Sie sind hier: Startseite -> Wetter / Klima -> Wirbelstürme -> Taifun -> Taifun Liste 2019 -> Taifun Hagibis (Japan)

Taifun Hagibis

Taifun der höchsten Stufe traf auf Japan

Die Wirbelstürme im westlichen Pazifik können praktisch das ganze Jahr über entstehen - entgegen jenen im Atlantik, die meist nach dem Mai sich entwickeln können. Aber auch im Pazifik gibt es eine Hauptsaison ab Juni und zum Teil recht späte Wirbelstürme bis in den Dezember hinein, manche sind sogar sehr starke und haben Katastrophen ausgelöst. Am 5. Oktober 2019 entstand der schon 19. benannte Wirbelsturm der Saison 2019 und die Prognose geht von einem Taifun der höchsten Stufe aus.

Taifun Hagibis Prognose und Entwicklung

Taifun HagibisWeit draußen im westlichen Pazifik zwischen dem 150. und 160. Längengrad bildete sich die nächste tropische Depression, die am 4. Oktober entstanden war und aus der schon am 5. Oktober 2019 der Tropensturm mit Namen Hagibis entstanden war. Dieser zog in Richtung Westen und sollte laut Prognose zuerst in westlicher und später in nordwestlicher bis leicht nördlicher Richtung ziehen, was den Wirbelsturm zu einem Punkt führt, von dem aus Japan, Taiwan und China als Zielgebiete in Frage kommen könnten.

Der Tropensturm sollte schon bald ein Taifun werden und die Nördlichen Marianen südlich passieren, um sich immer weiter zu verstärken, bis die höchste Stufe 5 erreicht ist, was bedeutet, dass man es mit einem riesigen und sehr gefährlichen Wirbelsturm zu tun haben wird. Windgeschwindigkeiten von 250 km/h sind durchaus zu befürchten und diese Stärke sollte bis Freitag, den 11. Oktober auch erreicht werden. Das genaue Ziel wird man abwarten müssen.

Bereits am 7. Oktober 2019 wurde aus dem Tropensturm ein Taifun der Stufe 3, was einem Major Hurricane entspricht, also einem starken Wirbelsturm mit Windspitzen bis zu 200 km/h und die Stufe 5 könnte am 9. Oktober erreicht werden. Von der Prognose her gibt es eine Änderung, weil es einen Halbbogen von West auf Nord gibt und daher wird Taiwan oder China nicht das Ziel, sondern wohl der Westen von Japan. Zu dem Zeitpunkt sollte der Wirbelsturm noch die Stufe 4 aufweisen.

Je länger der Taifun aktiv war, umso mehr orientierte er sich nach Osten. Ursprünglich war eine Orientierung nach Nordwest berechnet worden, aber der Wirbelsturm zog in fast direkter nördlicher Richtung nach Japan und verstärkte sich nicht nur auf Stufe 5, der höchsten Stufe mit Windspitzen um die 250 km/h, sondern hielt diese Intensität über Tage bei. Auch am 10. Oktober 2019 war die Stufe 5 weiterhin Gewissheit und als Taifun der Stufe 4 sollte der Taifun Hagibis das östliche Zentrum Japans heimsuchen, ehe er nach Osten abdreht, Japan verlässt und sich bald auflöst. Der Landfall ist am Samstag zu erwarten.

Am 11. Oktober 2019 schwächte sich der Taifun auf Stufe 4 ab und befand sich genau südlich von Japan. Der weitere Verlauf dürfte mittels Nordost-Schwenk dazu führen, dass der Taifun Hagibis den Südosten des Inselstaates überquert und damit auch den Großraum Tokio heimsucht, aber schnell wieder in den Pazifik ziehen wird. Hohe Wellen, starke Regenfälle und ebenso starke Sturmböen sind zu erwarten. Die Sportwelt hat schon reagiert und bei der Rugby-WM die Samstagspiele abgesagt, auch die Formel 1, die genau an diesem Wochenende zu Gast ist, hat das Qualifying von Samstag auf Sonntag verschoben. Der Zugverkehr wurde schon reduziert, der Flugverkehr ebenso.

