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ÖVP legt deutlich zu

SPÖ und FPÖ verlieren stark

Sonntagsfrage Österreich Juni 2019Im April und Mai konzentrierten sich die Umfragen auf die EU-Wahl, die mit den normalen Sonntagsumfragen schwer zu vergleichen waren, wobei die Innenpolitik nach dem Skandalvideo von Heinz Christian Strache die EU-Themen klar überlagert hatte. Die ÖVP siegte schließlich auch deutlich, wobei sie gegenüber den früheren Umfragen gar nicht so viel dazugewonnen hatte, die SPÖ konnte überhaupt nicht punkten und die FPÖ verlor nicht so viel, wie sich das viele gewünscht haben. Der ganz große Sieger waren eigentlich die Grünen, die fast das sensationelle EU-Ergebnis von 2014 mit 14,0 Prozent erreicht hätten. Damit haben sie nach dem Rauswurf aus dem Nationalrat ein beeindruckendes Comeback gefeiert.

Ibiza, EU-Wahl und der erfolgreiche Misstrauensantrag gegen die gesamte ÖVP-Alleinregierung sorgten für jede Menge Sondersendungen, einen auf einmal von den meisten geliebten Bundespräsidenten und Neuwahl im Herbst, vermutlich im September 2019. Was sagen die aktuellen Sonntagsfragen zu diesem Thema?

Zwei Stück wurden am ersten Juni-Wochenende veröffentlicht und zwar von OGM im Auftrag der "Kleinen Zeitung" am 1. Juni und von Research Affairs für "TZ" und die Tageszeitung "Österreich" am 2. Juni 2019.

Ergebnis der Sonntagsfrage

OGM hat 800 Personen per Telefon befragt, Research Affairs hat 500 Personen online befragt. Bei OGM kommt die ÖVP auf 36 %, die SPÖ auf 22 %, die FPÖ auf 21 %, die Grünen auf 10 %, NEOS auf 8 % und die Liste Jetzt (Pilz) auf 2 %. Bei Research Affairs kommt die ÖVP auf 38 %, die SPÖ auf 23 %, die FPÖ auf 17 %, NEOS auf 10 %, die Grünen auf 8 % und Liste Jetzt auf 1 %.

Fazit der Sonntagsfrage

Auf den ersten Blick lassen sich damit drei Aussagen treffen, wobei zwei sicher sind, eine nicht ganz. Die erste sichere Aussage ist, dass die ÖVP nach der Momentaufnahme klar zugelegt hat und offenbar viele den Misstrauensantrag nicht verstanden haben. Ob nun die 36 oder 38 % eher stimmen oder es doch eher 35 sind, ist dabei nicht so wesentlich. Die zweite sichere Aussage ist, dass die Grünen klar zugelegt haben. Sie lagen etwa im April 2019 noch bei 5 % und haben mit 8 % klar zugelegt, bei 10 % hätten sie den Zuspruch sogar verdoppelt. NEOS lag immer meist bei 7 - 8 % und würde bei 8 % den Stimmanteil halten, bei 10 % auch dazugewinnen.

Die Liste Jetzt hatte bis zu 3 % Zuspruch und hat eher verloren. Die Chance auf eine Wiederwahl in den Nationalrat ist weiterhin eher unwahrscheinlich.

Die unsichere Aussage ist, wie groß der Verlust von SPÖ und FPÖ ist. Bei der SPÖ hätte man eigentlich Zugewinne erwarten müssen, aber die EU-Wahl hat schon gezeigt, dass man aktuell nicht begeistert von der Partei ist. Mit 23 oder 22 % hat man aber eine stabile Größe, bei der FPÖ gibt es mit 21 und 17 % aber große Unterschiede, was heißt, dass man erst einmal abwarten muss, ob der höhere oder der niedrigere Wert gilt.

Wie geht es weiter?

So mancher Beobachter erwartet sich den Effekt von 2017, als Sebastian Kurz die ÖVP übernahm, sofort Nummer eins in den Umfragen wurde und alles bis zur Wahl so blieb. Aber es gibt nach seiner Abwahl keinen Regierungsapparat als Unterstützung und es gibt eine Expertenregierung, die am 3. Juni 2019 angelobt wurde. Wenn diese nun das Wohlwollen der Bevölkerung genießt, wird es auch für die ÖVP schwierig sich zu erklären, warum man unbedingt die ÖVP an der Spitze braucht und das kann große Verschiebungen auslösen.

Es wird auch davon abhängen, wie die Parteien zusammenarbeiten, wie sie mit der Regierung agieren und ob etwa doch Themen in den Vordergrund rücken oder wieder die Ausländeranfeindung wie 2017 im Mittelpunkt steht. Bei Themen müsste die SPÖ punkten können, aber dazu muss sie lernen, geschickter zu agieren.

Für die Grünen spricht, dass das Umweltthema durch die wöchentlichen Demos am Freitag aktuell ist wie noch nie und der Rückenwind kann leicht bis in den Herbst anhalten. Damit kommen die Grünen und NEOS auch als mögliche Partner für die ÖVP in Frage, sollte die wirklich klar gewinnen - nur: erstens hat sie noch nicht gewonnen und zweitens müsste die ÖVP dann die Ausländerthematik anders angehen und eine neue Umweltpolitik bieten, sonst sind die Grünen weg und NEOS wohl auch.

Zahlenquelle: neuwal.com

 

[Infoplattform Wissenswertes / 3. Juni 2019]

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