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Fluchtgruppe beim Radrennen

Fluchtgruppe: dem Hauptfeld enteilt

Das Hauptfeld in einem Straßenrennen setzt sich aus den Mitgliedern aller Teams zusammen, die gemeinsam beim Start losfahren. Schon gleich nach dem Start beginnen die ersten Radprofis mit Attacken, um sich aus dem Feld zu lösen. Ihr Ziel ist es, eine Fluchtgruppe zu bilden, um gemeinsame Sache zu machen und schneller als das Hauptfeld zu fahren.

Fluchtgruppe im Straßenrennen

Dieser Prozess kann sehr mühsam und anstrengend sein, denn im Hauptfeld schaut man ganz genau, wer in der Fluchtgruppe enthalten ist. Dabei hängt es aber auch davon ab, ob es sich um ein Etappenrennen oder um ein Eintagesrennen handelt. Bei einem Eintagesrennen spielt die Zusammensetzung keine so große Rolle, wenn es noch 200 Kilometer bis ins Ziel sind.

Handelt es sich aber um ein Etappenrennen und einer der besten Fahrer aus der Gesamtwertung nimmt am Fluchtversuch teil, dann fahren die Kollegen des Gesamtführenden oder der anderen gut klassierten Favoriten hinterher und verhindert das Bilden der Fluchtgruppe. So kann es viele Versuche geben, bis sich eine Gruppe gebildet hat, mit der das Hauptfeld einverstanden ist. Neben den Klassementfahrern und ihren Mannschaften sind es auch andere Motivationen, die den Prozess erschweren. Fahrer, die unbedingt in der Gruppe sein wollen, attackieren später aus dem Hauptfeld, um zur Gruppe zu stoßen, was bedeuten kann, dass die Gruppe zu groß wird.

Hat sich eine Fluchtgruppe gebildet, dann baut sie den Vorsprung auf das Hauptfeld schnell aus. Im Hauptfeld wird nicht geschlafen, aber man lässt die Gruppe gewähren. Je näher es aber zum Ziel kommt, umso schneller wird der Vorsprung kleiner, denn im Hauptfeld beginnen die Sprintermannschaften für ihre Kapitäne zu arbeiten, was bedeutet, dass sie sich an der Spitze des Hauptfeldes ablösen und sehr hohes Tempo fahren.

Fluchtgruppe und Renntaktik

Die Fahrer in der Fluchtgruppe sind von der langen Flucht müde, während die Fahrer an der Spitze sich im Hauptfeld im Windschatten ausruhen konnten. Natürlich sind sie genauso viele Kilometer recht zügig gefahren, aber der Kraftaufwand war viel geringer. Und so können sie auch deutlich schneller fahren, weshalb es meistens so ist, dass Fluchtgruppen punktgenau ein paar Kilometer vor dem Ziel gestellt werden und das Hauptfeld den Massensprint vorzubereiten beginnt. Der Funk, mit dem die Fahrer mit ihren Mannschaftsbossen verbunden sind, ermöglicht heute punktgenaue Informationen und so kann man die Aufholjagd gut gestalten. Aber auch ohne Funk, der mittlerweile mehrfach auch verboten wurde, ist die Kommunikation so gut, dass die Fahrer wissen, wie es um die Rückstände steht.

Die Chancen der Fluchtgruppe hängen von der Rennsituation und dem Rennen selbst ab. Es ist auch bei einer Tour de France schon vorgekommen, dass eine Gruppe mit einer halben Stunde Vorsprung das Ziel erreichen konnte. Es regnete und das Hauptfeld hatte einfach keine Lust und in der Fluchtgruppe waren keine gefährlichen Leute. Aber meist werden die Flüchtenden gestellt.

Bei einer Bergetappe hängt es eher davon ab, wer von den Favoriten vorne liegt. Ob da ein Rennfahrer acht Minuten früher das Ziel erreicht hat, ist egal. Daher ist es öfter so, dass auf Bergetappen Fluchtgruppen erfolgreich abgeschlossen werden können als in der Ebene, weil dort die Sprinter gewinnen wollen. Allerdings sind die Bergetappen sehr anstrengend und daher fehlt oft am Schluss die Kraft, um sich vor dem kleiner werdenden Favoritenfeld zu behaupten, das mit hoher Geschwindigkeit in den letzten Berg fährt, zum Beispiel bei einer Bergankunft.

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