südlichen Regionen Japans und dabei wurden nach ersten Berichten 45 Menschen verletzt. Über 350.000 Personen wurden evakuiert, in vielen Haushalten fiel der Strom aus, Autos wurden weggeschleudert. Häuser wurden überschwemmt und der Taifun zog weiter nach Nordost und quer über Japan, sodass mit noch mehr Schäden zu rechnen ist, zumal sich die Windstärke kaum abgeschwächt hatte.

Am 30. September 2018 zog der Taifun sehr rasch weiter nach Nordost bis Nord und überzog Japan mit kräftigen Windböen, anfangs weiterhin um die 160 bis 200 km/h, ließ dann aber doch nach und löste sich schließlich nördlich von Japan gänzlich auf. Die Folge der starken Windböen waren hohe Wellen in der Küstenregion, Überschwemmungen und auch Schlammlawinen. Zumindest 80 Personen wurden verletzt, Schlimmeres konnte durch Evakuierung vieler tausender Menschen verhindert werden. Am 1. Oktober musste die Bilanz fast erwartungsgemäß erhöht werden. Zumindest vier Menschen kamen ums Leben, 120 wurden verletzt. Die Schäden waren gewaltig, vor allem durch Böen bis zu 216 km/h, was umgestürzte Bäume, Strommasten und beschädigte Häuser bedeutete.

 

[Infoplattform Wissenswertes.at / 1. Oktober 2018]

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