Am 12. Oktober 2019 traf der Taifun schließlich auf Japan und zog in nordöstlicher Richtung über Land, um auch den Großraum Tokio heimzusuchen und sich dann wie vorherberechnet nach Nordosten bis Osten wieder auf den Pazifik zurückzuziehen. Als Taifun der Stufe 4 kam es zum Landfall mit hohen Flutwellen, vielen Schlammlawinen und großen Schäden samt großflächigen Überflutungen. Doch schon am 13. Oktober 2019 löste sich der Wirbelsturm gänzlich auf. Es war noch ein Glück im Unglück, dass der Wirbelsturm so schnell abgezogen ist, sonst wären die Schäden noch viel größer gewesen. Dennoch war Hagibis der stärkste Wirbelsturm seit Jahrzehnten, der den Großraum Tokio heimgesucht hatte.

Fazit zum Taifun Hagibis

Der Wirbelsturm forderte zumindest 10 Tote und es gab viele Verletzte, vor allem aber riesige Schäden. Ganze Gebiete wurden überflutet, es gab viele Schlammlawinen und auch die Hauptstadt Tokio stand zum Großteil unter Wasser. Drei Millionen Menschen sollten evakuiert werden, aber nur wenige folgten den Aufrufen. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, die Stromversorgung brach zusammen. Das genaue Ausmaß wird man wohl erst in ein paar Tagen ermessen können.

Nur Stunden später erhöhte sich wie befürchtet die Zahl der Todesopfer auf 19 Menschen, viele weitere werden noch vermisst. Am 14. Oktober 2019 ging man von 36 Toten aus, wobei noch etwa 20 Personen vermisst wurden. Etwa 100 Personen wurden verletzt. Die Schäden waren enorm. Der Taifun zog mit bis zu 200 km/h Windspitzen über das Land, wobei vor allem auch extreme Regenmengen zu Boden gingen. Flüsse traten rasch über die Ufer, Häuser fielen zusammen wie Kartenhäuser und das Gesamtausmaß wird erst langsam sichtbar.

Am 15. Oktober 2019 ging man von zumindest 66 Toten aus, wobei aber auch kundgetan wurde, dass Tokio in Wirklichkeit sogar noch Glück im Unglück hatte, denn die Hauptstadt hätte noch schlimmer getroffen werden können. Die Schäden sind jedoch enorm und die Aufräumungsarbeiten werden eine Weile dauern.

 

[Infoplattform Wissenswertes.at / 15. Oktober 2019]

Ebenfalls interessant:

Tropenstürme und Taifuns im Jahr 2019

Tropensturm Pabuk (Thailand)

Schon am 1. Jänner 2019 bildete sich der erste benannte Wirbelsturm im westlichen Pazifik und zwar Tropensturm Papuk, der am 4. Jänner auf Thailand traf.

Taifun Wutip (Stufe 5)

Am 19. Februar 2019 bildete sich der Taifun Wutip im nordwestlichen Pazifik südöstlich der Nördlichen Marianen und wurde zum stärksten Taifun in einem Februar.

Tropensturm Sepat (Japan)

Am 27. Juni 2019 entstand ein Tropensturm südwestlich von Japan, der sich dann nach Nordost weiterbewegt hatte - genau entlang der Küste von Japan.

Tropensturm Mun (China, Vietnam)

Am 3. Juli 2019 entwickelte sich der Tropensturm Mun, der sich bei Hainan an der chinesischen Südküste gebildet hatte und tags darauf in China an Land ging.

Tropensturm Danas (Südkorea, Japan)

Am 16. Juli 2019 entstand aus einer tropischen Depression der Tropensturm Danas östlich der Philippinen, der nach Taiwan und China ziehen sollte, doch die Richtung änderte.

Tropensturm Nari (Japan)

Am 25. Juli 2019 entstand südlich von Japan der nächste benannte Wirbelsturm mit Tropensturm Nari, der auch tatsächlich Japan erreichte.

Tropensturm Wipha (China, Vietnam)

Am 31. Juli 2019 entstand bei Hainan und der südchinesischen Küste der Tropensturm Wipha, dessen Ziel Nordvietnam war.

Taifun Francisco (Japan, Südkorea)

Am 2. August 2019 entstand im westlichen Pazifik der achte benannte Wirbelsturm mit Namen Francisco, der als Taifun Japan und Südkorea heimsuchte.

