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Rohstoffpreise an den Börsen

Handel mit Edelmetalle, Erdöl und weiteren Rohstoffen

Die Preise für die Rohstoffe an den Börsen wurden viele Jahre durch Angebot und Nachfrage bestimmt, wobei die Nachfrage den tatsächlichen Bedarf dargestellt hatte. In der Zwischenzeit hat sich dieses sehr einfache Bild aber sehr verändert, zum Teil sogar dramatisch verändert, weil zusätzlich zu Angebot und Nachfrage die Spekulation und Profitdenken hinzugekommen sind.

Rohstoffe an den Börsen

Natürlich gab es die Spekulation schon immer und hat beim Goldpreis eine Rolle gespielt. Aber dass aufgrund der unsicheren Aktien die Anlegerinnen und Anleger neue Anlageformen für ihre Gelder suchen und dafür die Rohstoffe auswählen, ist noch sehr neu. Wie stark sich dieser Trend bereits durchgesetzt hat, zeigte das zweite Halbjahr 2007, als durch die Immobilienkrise in den USA und der daraus resultierenden Finanzkrise viele Anlegerinnen und Anleger ihre Gelder aus den Aktien herauslösten und auf Rohstoffe setzten.

Der Goldpreis verdoppelte sich beispielsweise, aber auch andere Metalle, selbst Rohstoffe der Nahrungsindustrie wie Soja erreichten Spitzenwerte. Auch das Erdöl erreichte neue Rekordhöhen und übertraf Anfang 2008 sogar erstmals die magische Marke von 100 US-Dollar, wobei viele Wirtschaftsbeobachter dies den Spekulanten zugeordnet haben, weil von den reinen Wirtschaftsdaten her gab es keinen Grund, warum das Erdöl plötzlich so teuer sein sollte.

Spekulation und Anlageform durch Rohstoffpreise

Somit sind die Rohstoffe zu einer beliebten Ausweichroute für die Geldanlage geworden, wenn die Aktienmärkte nicht die Sicherheit bieten, die man sich wünscht und wenn die Ertragsaussichten immer mehr nach unten korrigiert werden müssen. Dabei gibt es verschiedene Ansätze und auch verschiedene Arten, wie mit den Rohstoffen und ihren Werten umgegangen wird.

Beispiel Gold

Gold hat die Menschen seit jeher fasziniert und Gold ist auch an der Börse ein wichtiger Faktor, der das Image einer krisensicheren Währung hat. Gold wird von den Zentralbanken zur Absicherung eingesetzt und ist weiterhin ein Rohstoff, der für die Schmuckindustrie wesentlich ist. Dass dieser Rohstoff, der auch nicht auf den Bäumen wächst und ein Ablaufdatum hat, an den Börsen wichtig ist, ist nicht nur den vielen Goldringen geschuldet, sondern dem positiven Image und der wirtschaftlichen Bedeutung des Edelmetalls. Je größer die Krise, umso lieber parkt man sein Geld im Gold, bis die Krise vorbei ist. Erwähnt wurde oben das Jahr 2007, als der Goldkurs nach oben ging. Erwähnt werden muss aber auch das Jahr 2013, als die Eurokrise vorbei war und die Aktien wieder an Bedeutung gewannen. Prompt verlor Gold wie auch Silber und andere Edelmetalle deutlich an Wert.

Beispiel Erdöl

Beim Erdöl ist die Spekulation bösartiger. Während man beim Gold darauf hofft, sein Geld nicht zu verlieren und vielleicht von der Krise ein wenig zu profitieren, indem man beim Goldpreis und seinem Anstieg mitnascht, ist die Abhängigkeit vom Erdöl der Faktor, der beim Ölpreis eine Rolle spielt. Im Jahr 2008 kletterte der Ölpreis nicht nur über die Marke von 100 US-Dollar, er stieg bis auf 145 US-Dollar pro Barrel Rohöl, was bedeutet hatte, dass a) das Tanken extrem teuer wurde und b) damit alle Produkte teurer wurden. Denn die Zustellung wurde zu einem hohen Kostenfaktor - vom Liter Milch bis zum Holzschrank.

Das heißt, dass die Spekulation es sich zu Nutze machte, dass die Menschen abhängig vom Erdöl ergo Heizöl und Treibstoff sind. Die Inflationsrate stieg in Österreich zum Beispiel über vier Prozent - nur des Erdöls wegen.

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