Sie sind hier: Startseite -> Wetter / Klima -> Wirbelstürme -> Hurrikan -> Hurrikan Liste 2019 -> Hurrikan Dorian (Bahamas, USA)

Hurrikan Dorian

Puerto Rico und US-Ostküste

Die Hurrikansaison 2019 war bis zum August 2019 auffällig ruhig, aber gegen Ende August entstand doch eine gefährliche Dynamik. Der Tropensturm Chantal war noch von der ungefährlichen Sorte und zog hinaus in den Atlantik, doch der vierte benannte Wirbelsturm brachte schon mehr Gefahrenpotential und wurde Dorian genannt.

Hurrikan Dorian: Prognose und Entwicklung

Hurrikan DorianDer oft zu beobachtende Fall im Atlantik und der Karibik ist jener, dass ein Tiefdruckgebiet über Nordwestafrika aufgebaut wird, das das Wasser erreicht und dann nach Westen in Richtung Karibik, manchmal auch nach Nordwesten oder Norden zieht. Der Zug nach Westen führt zur Inselgruppe der Kleinen Antillen und dann weiter zu den Inselstaaten und genau dieser Weg war auch dem Wirbelsturm Dorian vorgezeichnet.

Mit recht hoher Geschwindigkeit zog das Tiefdrucksystem ab dem 23. August nach Westen und wurde am 25. August 2019 zum Tropensturm Dorian. Die Prognose geht davon aus, dass es nicht beim Tropensturm bleibt, sondern nach dem Passieren der Kleinen Antillen wird Dorian zum Hurrikan und mit Windgeschwindigkeiten um die 130 km/h wird Puerto Rico südlich gestreift. Das Ziel laut Prognose dürfte die Dominikanische Republik sein, wobei sich dann der Wirbelsturm wieder zum Tropensturm abgeschwächt haben könnte. Der Landfall ebendort wird für den Donnerstag, den 29. August erwartet.

Am 26. August verstärkte sich der Tropensturm auf Windgeschwindigkeiten um die 80 bis 90 km/h, womit die Hurrikanstärke wohl erreicht werden könnte. Die Kleinen Antillen werden aber noch als Tropensturm überquert werden. Und das geschah am 27. August, wobei sich der Tropensturm sogar leicht abgeschwächt hatte, bevor die Inselgruppe erreicht war.

Planänderung: US-Ostküste als Ziel

Aber die Prognose musste schon stark korrigiert werden, denn an sich sollte der Tropensturm Dorian jetzt zum Hurrikan werden und südlich von Puerto Rico Richtung Dominikanische Republik ziehen. Es sieht aber nach den Prognosen vom 28. August so aus, dass Dorian östlich von Puerto Rico nach Norden zieht und damit die Dominikanische Republik gar nicht trifft, weil es danach Richtung Nordwest bis West geht, was direkt an die US-Küste führen würde - und zwar mit Hurrikanstärke. Das Ziel könnte dann Florida sein.

Am 28. August 2019 streifte der Wirbelsturm Puerto Rico, wobei er sich zum Hurrikan der Stufe 1 mit 130 km/h Windgeschwindigkeit verstärkt hatte. Es gab aber auf Puerto Rico keine Probleme und die Warnung konnte am 29. August aufgehoben werden. Weiterhin gilt Florida als Ziel, der Landfall könnte am Sonntag, den 1. September 2019 erfolgen.

Am 30. August 2019 verstärkte sich Dorian zu einem Hurrikan der Stufe zwei mit über 160 km/h Windgeschwindigkeiten und in den Folgestunden sollte Stufe 3 erreicht werden. Damit ist der Hurrikan ein Major Hurrikan, also ein besonders starker Wirbelsturm. Dorian befindet sich zu diesem Zeitpunkt nördlich der Dominikanischen Republik mit der erwarteten Zugrichtung nach Westen. Theoretisch könnte ein Schwenk nach Südwest und Kuba erfolgen, aber es wird wohl Florida das Ziel sein, wo man sich schon mit Einkäufen eindeckt und Türen sowie Fenster absichert. Am Sonntag sollte Dorian dort ankommen.

