Sie sind hier: Startseite -> Gesundheit -> E-Zigarette

E-Zigarette: Vorteile und Nachteile

E-Zigaretten: die zwei Seiten einer Medaille

Rauchen gilt seit Jahren als ungesund und wird für eine große Zahl unterschiedlicher Erkrankungen verantwortlich gemacht. Trotzdem raucht etwa ein Viertel der Bevölkerung in Österreich. Wie Statistik Austria ermittelt hat, rauchten im Jahr 2014 unter den Männern (ab 15 Jahre) 27 Prozent täglich. Bei den Frauen lag der Anteil mit 22 Prozent etwas niedriger. Erfreulich: Seit Beginn der Aufzeichnung ist der Anteil rauchender Männer in Österreich drastisch gesunken. In den 1970er Jahren rauchten etwa 4 von 10 Männern. Auf der anderen Seite ist der Anteil der Raucherinnen gestiegen.

Und zwar obwohl öffentliche Stellen – wie das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen – bereits seit Jahren vor dem Tabakrauchen warnen. Allein bei den chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen – kurz COPD – geht das Ministerium von einem Anteil der Raucher aus, der bei 90 Prozent liegt. Atemwegserkrankungen sind aber nur ein Bereich der Gesundheit, die vom „blauen Dunst“ nachteilig beeinflusst wird. Unzählige Substanzen im Tabakrauch schädigen die Organe. Die sogenannte E-Zigarette wird von Befürwortern als clevere Lösung gefeiert. Über das neue Tabakgesetz nimmt Österreich den Handel damit allerdings an die kurze Leine.

E-Zigarette

Die E-Zigarette hat sich mittlerweile als Alternative zum herkömmlichen Rauchen etabliert - doch ist sie tatsächlich weniger schädlich als herkömmliche Glimmstängel? Die Expertenwelt scheint sich diesbezüglich noch nicht einig zu sein.

Wie funktioniert die E-Zigarette?

E-Zigaretten – auch bekannt als E-Tschick oder elektronische Tschick – sind vor wenigen Jahren massentauglich geworden. Das Konzept wirkt von außen betrachtet wie das Rauchen einer Zigarette. Allerdings wird nicht nikotinhaltiger Rauch inhaliert. In der E-Tschick wird eine Flüssigkeit – das Liquid – an einem Verdampfer umgesetzt.

Anschließend inhaliert der Nutzer den Dampf – und keinen Rauch. Der Verdampfer ist letztlich nichts weiter als ein Heizelement, welches über einen Akku mit Strom versorgt wird. Das Liquid besteht aus verschiedenen Substanzen, wie

  • Nikotin (nicht zwingend erforderlich)
  • Aromen
  • Propylenglycol
  • Glycerin usw.

Je nach Erfahrung des Anwenders kann ein fertiges Liquid aus dem Handel oder eine selbst angefertigte Mischung verwendet werden.
E-Zigarette vs. herkömmliche Zigarette
Die E-Zigarette wird nicht erst seit Inkrafttreten des neuen Tabakgesetzes in Österreich diskutiert. Bereits seit Jahren streiten Kritiker und Befürworter miteinander. Und jede Partei führt regelmäßig ihre ganz eigenen Studien und Untersuchungen ins Feld. So legt eine Veröffentlichung für Public Health England nahe, dass die Auswirkungen der E-Tschick im Vergleich zu den gesundheitlichen Auswirkungen des „klassischen“ Nikotinkonsums deutlich weniger gravierend ausfallen.

Auf der anderen Seite wird von Kritikern gern darauf verwiesen, dass E-Zigaretten den Einstieg in den Konsum von Tabakwaren erleichtern. Wer hat Recht? Prinzipiell geht die eingangs erwähnte Studie auch für die E-Tschick von einer gewissen Gesundheitsgefährdung aus. Aber: Die Autoren gehen von einer 95 Prozent höheren Sicherheit aus. Gerade für den Schutz von Kindern und der Anwender weisen die Autoren aber auch darauf hin, dass weiterhin an entsprechenden Standards in Verpackung und Qualität zu arbeiten ist.

Was sollte beim Konsum beachtet werden?

Vor dem Hintergrund des neuen Tabakgesetzes ist nach wie vor ein gewisses Verunsicherungspotenzial vorhanden. Wer die E-Tschick nutzen will, muss – aufgrund des Versandhandelsverbots – als Konsument bisher keine Konsequenzen fürchten. Die neuen Regelungen sehen Strafen an dieser Stelle ausschließlich für Händler, die Produkte im Versandhandel an Endkunden abgeben, vor.

Als Konsument sollte dennoch auf einige Punkte geachtet werden. Das gesamte Equipment – natürlich besonders die Liquids – muss für Kinder unerreichbar verwahrt werden. Darüber hinaus kann es bei einer falschen Anwendung der E-Tschick zum sogenannten Dry Hit kommen. Dieser entsteht, wenn nicht ausreichend Liquid nachströmt, und verursacht die Produktion von Reizstoffen. Vermieden wird der Dry Hit durch ein ausreichend mit Liquid gefülltes Depot.

Tipp: Liquids werden in verschiedenen Stärken angeboten. Idealerweise beginnen Einsteiger mit einer niedrigen Nikotinkonzentration.

rauchen mit E-Zigarette
Rauchen ist in Österreich nach wie vor ein sehr wichtiges Thema. Doch wie wird man in Zukunft damit umgehen? Diese Frage scheint die Gesellschaft noch nicht geklärt zu haben.

Fazit: Die Situation rund um die E-Tschick bleibt in Österreich angespannt

Rauchen gefährdet nicht nur die Gesundheit der Tabakraucher, sondern auch die ihrer Umgebung – Stichwort Passivrauchen. Zudem ist der Konsum von Tabakwaren eine Belastung für die öffentlichen Gesundheitssysteme. Kein Wunder also, dass Nichtraucherschutz und Maßnahmen gegen den blauen Dunst in den letzten Jahren auch in Österreich immer stärkere Ausmaße angenommen haben. Die E-Tschick ist in den Augen der Befürworter die Möglichkeit, Rauchern einen Weg aus der Sucht zu zeigen. Doch Kritiker sind gegen die E-Zigarette. Beobachter der Situation in Österreich sehen am Ende zwei Seiten einer Medaille. Und nehmen ein Tabakgesetz wahr, welches gerade mit dem Versand der E-Tschick sehr restriktiv umgeht. An dieser Stelle ist es nicht verwunderlich, dass einige Stimmen behauptet, die Schutzargumente würden nur vorgeschoben. Zumal Studien durchaus ein niedriges Gefährdungspotenzial nahelegen. Letztlich bleibt die E-Zigarette in Österreich umstritten.

Bildquellen:
Abbildung 1: © lindsayfox (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: © Comfreak (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Wenn Dir der Artikel gefallen oder geholfen hat, teile ihn mit Freunden:

Kommentar schreiben




Spamschutz: bitte folgendes Wort in das nächste Feld eingeben: nospam

Bisherige Kommentare (0)

Seiten: