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Major Hurrikan Matthew

Katastrophe in der Karibik

Während einige Wirbelstürme binnen weniger Stunden bis zwei Tage aus einem tropischen Tief entstehen können, gibt es andere, die mehrere Tage brauchen, um sich zu entwickeln. Ein solches Beispiel ist Matthew, ein benannter Wirbelsturm, der sich Ende September 2016 im Atlantik entwickelt hatte, aber erst bei den Kleinen Antillen den Status eines Tropensturms erreichen konnte.

Ursache 

Major Hurrikan MatthewWie so viele spätere Wirbelstürme in der Karibik entstand Matthew auch aus einem Tief vor der Küste von Nordwestafrika und zog in Richtung Westen und somit zur Karibik. Anfangs sah es nicht so aus, als würde sich ein gefährlicher Wirbelsturm bilden können, doch am 28. September 2016 war es soweit und beim Überqueren der Inselgruppe der Kleinen Antillen wurde der Status auf Tropensturm gesetzt. Die Prognose geht davon aus, dass sich der Tropensturm Matthew bald zu einem Hurrikan verstärken wird und dass er nach direkter westlicher Richtung einen Schwenk nach Nordwest bis Nord macht, was ihn direkt auf Jamaika bringen würde. 

Wie schon in der Prognose angekündigt, verstärkte sich der Wirbelsturm Matthew rasch und zwar innerhalb von 24 Stunden zu einem Hurrikan der Stufe 1. Weiterhin ist die Route über Jamaika zu erwarten, danach soll es über Kuba nach Norden gehen. Ob die US-Ostküste dann das nächste Ziel ist, kann noch nicht abgeschätzt werden. Aber die Entwicklung wurde beim Monatswechsel von September auf Oktober deutlich dynamischer und der Wirbelsturm wurde zur höchsten, der fünften, Stufe hochgestuft. Denn die Windgeschwindigkeit hatte sich auf 240 km/h erhöht und die Küste Kolumbiens wurde zum ersten Ziel.

Weiterhin sollte dann aber Jamaika und Kuba getroffen werden und zwar als starker Hurrikan (Major Hurricane) zumindest mit Stufe 3, womit das Gefahrenpotential sehr hoch ist. Man sprach bereits vom stärksten Hurrikan seit dem Jahr 2007 und die nächste Prognose verschärfte das Bild: Matthew würde als Hurrikan der Stufe 3 oder 4 einerseits Jamaika voll treffen, andererseits eine Schneise zwischen Kuba im Westen und Haiti sowie der Dominikanischen Republik im Osten ziehen und als Hurrikan dann weiter nach Norden streben, sodass auch die US-Ostküste getroffen werden könnte.

Am 4. Oktober 2016 wurde eines Gewissheit, nämlich dass der Hurrikan mit 230 km/h Windgeschwindigkeit auf Haiti traf. Jenes Land, in dem nach dem katastrophalen Erdbeben von 2010 immer noch viele Menschen obdachlos sind, wurde damit zum Ort für die nächste Katastrophe, wobei das genaue Ausmaß erst später erkennbar sein wird. Kurz darauf wurde auch Kuba getroffen, wo man sich aber gut vorbereiten konnte. Dennoch waren die Zerstörungen erschreckend - ganze Dörfer wurden komplett zertrümmert. Hätte man nicht eine Million Menschen evakuiert, wäre die menschliche Katastrophe auch groß geworden.

Die weitere Zugrichtung brachte Matthew nach Florida und an die US-Ostküste. Florida wurde zwar nur gestreift, dennoch gab es viele Überflutungen. Der Hurrikan schwächte sich auf Stufe 3 und weiter auf Stufe 2 ab und zog nach Georgia, South und North Carolina, wobei er kurzfristig auch an Land trat. Er zog am 8. Oktober 2016 wieder auf das Meer hinaus und wurde am 9. Oktober als post-tropischer Sturm abgestuft, der nach Osten zieht, nördlich der Bermuda-Inseln und somit keine Gefahr mehr für Land und Leute darstellt.

Fazit 

In Kolumbien ist als Folge des Hurrikan Matthews ein Mann durch Hochwasser ertrunken, auch in St. Vincent auf den Grenadinen und vor Haiti starb ein Mensch. Tote gab es auch in der Dominikanischen Republik und insgesamt lag die Opferzahl zum 5. Oktober 2016 bei neun Menschen. Tags darauf waren schon 26 Tote gemeldet worden, alleine 22 starben auf Haiti. Am 7. Oktober waren es bereits über 300 Tote,  die gemeldet wurden, die meisten auf Haiti, wo manche Dörfer anfangs gar nicht erreichbar waren - so sehr war die Infrastruktur wie die Straßenwege zerstört worden. Nur Stunden später war die Bilanz noch dramatischer mit zumindest 800 Tote nur alleine auf Haiti. Allerdings widersprechen sich die Zahlen. Offiziell wurden per 9. Oktober 336 Menschen als tot gemeldet, einige Medien berichten von 900 Toten und die Hilfsorganisationen befürchteten einen weiteren Anstieg. Begründet wird der Unterschied auch damit, dass die Zerstörung so groß war, dass manche Regionen vorerst gar nicht erreichbar waren. Das genaue Ausmaß wird man wohl erst in Wochen kennen.

Am 10. Oktober waren aber auch offiziell über 1.000 Tote auf Haiti gemeldet worden und das war wohl noch nicht die letzte Nachricht zu dieser Katastrophe.

Der Sachschaden durch den Hurrikan ist generell sehr groß - von Haiti bis Kuba wurden ganze Dörfer zerstört, auf Haiti wurden die notdürftigen Unterkünfte nach dem Erdbeben von 2010 Opfer von Hochwasser und Sturmböen. Und auch in den gut vorbereiteten US-Bundesstaaten gab es zumindest fünf Todesopfer und jede Menge Überflutungen sowie hunderttausende Haushalte ohne Strom, weil Bäume ausgerissen wurden und die Stromleitungen unterbrochen haben.

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