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Hurrikan Michael

Landfall im Südosten der USA erwartet

Während der Hurrikan Leslie mal als Tropensturm und mal als Hurrikan östlich der Bermudas im Atlantik sein Unwesen trieb und treibt, bildete sich ein weiteres Tiefdruckgebiet vor der Küste von Mexiko, genauer vor der Halbinsel Yucatan, die immer wieder von Wirbelstürmen überquert wird. Am 8. Oktober 2018 war es so weit und aus dem Tiefdruckgebiet wurde der nächste benannte Wirbelsturm namens Michael.

Hurrikan Michael: erste Prognose

Hurrikan MichaelNach der Entstehung des Wirbelsturms befand sich Michael genau zwischen der Halbinsel Yucatan im Westen und Kuba im Nordosten, wobei beides optionale Ziele hätten sein können. Doch der Tropensturm Michael hat ein anderes Ziel und zwar im Norden. Laut der ersten Prognose zieht der Wirbelsturm nämlich direkt nach Norden und wird wohl entlang von Florida Richtung Festland streben, um im Grenzgebiet der US-Bundesstaaten Florida und Georgia auf Land zu treffen.

Bereits nach der Etablierung des Wirbelsturms hatte Michael Windgeschwindigkeiten um die 90 km/h aufbauen können, was für einen gerade erst entstandenen Tropensturm eine recht hohe Geschwindigkeit ist. Viele Tropenstürme haben gerade einmal 65 bis 70 km/h erreichen können und verstärkten sich in der Folge, Michael war sofort ein gefährlicher Sturm geworden und das Hurrikanzentrum geht davon aus, dass sich Michael bald zu einem Hurrikan verstärken wird und als solcher sollte er dann auch den Landfall durchführen. Allerdings, und das ist die gute Nachricht, sollte er binnen eines Tages nicht nur dann zum Tropensturm abgeschwächt weren, sondern weiter zur US-Ostküste ziehen. Nach zwei Tagen ist er dann im Atlantik zu finden, vermutlich nur noch als Rest des Wirbelsturms.

Der Landfall selbst ist für Mittwoch vorherberechnet.

Wie war es wirklich?

Schon innerhalb von 24 Stunden wurde aus dem Tropensturm Michael der Hurrikan Michael mit Windgeschwindigkeiten um die 130 km/h, aber über dem Golf von Mexiko wird er sich zu einem Major Hurricane, einen starken Hurrikan, verstärken zumindest also bis zur Stufe 3. Und mit dieser Wucht wird der Südosten der USA getroffen - wie die Prognose schon vorhersagte am Mittwoch und auch die Richtung blieb gleich. Getroffen wird wohl das Grenzgebiet von Georgia und Florida, aber auch der US-Bundesstaat Alabama wird viel Regen abbekommen. Die Florida Keys haben schon einmal viel Regen bezogen, während sich Michael weiter nach Norden bewegt hatte.

Noch am 9. Oktober 2018 verstärkte sich Michael deutlich auf Stufe 2 mit Windgeschwindigkeiten um die 170 km/h. Tags darauf war Michael der erwartete Major Hurricane mit Stufe 3 von 5 und zog weiter nach Norden, um noch am gleichen Tag den Landfall zu erleben. Danach sollte es rasch nach Nordosten weitergehen. Hurrikanstärke gibt es noch in Georgie, Tropensturmstärke ist für South Carolina und North Carolina angesagt, ehe Michael auf den Atlantik trifft.

Noch vor dem Landfall erhöhte sich die Windgeschwindigkeit auf über 200 km/h und der Hurrikan Michael erreichte damit Stufe 4 von 5. Weil aber der Golf von Mexiko um zwei Grad wärmer war als normal, beschleunigte sich die Verstärkung dieses Wirbelsturms in einer Art, wie man dies vorher nicht kannte. Es war in der ersten Prognose von einem Hurrikan der Stufe 3 die Rede, tatsächlich wäre es fast ein Hurrikan der Stufe 5 und damit der höchsten Stufe geworden. Man kann also auch formulieren, dass der Klimawandel mit den deutlich wärmeren Meerestemperaturen zu dieser schnellen Verstärkung von Hurrikan Michael geführt hat, denn mit fast 250 km/h Windspitze traf der Wirbelsturm in Florida an Land.

Getroffen wurde der Norden Floridas, wo Michael auch erwartet worden war, doch viele der 400.000 gewarnten Menschen waren daheim geblieben, statt die Flucht zu ergreifen, da man nicht mit so einem starken Wirbelsturm gerechnet hatte. Michael war der stärkste Wirbelsturm, den man bis dato in Florida gemessen hatte und er sorgte für riesige Schäden. Ein Mann wurde von einem umgestürzten Baum erschlagen, der auf sein Haus fiel, Häuser wurden abgedeckt, Straßen unter Wasser gesetzt. Ein Glück war, dass die Region weniger dicht besiedelt ist, doch das ganze Ausmaß wird man wohl erst in einem Tag ermessen können.

Hurrikan Michael selbst schwächte sich zu einem Hurrikan der Stufe 1 ab, war aber über dem US-Bundesstaat Georgia immer noch ein Hurrikan und sollte bald über South Carolina und North Carolina ziehen - dorthin also, wo Florence vor einem Monat das Land unter Wasser gesetzt hatte.

