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Karenzzeit und Radsport

Karenzzeit: Zeitspanne nach dem Sieger

Bei einem Eintagesrennen braucht man die Karenzzeit nicht, denn es zählt fast immer nur der Sieger und ob man dann als 20. zeitgleich ins Ziel kommt oder als 100. mit zehn Minuten Rückstand spielt kaum eine Rolle. Ganz anders sieht die Sachlage aus, wenn man an einer Rundfahrt mit mehreren Etappen teilnimmt.

Karenzzeit bei Etappenrennen

Die Karenzzeit ist nämlich jene Zeitspanne, die nach der Zieldurchfahrt des Etappensiegers verstreichen darf, bis man selbst ins Ziel kommt. Überschreitet man die Zeit, dann scheidet man aus dem Rennen aus, das bedeutet, dass man am nächsten Tag nicht mehr am nächsten Teilstück mitwirken darf. Die Rundfahrt ist dann beendet.

Besonders wichtig ist die Karenzzeit bei den Bergetappen. Als Beispiel kann man sich eine schwere Bergetappe bei der Tour de France vorstellen, bei der natürlich die Bergfahrer und jene Radprofis, die um die Gesamtwertung kämpfen, weit schneller sind, als die schweren und wuchtigen Sprinter, die sich auf den langen Anstiegen hinauf zu den Pässen der Alpen oder Pyrenaen natürlich viel mehr plagen müssen. Sie werden recht bald abgehängt, bilden ein Gruppetto und fahren gemeinsam kontrolliert bis ins Ziel mit der Aufgabe, die Karenzzeit nicht zu überschreiten.

Hier gibt es drei Faktoren - einerseits die Zeit des Siegers, zum zweiten die Schwierigkeit der Etappe und zum dritten den Bus. Der Bus oder das Gruppetto ist eine Zusammenkunft von Sprinter und formschwachen Fahrern, die ein gemäßigteres Tempo über die Pässe anschlagen, um gesichert das Ziel zu erreichen. Man darf den Bus nicht unterschätzen, denn das Tempo, dass diese Fahrer wählen, ist für Hobbyfahrer immer noch Wunschdenken, aber dennoch kommen diese Fahrer oftmals 30 oder 40 Minuten später ins Etappenziel als der Etappensieger.

Karenzzeit und Berechnung

Die Karenzzeit bestimmt nun, welche Fahrer aus dem Rennen ausscheiden und wer am nächsten Teilstück weiterfahren darf, wobei es auch Ausnahmen gibt. Es gab schon Bergetappen, die so schnell an der Spitze gefahren wurden, dass man das halbe Feld ausschließen hätte müssen. In solch einem Fall wird eine Ausnahme gemacht und die Karenzzeit erhöht. Diese berechnet sich üblicherweise durch einen Prozentschlüssel. Bei schweren Bergetappen geht man von etwa 20 % der Zeit aus, die der Nachzügler länger brauchen darf als der Etappensieger, abhängig auch von der Durchschnittgeschwindigkeit des Siegers.

Das heißt, dass die Geschwindigkeit ein Faktor ist, die Schwierigkeit der Strecke ein weiterer. Bei einer Flachetappe wird man kaum um eine halbe Stunde abgehängt, es sei denn, man war gestürzt und muss alleine ins Ziel fahren. Das kann das Ende der Rundfahrt sein. Bei Mittelgebirgsetappe sind ein paar Minuten Rückstand auch noch nicht das Problem. Bei den Hochgebirgsetappen wird es schon schwieriger, denn alleine auf einem steilen und langen Berg kann man bei einer Schwäche sehr viel Zeit verlieren. Rückstande von 25 bis 40 Minuten sind immer wieder anzutreffen und hier gilt die Karenzzeit besonders.

Es ist natürlich auch eine Frage des Fahrstils. Wenn sich die Favoriten belauern und bis zum vorletzten Berg keine Angriffe initiieren, dann ist das für die Sprinter hervorragend. Sie können im Feld mitrollen, das nicht die höchste Geschwindigkeit anschlägt und haben keine Mühe, innerhalb der Karenzzeit das Ziel zu erreichen. Wenn aber von der ersten Welle an mit höchstem Tempo gefahren wird, wird es für die Sprinter und formschwächere Teilnehmer eng. Sie verlieren bald den Kontakt und büßen bis zum Ziel richtig viel Zeit ein.

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