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Windkante im Straßenrennen

Windkante durch seitlichem Gegenwind

Eine sehr umstrittene taktische Variante im Straßenradsport ist das Ausnützen einer Windkante, um die Gegner in die Defensive zu zwingen. Um die Windkante ausnützen zu können, braucht es eine starke Mannschaft und gute Vorbereitung, ansonsten schlägt das Vorhaben fehl, aber wenn es gelingt, kann das große Folgen haben.

Windkante im Straßenrennen

Was genau ist eine Windkante? Wenn ein großes Fahrerfeld, beispielsweise bei den Eintagesrennen oder bei einer Etappe einer großen Rundfahrt, auf seitlichem Gegenwind trifft, der sehr stark bläst, dann fahren die Radprofis nicht hintereinander, sondern seitlich versetzt.

Wenn beispielsweise der Wind von vorne links kommt, dann fährt jeder Radprofi hinten rechts hinter dem Vordermann. Das hat zur Folge, dass irgendwann ein Radprofi am ganz rechten Rand der Fahrbahn unterwegs ist und der nach ihm folgende Profi keinen Platz mehr hat, um sich in der typischen Position anzuhängen. Er muss eine neue Reihe bilden, weil für ihn in dem sich bildenden Kreisel kein Platz mehr ist und damit ist er Opfer der Windkante geworden. Das muss jetzt noch nicht bedeuten, dass man abgehängt wird, doch die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Windstärke und dem Rennverhalten der Mannschaften.

Einzelne Radprofis haben von dieser Situation normalerweise wenig, doch wenn eine ganze Mannschaft diese Situation ausnützt, kann das Ergebnis einen nachhaltigen Effekt haben. In den letzten Jahren hat es einige Beispiele im modernen Radsport gegeben, wo Top-Favoriten auf Etappen der Tour de France durch eine Windkante viel Zeit verloren haben.

Beispiele für Windkanten im Radsport

Das Team von CSC hat mehrfach vorexerziert, wie man die Windkante ausnützen kann. Das Team hat sich an der Spitze des Hauptfeldes eingereiht und enormes Tempo angeschlagen. Diese Tempoverschärfung kombiniert mit dem starken seitlichen Gegenwind sorgte dafür, dass CSC aus dem Hauptfeld zwei Hauptfelder machte, weil die weiter hinten postierten Fahrer völlig überrascht wurden.

So waren einige Fahrer, die für die Gesamtwertung in Frage kamen, im zweiten Feld, das in einem Fall mit sehr viel Kraft, die später in den Bergetappen fehlen könnte, das Loch zum ersten Feld zufahren mussten. Im zweiten Fall kam es sogar zu einem so großen Abstand durch die Windkante, dass die Fahrer Zeit in der Gesamtwertung einbüßen mussten, weil der Abstand bis ins Ziel nicht mehr aufgeholt werden konnte.

Bei einem Eintagesrennen ist das Rennen meist gelaufen, wobei die Windkante dabei eher selten angewandt wird. Wesentlicher ist die Windkante bei einer großen Rundfahrt. Gerade bei der Tour de France hat es schon einige Situationen gegeben, bei denen selbst unter Mithilfe von Kollegen ein Topfavorit eine Minute oder mehr an Zeit verloren hatte. Alejandro Valverde ist dies schon mehrfach passiert, aber auch anderen wirklich starken Fahrern. Es gibt bei sehr heftigem Wind auch die Situation, dass das Verfolgerfeld sich nochmals teilt und es gab schon Etappen, in denen man überhaupt nicht mehr wusste, wer wo ist, weil sich das sonst so große Hauptfeld in fünf oder mehr einzelne Gruppen aufgeteilt hatte.

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