Stunden später am 11. Oktober 2018 hatte sich Michael zum Tropensturm abgeschwächt. Die Opferzahl erhöhte sich auf zwei Personen und etwa 400.000 Haushalte waren ohne Strom. Die Prognose behielt beim Durchzug des Wirbelsturms recht, denn schon am 12. Oktober 2018 befand sich Michael als abgeschwächter Tropensturm über Virgina und war im Begriff, den Atlantik anzusteuern. Bereits am Sonntag soll Europa erreicht werden, der Wirbelsturm ist mit 25 Meilen pro Stunde unterwegs und damit sehr schnell.

Das wiederum hatte den Vorteil, dass etwa Florida oder ein anderer Bundesstaat nicht lange Michael ausgesetzt war. Hochwasser gab es trotzdem, die Opferzahl blieb bei zwei Personen und das hätte viel schlimmer kommen können, denn viele blieben daheim und evakuierten nicht. Allerdings wurde die Bilanz Stunden später noch am 12. Oktober auf 11 Tote erhöht und die tatsächlichen Schäden wurden erst richtig offenbar. Einige Ortschaften wurden fast völlig zerstört, Häuser stürzten ein, manche stehen gerade noch so da und sind abzureissen. Michael selbst ist nicht mehr als Wirbelsturm eingestuft und hat den Atlantik erreicht. Der Rest des ehemaligen Wirbelsturms zieht mit 30 Meilen pro Stunde Richtung Osten und könnte bereits am Montag Portugal erreichen. Mit welcher Stärke, ist unklar.

Und am Abend des 12. Oktober 2018 löste sich Michael noch vor der Küste der USA gänzlich auf. Dass ein Rest des ehemaligen Hurrikans tatsächlich Europa erreichen könnte, ist fast auszuschließen.

Am 17. Oktober 2018 wurde eine neue Opferbilanz veröffentlicht, wonach 26 Menschen unmittelbar aufgrund von Hurrikan Michael ums Leben gekommen sind. Die Schäden gingen in die Milliarden Dollar.

 

[Infoplattform Wissenswertes / 17. Oktober 2018]

Ebenfalls interessant:

Alberto (Florida)

Tropensturm Alberto ist Ende Mai 2018 entstanden und war der erste benannte Wirbelsturm der Atlantische Hurrikansaison 2018, der in Florida die Landmassen erreichte.

Beryl (Kleine Antillen)

Der Hurrikan Beryl bildete sich am 5. Juli 2018 auf seinem Weg von Nordwestafrika zu den Kleinen Antillen und verstärkte sich rasch vom Tropensturm zum Hurrikan mit 130 km/h Windspitze.

Chris (US-Ostküste)

Der Hurrikan Chris bildete sich am 8. Juli 2018 vor der US-Ostküste bei South Carolina und sollte parallel zur Ostküste bis nach Neufundland streben, zog dann aber aber östlich davon Ri

Debby

Der Tropensturm Debby bildete sich am 7. August 2018 im Atlantik beim 50. Längengrad und brachte keinerlei Gefahr für Land und Leute mit sich.

Ernesto (Irland)

Am 15. August 2018 bildete sich der Tropensturm Ernesto im Atlantik, der statt zur US-Ostküste nach Europa und zwar nach Irland streben sollte.

Florence (US-Ostküste)

Am 1. September 2018 bildete sich der Tropensturm Florence im Atlantik vor Nordwestafrika, der letztlich als starker Hurrikan die US-Ostküste erreichte und unter Wasser setzte.

Gordon (USA)

Am 3. September 2018 entstand an der Südspitze von Florida der Tropensturm Gordon, der als eigentliches Ziel die Südstaaten von Louisiana und Mississippi hatte.

Helene

Am 7. September 2018 bildete sich der Tropensturm Helene im Atlantik vor der nordwestafrikanischen Küste und wurde ein Hurrikan, jedoch ohne Gefahr für Land und Leute.

Isaac

Am 9. September 2018 bildete sich der Wirbelsturm namens Isaac im Atlantik und zwar vor der Küste von Afrika, um direkt als Hurrikan in die Karbik zu ziehen.

Joyce

Am 13. September 2018 bildete sich im Atlantik der Tropensturm Joyce, der die Inselgruppe der Azoren ansteuerte, sich aber davor bereits deutlich abschwächte.

Kirk (Kleine Antillen)

Am 22. September 2018 entstand der Tropensturm Kirk im Atlantik vor der afrikanischen Küste und sollte nach Westen in die Karibik streben.

Leslie (Portugal)

Der Tropensturm Leslie entstand am 23. September 2018 im Atlantik auf Höhe der Bermudas und sollte keine Gefahr für Land und Leute darstellen, traf aber dann auf Portugal.

[aktuelle Seite]

Michael (Florida)

Der Wirbelsturm Michael bildete sich im Oktober 2018 bei der mexikanischen Halbinsel und wird nach Norden ziehen, um die US-Bundesstaaten Florida und Georgia zu treffen.

Nadine

Am 9. Oktober 2018 entwickelte sich der Tropensturm Nadine vor der afrikanischen Küste, stellte aber keine Gefahr für Land und Leute dar.

Oscar

Am 26. Oktober 2018 entwickelte sich aus einem Tiefdruckgebiet der Hurrikan Oscar im Atlantik, der aber keine Landmassen gefährden sollte.

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