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ATX: Aktienindex der Wiener Börse

Börse mit langer Tradition

Die Wiener Börse ist eine der ältesten Börsen weltweit. Sie wurde auf Initiative von Kaiserin Maria Theresia 1771 gegründet. Rasch wurde die Wiener Börse zum wichtigsten Finanzzentrum der Monarchie und stellte den Dreh- und Angelpunkt vom Kapitalmarkt für Mittel- und Osteuropa dar.

Obwohl schon so lange im Einsatz, dauerte es bis zum Jahr 1968, also fast zwei Jahrhunderte, ehe der WBI (Wiener Börse Index) als erster Aktienindex eingeführt wurde. Dieser Index wurde im Jahr 1991 vom heute bekannten ATX abgelöst. Der ATX (Austrian Traded Index) umfasst die 20 größten und umsatzstärksten Aktien der Wiener Börse. Der Einführung des ATX ging ein Anstieg des Aktienhandels Mitte der 1980er-Jahre voraus, der durch ausländische, positive Analysen ausgelöst wurde. Auch große, verstaatlichte Betriebe notierten wieder an der Börse und der Umsatz vervielfachte sich.

Seither ist der ATX eine wichtige Kennzahl der Finanzwelt in Österreich. Obwohl medial stark vertreten, sind die Österreicherinnen und Österreich nur bedingt für den ATX zu gewinnen. Daher veranstaltet die Wiener Börse regelmäßig Events wie Roadshows und andere Informationsveranstaltungen, um den Zuspruch für das Investieren und Anlegen in Aktien auch in Österreich zu erhöhen.

Nachstehend finden Sie den aktuellen Kurs des ATX als Chart, zur Verfügung gestellt von ariva.de.

ATX-Kursentwicklung

ATX und seine Entwicklung

Der ATX an der Wiener Börse erlebte sein bisheriges Allzeithoch im Vorfeld der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Zu dem Zeitpunkt stieg der Aktienindex auf über 5.000 Punkte und von solchen Werten konnte in den nächsten Jahren nur geträumt werden. Zwar hatten die großen Börsen wie der Dow Jones Index in New York oder der DAX in Frankfurt auch starke Verluste zu verkraften, aber man kam viel schneller wieder in die Gänge und erlebte zum Beispiel in den Jahren 2015 und 2016 einen rasanten Aufschwung mit einigen Allzeithochs, während der ATX nicht einmal bei der Hälfte des Werte von 5.000 Punkten landen konnte.

Kurzfristig war man auf 2.700 Punkte gestiegen, meist lag der ATX unter 2.500 Zähler und nach oben ging es nicht wirklich. Neben lokalen Gründen wie geringerer Auftragslage ist auch die enge Verknüpfung zu Ost- und Südosteuropa ein Thema. Da Österreich traditionell gute Verbindung hat, waren auch viele Unternehmen in diesem Bereich eingestiegen und durch die Krise hatte sich die Erfolgsaussicht teilweise in ein Debakel umgedreht, was vor allem am Bankensektor zu spüren war. Daher sind auch die Rahmenbedingungen im unmittelbaren Umfeld wesentlich für Erfolg oder Misserfolg einer Börse, wie man gut beim ATX im Vergleich zum DAX ablesen konnte.

Das Beispiel zeigt aber auch, dass es nicht richtig ist, dass die großen Börsen vorgeben und alle nachmachen. Zwar sind Abstürze von großen Börsen auch bei kleineren zu erkennen, aber manchmal gehen die Entwicklungen völlig unterschiedliche Wege, abhängig von der nationalen Entwicklung in Wirtschaft und Innovation.

Siehe auch:

DAX der Frankfurter Börse
Dow Jones Index der Wall Street



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