Taifun Lekima (Taiwan, China)

Am 4. August 2019 bildete sich östlich der Philippinen ein weiterer Wirbelsturm im westlichen Pazifik, der als Supertaifun China heimgesucht hatte.

Taifun Krosa (Japan)

Am 6. August 2019 bildete sich südlich von Japan der nächste Wirbelsturm mit Namen Krosa, der zu einem Major Taifun mit Windspitzen um 180 km/h werden könnte.

Tropensturm Bailu (Taiwan, China)

Am 20. August 2019 entwickelte sich der nächste benannte Wirbelsturm im westlichen Pazifik, der als starker Tropensturm Taiwan heimsuchte und dann auf China traf.

Tropensturm Podul (Philippinen, Vietnam)

Am 27. August 2019 entstand der 12. benannte Wirbelsturm im westlichen Pazifik und überquerte die Philippinen, um danach Vietnam zu treffen.

Taifun Lingling (Südkorea)

Der Wirbelsturm Lingling entstand am 2. September 2019 unmittelbar vor den Philippinen, zog aber als starker Taifun direkt nach Norden und traf Korea und China.

Tropensturm Kajiki (Vietnam, China)

Kajiki ist der bereits 14. benannte Wirbelsturm der Pazifischen Taifunsaison 2019 und entstand nach einer langen Reise Richtung Vietnam, um zurück nach China zu ziehen.

Taifun Faxai (Japan)

Mit Namen Faxai entstand im September 2019 der 15. benannte Wirbelsturm im westlichen Pazifik, der weit draußen aufgebaut wurde und Japan treffen könnte.

Tropensturm Paipah

Der Tropensturm Paipah entstand am 16. September 2019 im westlichen Pazifik nördlich der Nördlichen Marianen und bestand nicht einmal einen Tag.

Taifun Tapah (Südkorea, Japan)

Der Taifun Tapah entstand am 19. September 2019 auf dem Weg nach Südkorea und Japan und traf genau dazwischen im Japanischen Meer ein.

Taifun Mitag (Südkorea)

Mitag ist ein weiterer Taifun im westlichen Pazifik, der am 28. September 2019 entstanden war und zwar östlich der Philippinen mit Ziel Südkorea.

[aktuelle Seite]

Taifun Hagibis (Japan)

Der Wirbelsturm Hagibis entstand am 5. Oktober 2019 weit draußen im westlichen Pazifik und wurde zu einem Taifun der Stärke 5, der auf Japan traf.

Taifun Neoguri (Japan)

Neoguri ist der Name des 20. Wirbelsturms in der pazifischen Taifunsaison 2019 und entstand südlich von Japan, wobei er unerwartet zum Taifun wurde.

Taifun Bualoi (Japan)

Bualoi wurde zum starken Taifun im westlichen Pazifik, der am 19. Oktober 2019 entstanden war und östlich von Japan sich aufgelöst hatte.

Tropensturm Matmo (Vietnam)

Der Tropensturm Matmo bildete sich Ende Oktober 2019 vor der Küste von Südvietnam und traf am 30. Oktober 2019 auch als starker Tropensturm an Land.

Taifun Halong

Am 2. November 2019 bildete sich der Taifun Halong, der aber weit draußen im westlichen Pazifik kein Inselstaaten gefährden konnte.

Taifun Nakri (Vietnam, Philippinen)

Am 6. November 2019 entstand westlich der Philippinen der nächste benannte Wirbelsturm mit Namen Nakri, der Südvietnam heimsuchte.

Taifun Fengshen

Am 12. November 2019 baute sich der nächste Wirbelsturm im westlichen Pazifik auf, der aber weit draußen keine Gefahr darstellte.

Taifun Kalmaegi (Philippinen)

Am 13. November 2019 entstand mit Kalmaegi bereits der vierte benannte Wirbelsturm im westlichen Pazifik im Monat November, was ungewöhnlich ist.

Tropensturm Fung-Wong (Taiwan)

Wirbelsturm Nummer 27 in der Taifunsaison 2019 entstand am 20. November 2019 und erhielt den Namen Fung-Wong. Das Ziel sollte Taiwan sein.

Soziale Medien

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel geteilt wird:

Themenliste:

Zurück zum Hauptthema

Übersicht Taifun Liste 2019

Startseite Wetter