Ostküste erreicht, kurzer Landfall in North Carolina

Am 31. August 2019 erreichte der Hurrikan bereits die Stufe 4 von 5 mit Windgeschwindigkeiten um die 200 km/h und die Fläche, die der Wirbelsturm eingenommen hatte, war bereits riesengroß. Entsprechend hoch ist das Gefährdungspotential, wobei sich Hurrikan Dorian bereits den Bahamas zugewendet hat. Danach geht es nach Florida, allerdings könnte es sein, dass der Hurrikan entlang der Ostküste nach Norden ziehen könnte und das würde ihn zum Bundesstaat Georgia bringen. Dort sollte Dorian am Dienstag oder Mittwoch eintragen - immer noch als Major Hurrikan.

Tags darauf, am 1. September 2019 erreichte der Wirbelsturm bereits Windgeschwindigkeiten von 150 Meilen pro Stunde - aber 156 Meilen ist es ein Stufe 5-Hurrikan, also ein Wirbelsturm mit irrer Kraft und großen Dimensionen. Und der Hurrikan verstärkte sich noch am gleichen Tag auf 180 Meilen pro Stunde oder etwa 290 km/h Windgeschwindigkeit. Damit war der Hurrikan der Stufe 5 Gewissheit und es war der stärkste Wirbelsturm, den die Bahamas je erlebt hatten. Betroffen waren vor allem die nördlichen Inseln der Inselgruppe, Berichte gab es vorerst noch keine.

Erste TV-Bilder haben dann gezeigt, was Dorian angerichtet hatte. Der Hurrikan deckte serienweise Häuser ab, sorgte für hohe Flutwellen in den Küstenregionen und enorme Schäden an der Infrastruktur. Das genaue Ausmaß wird man aber wohl erst nach 24 Stunden kennen. Der Hurrikan hat die Bahamas verlassen und zieht Richtung Florida, die Berechnungen bleiben dabei, dass entlang der Küste weiter nach Norden gezogen wird, auch South und North Carolina werden in den Küstenregionen getroffen werden.

Am 3. September 2019 schwächte sich der Hurrikan auf Stufe 3 ab mit immer noch hohen Windgeschwindigkeiten und nähere sich der Küste von Florida. Weiterhin wird von einem Schwenk nach Norden ausgegangen, wobei die Küste getroffen oder gestreift werden kann. Noch am 3. September schwächte sich der Hurrikan deutlich ab auf etwa 160 km/h Windspitzen und damit von der höchsten Stufe auf Stufe 2. Das ist aber gefährlich genug, doch die ganz schlimmen Auswirkungen dürften Florida damit erspart bleiben.

Florida hatte aber Glück, denn Dorian drehte früher nach Norden als erwartet und so gab es wohl heftige Windspitzen und Regen in der Küstenzone, aber keinen Landfall. Dorian verstärkte sich am 5. September 2019 erneut zu einem Hurrikan der Stufe drei und sollte mit dieser Wucht die Küste von South Carolina erreichen. Der Hurrikan Dorian zog aber rasch weiter und schwächte sich bis zum 6. September auf Stufe 1 und Windgeschwindigkeiten um die 160 km/h ab. Er erreichte das Küstengebiet von North Carolina, sollte dann aber nach Nordost über dem Atlantik weiterziehen und sich von der Küste etwas entfernen.

Am 6. September 2019 erreichte Dorian North Carolina und zog kurzfristig an Land, wandte sich dann aber wieder dem Atlantik zu und begann sich von der Küste zu entfernen. Einen Tag später gab es schon einen größeren Abstand zur US-Ostküste und der Hurrikan zog weiterhin als Hurrikan der Stufe 1 nach Nordost, womit er auf den Osten Kanadas und auf Neufundland treffen könnte. Er sollte dort aber abgeschwächt ankommen.

Auch Kanada betroffen

Je weiter nach Norden der Hurrikan Dorian kam, umso schneller zog er voran und erreichte am 7. September 2019 Kanada, wo viele tausende Haushalte ohne Strom waren. Es gab die erwarteten intensiven Regenfälle, doch ein Vorteil war, dass Dorian weiterhin mit über 30 km/h weiterzog und damit nicht bestimmte Regionen dauerhaft mit Regen erreichen konnte. Am 8. September 2019 schwächte sich der Hurrikan weiter ab und hatte um die 120 km/h an Windgeschwindigkeiten und bedrohte Neufundland. Mit schneller Zuggeschwindigkeit wurde auch Neufundland überquert und damit verließ der Hurrikan den Beobachtungsraum und schwächte sich weiter ab und löste sich schließlich gänzlich auf.

