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Hurrikan Beryl

Auf üblicher Strecke zu den Kleinen Antillen

Nachdem es schon im Mai den ersten benannten Wirbelsturm mit Alberto gab, war es im Juni 2018 mit Start der offiziellen Hurrikansaison im Atlantik und der Karibik ruhig geworden. Seitens der Meteorologen war auch eine ruhigere Saison angekündigt, weil der Atlantik kühler war als üblich. Doch der Juli beginnt dynamischer, zum Beispiel mit dem Tropensturm Beryl.

Hurrikan Beryl: Prognose

Der Wirbelsturm entstand auf der typischen Route von Nordwestafrika zu den Kleinen Antillen. Vor Afrika bilden sich häufig tropische Depressionen, aus denen stabile Tropenstürme sich entwickeln können, die dann nach Westen ziehen. So war es auch bei Beryl, der aus einem Tiefdruckgebiet, das am 4. Juli Gewissheit wurde, am 5. Juli 2018 entstehen konnte.

Die Prognose geht davon aus, dass der ebenfalls typische Zug nach Westen fortgesetzt wird und der Tropensturm die Kleinen Antillen überqueren wird. Wie es danach weitergeht, weiß man noch nicht. Hurrikanstärke ist vorerst nicht erwartet worden, doch danach kann die Reise noch einige Zeit weitergehen und damit wäre noch Zeit, mehr Energie aufzubauen. Zum Zeitpunkt der Entstehung hatte der Tropensturm bereits um die 70 bis 80 km/h an Windgeschwindigkeit aufzuweisen.

Wie war es wirklich?

Nur einen Tag nach der Entstehung zeigte sich bereits die Abweichung von der Prognose und zwar im Hinblick auf die Windstärke. Der Tropensturm Beryl wurde nämlich zum Hurrikan hochgestuft und hatte schon bald Windgeschwindigkeiten von 130 km/h darauf. Mit dieser Wucht zog der Wirbelsturm aber im Sinne der ersten Prognose Richtung Westen und sollte als Hurrikan die Kleinen Antillen erreichen. Stand der Dinge war damit, dass er sich danach zum Tropensturm abschwächt und Puerto Rico streift, die Dominikanische Republik und Kuba jedoch überquert.

Nur einen Tag später, am 8. Juli 2018, sah die Lage ganz anders aus. Der Hurrikan hatte sich bereits zum Tropensturm abgeschwächt, aber er zog weiterhin Richtung Westen und sollte als Tropensturm die Kleinen Antillen überqueren, ehe ihm die Energie völlig abhanden kommt und er sich auflöst, bevor er Puerto Rico und die Dominikanische Republik erreichen kann. Und am 9. Juli 2018 war es Gewissheit und der Tropensturm Beryl löste sich über den Kleinen Antillen gänzlich auf und war nur noch als Restesystem tätig. Damit gab es zwar noch einige stärkere Regenfälle, aber die Gefahr war vorüber.

Aber Beryl kam zurück, was schon ungewöhnlich war. Als Rest des Wirbelsturms zog das Tiefdrucksystem über die karibischen Inseln und später an Bermuda vorbei, um am 15. Juli 2018 wieder zum Tropensturm verstärkt zu werden. Damit feierte der Wirbelsturm ein Comeback, befand sich aber vor dem Norden der US-Ostküste mit Zugrichtung Nordost bis Ost, was ihm fast ident auf die gleiche Fährte führte wie den Hurrikan Chris, der später entstanden war und auch Richtung Island weiterzog. Beryl hielt aber nicht lange durch und löste sich am 16. Juli 2018 wieder auf und das sollte es für den Wirbelsturm dann auch wirklich gewesen sein.

 

[Infoplattform Wissenswertes / 16. Juli 2018]

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Bisherige Kommentare (1)

Heinrich schrieb am 18. 07. 2018 um 08:50

interessante Zusammenfassung des Wirbelsturms - kommt nicht so oft vor, dass sich ein solcher Wirbelsturm zweimal aufbauen kann.


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