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Taifun Lekima

Taiwan und China als Ziel

Die pazifische Taifunsaison 2019 nimmt zu Beginn des August richtig Fahrt auf. Nach einigen kleineren Tropenstürmen, die aber trotzdem viel Regen mit sich geführt haben, entstand in den ersten Tagen des August eine erste sehr dynamische Phase mit gleich drei benannten Wirbelstürmen. Tropensturm Wipha erreichte China und den Norden von Vietnam, Tropensturm Francisco zog Richtung Japan, möglicherweise bald als Taifun und Nummer drei wurde zum Tropensturm Lekima, der östlich der Philippinen entstanden war.

Taifun Lekima Prognose und Entwicklung

Taifun Lekima Taiwan ChinaAm 3. August 2019 entstand eine tropische Depression fast direkt östlich der nördlichen Philippinen, auch Luzon bezeichnet. Noch war unklar, ob daraus ein Wirbelsturm werden würde, aber schon 24 Stunden später sieht die Analyse ganz anders aus und vor allem auch die erste Prognose, was es denn damit auf sich haben könnte. Denn aus dem markanten Tiefdrucksystem wurde der Tropensturm Lekima, dem neunten benannten Wirbelsturm der Taifunsaison 2019.

Er hatte zu diesem Zeitpunkt die üblichen 65 km/h an Windgeschwindigkeit aufgebaut und die erste Prognose geht davon aus, dass der Tropensturm eine nordwestliche bis nordnordwestliche Richtung einschlagen wird, was ihn nach Taiwan oder östlich davon bringen würde, um letztlich den Osten Chinas heimzusuchen. Dabei verstärkt sich laut der Prognose der Wirbelsturm deutlich, denn Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h sind zu erwarten und es könnte sich um einen weiteren Major Wirbelsturm, also einem Taifun zumindest der Stärke 3 von 5 handeln, der China erreichen wird.

Es wird wohl auch viel davon abhängen, ob Taiwan erreicht wird und sich der Taifun dann etwas abschwächt, erwartet wird der Landfall in China am 9. oder 10. August 2019.

Tatsächlich hat sich der Wirbelsturm einige Zeit nicht entscheiden können, wohin die Reise geht. Es gab einen Haken nach links und dann wieder nach rechts, wobei sich der Wirbelsturm stets östlich der Philippinen immer mehr verstärkt hatte. Aus dem Tropensturm Lekima wurde am 6. August der starke Tropensturm Lekima mit Windspitzen über 100 km/h und am 7. August 2019 war der Taifun Lekima Gewissheit mit bereits um die 130 km/h Windspitze und mit der Zugrichtung direkt auf Taiwan, wie die erste Prognose dies schon vorgerechnet hatte.

Zu erwarten und befürchten ist, dass sich der Wirbelsturm zu einem Major Taifun mindestens der Stufe 3 verstärken wird und das würde Windspitzen bis 180 km/h bedeuten. Am 9. August sollte die Osthälfte Taiwans heimgesucht werden und danach in fast direkt nördlicher Richtung das Festland von China, das schon am 10. August erreicht werden sollte.

Taifun Lekima mit 180 km/h

Die Befürchtungen haben sich schon am 7. August bestätigt und der Taifun wurde zur 3. Stufe hochgestuft mit Windspitzen von 160 bis 190 km/h. Der Taifun bewegte sich weiter in Richtung Taiwan, aber recht langsam, sodass die Prognosen auseinandergehen, wann ein Landfall möglich ist oder auch, ob Taiwan "nur" gestreift werden könnte. Aber selbst dann gibt es durch den Regen und die starken Windböen viele Probleme, Hochwasser inklusive.

Am 9. August 2019 rief die chinesische Regierung die höchste Alarmstufe aus. Lekima hatte den Norden Taiwans gestreift und steuerte wie vorhergesagt auf das chinesische Festland zu - mit 210 km/h Windspitze, also als Supertaifun. Viele Menschen wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen, der Landfall ist für Samstag zu erwarten.

