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Treibstoffe drücken Inflationsrate im Mai 2020 auf 0,7 %

Erwarteter Rückgang bei der Inflation

Der Mai 2020 zeigte ein klares Bild über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise, denn durch das Schließen der meisten Geschäfte und die Reisebeschränkungen ging die Nachfrage bei den Treibstoffen nach unten und das wirkte sich natürlich auch auf den Ölpreis aus. So ist es keine Überraschung, dass die Statistik Austria für den Monat Mai 2020 eine Inflationsrate von 0,7 % nach 1,5 % im April errechnet hatte. Allerdings wäre die Inflationsrate ohne die Treibstoffe ähnlich wie im April gelagert gewesen, wenngleich viele Preise nicht in gewohnter Weise erhoben werden konnten und man frühere Werte herangezogen hat.

Beim Mikrowarenkorb für den typischen täglichen Einkauf gab es eine Inflationsrate von 2,1 % nach 3,2 % im April. Die Treibstoffe wirken sich hier kaum aus, die Lebensmittel stiegen nicht mehr so stark wie noch im April. Beim Miniwarenkorb für den typischen wöchentlichen Einkauf gab es hingegen ein deutliches Minus von 3,1 % nach einem Minus von 1,1 % im April, weil die Treibstoffe hier sehr wohl berücksichtigt sind.

Inflation im Mai: Hauptpreistreiber

Wenig geändert hat sich beim Hauptpreistreiber, der weiterhin die Gruppe "Wohnung, Wasser, Energie" ist. Durchschnittlich stiegen die Preise um 2,2 %, wobei die Instandhaltung der Wohnungen um 3,3 % teurer wurden, die Mieten stiegen um 3,2 % an. Die Energie war fast preisstabil mit einem leichten Minus von 0,4 %, aber man muss hier schauen, inwieweit man betroffen ist. Denn der Strompreis zog deutlich mit 7,0 % gegenüber dem Mai 2019 an. Die festen Brennstoffe wurden um 1,3 % teurer, die Fernwärme um 0,8 %. Gas wurde hingegen um 0,9 % günstiger. Und dann gibt es natürlich das Heizöl, das durch den deutlich geringeren Ölpreis um gleich 28,9 % günstiger wurde und damit den teureren Strompreis kompensiert hatte.

Weitere Ausgabengruppen

In der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" gab es einen durchschnittlichen Anstieg der Preise um 1,3 %. Damit hatte sich der Trend vom April nicht fortgesetzt, als diese Gruppe plötzlich um 2,6 % höhere Preise ergeben hatte. Fleisch war um 2,7 % teurer als im Mai 2019, Milch, Käse und Eier waren um 2,4 % teurer, Obst um 3,4 % sowie Brot und Getreideprodukte um 1,0 %. Gemüse wurde um 1,8 % günstiger. Die alkoholfreien Getränke waren fast preisstabil mit einem Plus von 0,6 %.

Bei "Waren und Dienstleistungen" gab es einen durchschnittlichen Preisanstieg von 1,7 %. Die Versicherungen wurden um 1,3 % teurer. Friseure und Kosmetiksalons wurden um 2,9 % teurer.

Bei "Nachrichtenübermittlung" gab es hingegen um 4,6 % geringere Preise. Die Telefon- und Telefaxdienste wurden um 3,3 % günstiger als im Mai 2019, die Mobiltelefone gar um 11,4 %.

Auch bei "Bekleidung und Schuhe" gab es einen Rückgang der Preise um 2,7 %. Die Bekleidungsartikel waren im Mai 2020 um 3,0 % günstiger als im Mai 2019, die Schuhe wurden um 2,0 % günstiger.

Bei der Gruppe "Verkehr" gab es ein Minus von durchschnittlich 3,1 %. Natürlich lag das an den Treibstoffpreisen, die im Jahresvergleich um 21,1 % nachgegeben haben. Neue Kraftwagen kosteten um 3,6 % mehr, Reparaturen gar um 4,0 % mehr.

Datenquelle: http://www.statistik.at

 

[Infoplattform Wissenswertes / 17. Juni 2020]

Entwicklung Inflationsrate nach Jahr sortiert

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      Inflation in Österreich im Mai 2020Artikel-Thema: Treibstoffe drücken Inflationsrate im Mai 2020 auf 0,7 %

      Beschreibung: Die Inflation ging in Österreich im Mai 2020 auf 0,7 % deutlich zurück, weil durch die Corona-Krise die Treibstoffe stark nachgegeben haben.

      letzte Bearbeitung war am: 17. 06. 2020