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Taifun Jongdari

Landfall 300 km südwestlich von Tokio

Japan hatte es im Juli 2018 nicht wirklich leicht. Zuerst schien man Glück zu haben, weil der Taifun Prapiroon die Hauptinseln verschont hatte und in Küstennähe sich auflöste, doch die Regenwolken blieben erhalten und sorgten für die größten Hochwässer seit Jahren. Danach kam eine Hitzewelle mit zum Teil um die 40 Grad Celsius im Schatten und jetzt gibt es eine weitere Gefahr von Süden her. Denn es hat sich sehr schnell der nächste benannte Wirbelsturm entwickelt, der Japan treffen könnte.

Erste Prognose vom Taifun Jongdari

Während es im Atlantik und in der Karibik im Juli 2018 sehr ruhig ist, gibt es im westlichen Pazifik einen benannten Wirbelsturm nach dem anderen. Fast im Tagesrhythmus entstehen die Wirbelstürme und die neueste Ausgabe ist der Tropensturm Jongdari, der direkt südlich von Japan entstanden war und Windgeschwindigkeiten um die 65 km/h aufweist. Die erste Prognose geht davon aus, dass der Tropensturm zuerst nach Nordost ziehen wird, um dann schnell einen Haken zu schlagen und nach Norden zu streben. Das würde den Wirbelsturm genau in der Mitte Japans treffen.

Von der Windgeschwindigkeit her geht man von Taifunstärke aus und so könnte Japan mit Windgeschwindigkeiten um die 120 bis 140 km/h getroffen werden. Der Landfall wäre am Sonntag, den 29. Juli möglich.

Wie war es wirklich?

Der Tropensturm verstärkte sich entsprechend der Prognose schnell. Schon am 26. Juli war ein starker Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten um die 100 km/h entstanden und am 27. Juli 2018 war daraus bereits ein Taifun mit Windgeschwindigkeiten um die 120 bis 140 km/h geworden.

Die Zugrichtung hatte sich auch im Sinne der Prognose auf Nord eingestellt, was direkt auf die zentralen Hauptinseln zielt, wobei sich der Wirbelsturm noch weiter verstärken könnte und der Landfall dann mit 160 km/h auch möglich wäre. Der Landfall erfolgte dann auch mit Taifunstärke und zwar etwa 300 bis 350 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tokio und zog weiter nach Westen direkt über den japanischen Landmassen, wobei sich der Wirbelsturm am 29. Juli 2018 zu einem Tropensturm mit 70 km/h Windstärke abgeschwächt hatte.

Viele Menschen brachten sich in Sicherheit, Flüge und Zugsfahrten wurden vielfach abgesagt, dennoch wurden 21 Verletzte als unmittelbare Folgen des Wirbelsturms gemeldet. Es gab auch Schäden an Dächern und in der Infrastruktur, wobei der starke Regen und die Windspitzen um 120 bis 140 km/h wesentlich dazu betrugen. Allerdings war das Schadensausmaß geringer als befürchtet und das ist auch insofern wichtig, als Japan Anfang Juli nach einem Taifun von Hochwasser heimgesucht wurde, um danach Hitze von 40 Grad oder mehr im Schatten getroffen zu werden. Wenn dieser Wirbelsturm also harmloser war, ist das durchaus noch erfreulicher als sonst.

Interessant war der weitere Verlauf. Der Tropensturm zog nach Süden von den japanischen Hauptinseln weg, vor allem von der südwestlich gelegenen Hauptinsel Kyushu und drehte dann aber eine 360 Grad Schleife zuerst nach Osten, dann nach Norden, schließlich nach Westen und nochmals über Kyushu und dann erst zog der Wirbelsturm ab, um Richtung China zu streben.

Dort kam der Wirbelsturm als Tropensturm am 2. August 2018 an und löste sich rasch nach dem Landfall auf. Berichte über Opfer oder Schadensmeldungen lagen vorerst nicht vor.

 

 

 

[Infoplattform Wissenswertes.at / 3. August 2018]

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