Sie sind hier: Startseite -> Wetter / Klima -> Wirbelstürme -> Taifun -> Taifun Liste 2018 -> Mangkhut (Philippinen, China)

Taifun Mangkhut

Landfall auf den Philippinen und in China

Nach einer sehr dynamischen Phase im August 2018, in der teilweise sogar jeden Tag im westlichen Pazifik ein neuer Wirbelsturm entstanden war, gab es nach dem Taifun Jebi ein paar Tage ohne Aktivitäten. Lange war die Ruhe aber nicht möglich, denn schon am 7. September 2018 bildete sich der nächste benannte Wirbelsturm, der den Namen Mangkhut erhielt.

Erste Prognose für den Taifun Mangkhut

Der Wirbelsturm ist der 22. benannte Wirbelsturm in der Taifunsaison 2018 und bildete sich weit draußen im westlichen Pazifik zwischen dem 160. und 170. Längengrad. Damit war vorerst einmal keine Gefahr zu erkennen, aber das könnte sich noch ändern. Aus einem Tiefdrucksystem entstand binnen eines halben Tages der Tropensturm Mangkhut mit Windgeschwindigkeiten um die 70 km/h und die Zugrichtung wies auf West bis leicht Südwest, wobei die Zuggeschwindigkeit mit 15 Knoten eine hohe war.

Die Prognose geht davon aus, dass sich dieser Tropensturm bis zum Dienstag, den 11. September zum Taifun verstärkt haben wird, wobei die Richtung nach Westen bis Südwesten erhalten bleibt. Damit sollte der Wirbelsturm südlich der Inselgruppe Nördliche Marinen vorbeiziehen und orientiert sich langsam aber sicher in Richtung Philippinen, wobei der Weg zum Inselstaat noch ein langer ist und man abwarten muss, ob die Richtung erhalten bleibt und wie stark der Wirbelsturm wirklich wird.

Wie war es wirklich?

Nur zwei Tage nach der Entstehung war aus dem Wirbelsturm bereits ein Taifun mit Windgeschwindigkeiten um die 130 bis 140 km/h geworden und das war nur der Anfang. Befürchtet wurde, dass es bis zu 250 km/h Windspitze gehen würde, der höchsten Stufe bei Wirbelstürmen über dem Wasser. Der Taifun zog sehr schnell gegen Westen mit 22 Knoten Geschwindigkeit, dennoch war das genaue Ziel noch nicht erkennbar, obwohl viel auf die Philippinen und vor allem Luzon, der größten und nördlichsten Insel, hindeutete.

Am 10. September 2018 verstärkte sich der Taifun weiter auf Windgeschwindigkeiten um die 160 bis 180 km/h und am 11. September war bereits die zweithöchste Einstufung erreicht worden und die Windspitzen reichten bis 200 km/h und teilweise sogar knapp darüber hinaus, wobei die höchste Stufe auch bald erreicht sein sollte.

Die Zugrichtung veränderte sich von West auf Westnordwest und in der Folge sollte ein Schwenk auf Nordwest erfolgen. Damit würde als Ziel tatsächlich Luzon und damit der Norden des Inselstaates Philippinen getroffen werden. Am 12. September 2018 war aus dem Taifun einer der höchsten Stufe mit 250 km/h Windgeschwindigkeit geworden. Das riesige Sturmsystem orientierte sich immer mehr in nordwestlicher Richtung und Luzon sollte gestreift, aber nicht voll erwischt werden. Die Gefahr für Taiwan und China erhöhte sich damit, denn dort könnte der Wirbelsturm weiterziehen.

Am 13. September 2018 blieb der Taifun weiterhin in der höchsten Stufe und mit maximaler Gefahr durch Windböen und Hochwassergefahr, aber es sah wieder mehr danach aus, dass Luzon direkt überquert werden würde, weil sich die Richtung leicht südlich verändert hatte. Der Landfall wurde für Samstag berechnet, danach sollte der Wirbelsturm weiterhin als Taifun Richtung China streben.