Mit Windgeschwindigkeiten um die 180 km/h erreichte der Taifun am 10. August die Ostküste Chinas und zog inklusive intensiver Regenfälle weiter nach Norden. Dabei schwächte er sich zu einem starken Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten um die 100 km/h ab und sollte auch die Metropole von Shanghai treffen. Dort wurden Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, etwa Sehenswürdigkeiten geschlossen. Insgesamt eine Million Menschen wurden im Einzugsgebiet in Sicherheit gebracht.

Noch am 10. August schwächte sich der Wirbelsturm zum Tropensturm Lekima ab, hatte aber immer noch um die 80 km/h drauf und zog weiter nach Norden in Richtung der Millionenstädte. Am 12. August 2019 war der Tropensturm immer noch aktiv, auch wenn die Windgeschwindigkeit auf 70 km/h gesunken war. Er zog direkt entlang der Ostküste auf der Landmasse nach Norden und deckte die Küstenregionen mit Regen ein.

Am Abend des 12. August 2019 löste sich der Wirbelsturm schließlich auf und war Geschichte. Letzte starke Regenfälle gab es aber trotzdem noch.

Fazit zum Taifun Lekima

Obwohl der Taifun den Norden Taiwans nur gestreift hatte, reichte das aus, um mit seinen Windgeschwindigkeiten für Schäden zu sorgen und der Regen sorgte in Küstenzonen für Hochwasser. Ein Mann starb, mehrere Personen wurden verletzt. Vier Verletzte gab es auch in der japanischen Präfektur Okinawa, die zwar nicht das unmittelbare Ziel war, aber durch die Windböen trotzdem in Mitleidenschaft gezogen wurde.

In China gab es nach ersten Berichten 13 Tote und viele Verletzte, wobei sich diese Zahlen sicher noch erhöhen werden, wenn das ganze Ausmaß abgeschätzt werden kann. Es gab großräumige Überflutungen und tausende Haushalte hatten keinen Strom. Am Abend des 10. August wurde die Zahl der Opfer auf 22 Tote erhöht, zumindest zehn weitere Personen wurden vermisst. Am 12. August waren bereits 43 Tote gemeldet worden, zumindest 17 weitere Personen wurden vermisst.

 

[Infoplattform Wissenswertes.at / 13. August 2019]

Ebenfalls interessant:

Tropenstürme und Taifuns im Jahr 2019

Tropensturm Pabuk (Thailand)

Schon am 1. Jänner 2019 bildete sich der erste benannte Wirbelsturm im westlichen Pazifik und zwar Tropensturm Papuk, der am 4. Jänner auf Thailand traf.

Taifun Wutip (Stufe 5)

Am 19. Februar 2019 bildete sich der Taifun Wutip im nordwestlichen Pazifik südöstlich der Nördlichen Marianen und wurde zum stärksten Taifun in einem Februar.

Tropensturm Sepat (Japan)

Am 27. Juni 2019 entstand ein Tropensturm südwestlich von Japan, der sich dann nach Nordost weiterbewegt hatte - genau entlang der Küste von Japan.

Tropensturm Mun (China, Vietnam)

Am 3. Juli 2019 entwickelte sich der Tropensturm Mun, der sich bei Hainan an der chinesischen Südküste gebildet hatte und tags darauf in China an Land ging.

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Am 16. Juli 2019 entstand aus einer tropischen Depression der Tropensturm Danas östlich der Philippinen, der nach Taiwan und China ziehen sollte, doch die Richtung änderte.

Tropensturm Nari (Japan)

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Taifun Francisco (Japan, Südkorea)

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Taifun Lekima (Taiwan, China)

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Tropensturm Paipah

Der Tropensturm Paipah entstand am 16. September 2019 im westlichen Pazifik nördlich der Nördlichen Marianen und bestand nicht einmal einen Tag.

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Der Tropensturm Matmo bildete sich Ende Oktober 2019 vor der Küste von Südvietnam und traf am 30. Oktober 2019 auch als starker Tropensturm an Land.

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Am 2. November 2019 bildete sich der Taifun Halong, der aber weit draußen im westlichen Pazifik kein Inselstaaten gefährden konnte.

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Taifun Fengshen

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