Fazit zum Hurrikan Dorian

Ein erstes Fazit aus den Bahamas ergab fünf Todesopfer und zumindest 13.000 zerstörte Häuser. Der stärkste jemals gemessene Hurrikan über den Bahamas hat großflächige Zerstörung gebracht, speziell auf der nördlichen Hauptinsel Grand Bahama. Am 4. September erhöhte sich die Opferzahl auf sieben, es stand aber zu befürchten, dass sie noch deutlich steigen könnte. Denn zahlreiche Personen wurden noch vermisst. Am 5. September 2019 erhöhte sich die Opferzahl bereits auf 20, 70.000 Menschen mussten notversorgt werden, weil so viele Häuser zerstört wurden. Es gab auch weiterhin Regionen, die von der Außenwelt abgeschnitten waren, da alle Straßenwege als Folge des Hurrikans unpassierbar waren. Am 6. September 2019 wurden bereits 30 Tote auf den Bahamas bestätigt.

Wie zu befürchten war, stieg die Opferzahl auf den Bahamas weiter an und wurde am 7. September 2019 auf 43 erhöht, wobei noch immer sehr viele Menschen vermisst werden. In der Zwischenzeit lief die internationale Hilfe für die zum Teil völlig zerstörten Inseln an. Am 10. September wurde die Zahl auf 50 erhöht, die finale Zahl der Opfer wird wohl erst später klar sein, weil nach wie vor Personen vermisst werden.

In Kanada waren über 100.000 Haushalte ohne Strom. Opfer wurden vorerst keine gemeldet.

 

[Infoplattform Wissenswertes.at / 10. September 2019]

Ebenfalls interessant:

Tropenstürme und Hurrikans im Jahr 2019

Tropensturm Andrea (Bermudas)

Der Tropensturm Andrea entstand am 21. Mai 2019 westlich der Bermudas und eröffnete die Atlantische Hurrikansaison 2019.

Hurrikan Barry (Louisiana)

Der Tropensturm Barry bildete sich am 11. Juli 2019 vor der Golfküste der USA bei Lousiana und zog mit intensivem Regen über die Küstenregion.

Tropensturm Chantal

Der Tropensturm Chantal entstand im August 2019 vor der US-Küste, zog aber nach Osten ab und war damit für Land und Leute nicht gefährlich.

[aktuelle Seite]

Hurrikan Dorian (Bahamas, USA)

Am 25. August 2019 entstand östlich der Kleinen Antillen der Wirbelsturm mit Namen Dorian, der als Hurrikan Puerto Rico und später die US-Ostküste erreichen sollte.

Tropensturm Erin

Am 28. August 2019 entstand der Tropensturm Erin vor der US-Ostküste, der nach Nord bis Nordost Richtung Neufundland ziehen dürfte.

Tropensturm Ferdinand

Am 3. September 2019 entstand im westlichen Golf von Mexiko der nächste Tropensturm mit Namen Ferdinand, der im Nordwesten Mexikos das Festland erreichte.

Tropensturm Gabrielle

Gabrielle ist der 7. benannte Wirbelsturm der Hurrikansaison 2019 und bildete sich westlich von Afrika im Atlantik, wobei keine Gefahr für Land und Leute entstehen sollte.

Hurrikan Humberto (Bermudas)

Humberto ist ein Wirbelsturm in der Karibik, der am 14. September 2019 entstanden war und als Major Hurrikan die Bermudas gestreift hatte.

Tropensturm Imelda (Texas)

Der Tropensturm Imelda bildete sich am 17. September 2019 unmittelbar vor der Küste von Texas und löste sich auch binnen 24 Stunden wieder auf.

Hurrikan Jerry

Jerry ist der zehnte Wirbelsturm der Hurrikansaison 2019 und entstand östlich der Kleinen Antillen mit Zugrichtung Karibik nördlich von Puerto Rico.

Soziale Medien

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel geteilt wird:

Themenliste:

Zurück zum Hauptthema

Übersicht Hurrikan Liste 2019

Startseite Wetter