Am 14. September 2018 befand sich der Taifun Mangkhut unmittelbar vor der Küste von Luzon, dem Norden der Philippinen, wo etwa 40 bis 45 Millionen Menschen leben. Der Wirbelsturm hat sich überhaupt nicht abgeschwächt und weist Windspitzen über 250 km/h auf. Erste Evakuierungen wurden durchgeführt, weitere sind im Gang, um vor allem die Leute aus den Küstenregionen zu schützen. Neben dem sehr starken Wind sind vor allem die intensiven Regenfälle ein Problem. Es hängt auch davon ab, wie schnell der Wirbelsturm den Norden der Philippinen überquert.

Der Landfall erfolgte in der Nacht auf den 15. September 2018 (aus europäischer Sicht) und brachte Windspitzen bis zu 205 km/h und Flutwellen von bis zu sechs Meter Höhe. Etwa 800.000 Personen wurden evakuiert, Flug- und Schiffsverkehr längst eingestellt. Das Glück war, dass der Wirbelsturm schnell durchgezogen war und schon am 15. September war Luzon wieder verlassen worden - als Taifun der Stufe 3 mit Windgeschwindigkeiten um die 160 km/h. Mit dieser noch immer sehr hohen Energie sollte es nun nach Nordwesten und China gehen, wo auf Höhe von Hainan am Montag der nächste Landfall zu befürchten war.

Am 16. September 2018 war der Taifun auf Stufe zwei zurückgestuft, hatte etwa 140 km/h Windgeschwindigkeit drauf und war schon vor der Küste Chinas, um Hong Kong, Hainan und den weiteren Süden zu bedrohen. Noch am gleichen Tag erfolgte der Landfall als Taifun der Stufe 1 mit etwa 130 km/h Windspitze und sorgte vor allem in Hong Kong für starke Überschwemmungen und große Schäden an Gebäuden. Stunden Später war der Wirbelsturm zum starken Tropensturm herabgestuft worden und hatte Windspitzen um 100 km/h im Gepäck und zog nordwestlich ins Landesinnere weiter. Er sollte sich aber binnen 24 Stunden gänzlich auflösen und am 17. September 2018 war es auch dann soweit und der Wirbelsturm war Geschichte. Es war dies einer der stärksten der letzten Jahre.

Fazit: zumindest 25 Tote

Ein erster Bericht ging von zwei Toten auf den Philippinen aus, es gab großflächige Stromausfälle und die Schätzungen, wie viele Menschen betroffen waren, reichen von fünf bis zehn Millionen. Am 16. September gab es die befürchtete Korrektur, denn zumindest 25 Tote waren zu beklagen. Es gab mindestens 40 Schlammlawinen und großflächige Schäden. Manche Berichte gingen von mehr als 100 Toten aus, offiziell wurde das noch nicht bestätigt. Doch während in Manila, der Hauptstadt, aufgeräumt wurde, waren andere Gebiete im äußersten Norden und Nordosten noch gar nicht erreichbar. Dort leben sehr viele Menschen in ärmsten Verhältnissen. Die Opferzahl könnte daher noch weiter steigen. Am 18. September 2018 war von 65 Toten die Rede, aber mindestens 40 Personen waren dann immer noch vermisst, sodass die Annahme von zumindest 100 Toten wohl korrekt war.

In China gab es auch großflächige Überschwemmungen. Geschätzte 2,5 Millionen Menschen haben ihre Häuser in Küstennähe verlassen und sind ins Landesinnere geflüchtet. Erste Berichte gehen von vier Toten und über 200 Verletzten aus. Am 18. September wurde die Zahl der Verletzten auf 300 erhöht.

 

[Infoplattform Wissenswertes.at / 18. September 2018]

Wenn Dir der Artikel gefallen oder geholfen hat, teile ihn mit Freunden:

Kommentar schreiben




Spamschutz: bitte folgendes Wort in das nächste Feld eingeben: nospam

Bisherige Kommentare (0)

Seiten: