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Georg Danzer - österreichischer Liedermacher

Ein ganz großer der österreichischen Musikszene

Georg Danzer wurde am 7. Oktober 1946 in Wien geboren und starb am 21. Juni 2007 an Lungenkrebs. Obwohl er ein großer Künstler der österreichischen Musikszene war und ihm ein Ehrengrab in Wien zustand, verweigerte er dies und wurde in Niederösterreich eingeäschert. Seinem Wunsch entsprechend wurde die Asche vor der Küste von Mallorca dem Meer übergeben.

Georg Danzer und Austropop

Georg Danzer war einer der erfolgreichsten Liedermacher in Österreich. Schon lange bevor man ihn durch sein "Jö Schau" gekannt hatte, hatte er einige hundert Lieder für die Talenteshow im ORF (Österreichischer Rundfunk) geschrieben, da er der Redakteurin Eva-Maria Kaiser aufgefallen war. Selbige war für die Show verantwortlich, deren Ziel es war, neue österreichische Sängerinnen und Sänger sowie Gruppen einem breiten Publikum vorzustellen.

Als mit der "Glock´n" und dem "Hofa" Anfang der 1970er-Jahre die Dialektlieder salonfähig wurden, wendete sich auch Georg Danzer dieser Form von Liedtyp zu und brachte einige weniger erfolgreiche Singles heraus, schrieb aber weiterhin für andere, beispielsweise auch für Wolfgang Ambros oder Marianne Mendt Lieder.

Georg Danzer und Jö Schau

1975 startete Georg Danzer dann mit seinem "Jö Schau" durch, indem er die Gesellschaft aufs Korn nahm. Dieser Stil des gesellschaftskritischen, aber in lustiger Verpackung gesteckten Liedes hielt er bis zum Ende gerne bei. Dazu passen "So a Dodl mit da Rodl", in dem die Skistars ihr Fett abgekommen haben, "Hupf in Gatsch" oder "Zombieball".

Danzer war ein guter Beobachter der gesellschaftlichen Entwicklungen und nutzte seine Popularität und die Lieder, um auf Entwicklungen aufmerksam zu machen, die ihm nicht gefallen haben. Dabei war nicht nur die Politik ein Thema, vor allem auch das Verhalten der Menschen untereinander spielt eine Rolle.

Georg Danzer und SOS Mitmensch

Seine enorme Popularität verdankt Georg Danzer seiner Glaubwürdigkeit und seinem gesellschaftskritischen Aussagen. Er war in jungen Jahren als Tramper in vielen europäischen Ländern zu Gast und bemühte sich stets um eine bessere Verständigung zwischen den Kulturen und Ländern. Als das soziale Klima in Österreich schärfer wurde und durch die FPÖ immer mehr Ausländerparolen breitgetreten wurden, stand Georg Danzer für zwei Jahre der Aktion "SOS Mitmensch" vor. Jene Aktion hatte 1993 das Lichtermeer organisiert, um gegen das Ausländervolksbegehren der FPÖ zu protestieren. Georg Danzer hatte sich dabei auch engagiert.

Georg Danzer organisierte auch Aktionen, um gegen die Radiostationen vorzugehen, die sich weigerten, österreichische Musik zu spielen. Besonders Ö3 spielte fast nur noch internationale Titel. Zwar gab es ein tatsächliches Problem mit neuen Künstlerinnen und Künstler in Österreich Mitte der 1990er-Jahre, aber bekannte Titel, die viele Österreicherinnen und Österreich sehr gerne hören, wurden bewusst nicht gespielt.

Georg Danzer und Austria 3

Wie groß das Interesse an älteren Titel und an den ganz Großen des Austropop ist, zeigte Austria 3. Austria 3 war der Zusammenschluss von Wolfgang Ambros, Rainhard Fendrich und Georg Danzer, drei der ganz Großen der österreichischen Musikszene seit den 1970er-Jahren. Sie wollten ein Konzert zugunsten einer Organisation für Obdachlose spielen, doch das Konzert war ein solcher Erfolg, dass man danach noch Jahre zusammengespielt hat. Die Konzerte waren ausverkauft, die Platten ein Riesenerfolg.

Dabei war die Rolle von Georg Danzer enorm wichtig. Nicht nur, dass seine Lieder von seinen Kollegen neu interpretiert wurden, war er auch das ausgleichende Bindeglied, denn sowohl Ambros als auch Fendrich sind bekannt als Alphatiere, die schon den Ellbogen ausfahren können. Danzer sorgte für den Ausgleich und damit für Harmonie im Trio.

Georg Danzer und der Krebs

2006 gab Georg Danzer dann in einem Interview bekannt, dass er an Lungenkrebs erkrankt ist. Konzerte mit seinen Freunden anlässlich des 60. Geburtstages im Herbst 2006 mussten abgesagt werden. Dafür gab es im April 2007 das Konzert als Nachtrag. Georg Danzer war von seiner Krankheit gezeichnet, aber scheinbar wieder genesen und das Konzert war ein ganz berührender Moment für Publikum, die Freunde und Georg Danzer selbst.

Aber danach ging es gesundheitlich wieder bergab und im Juni 2007 verstarb der große Liedermacher, der beim Donauinselfest hätte auftreten sollen. Stattdessen haben viele Stände die Musik von Georg Danzer gespielt - jene Musik, die jahrelang ignoriert wurde, und Rainhard Fendrich spielte statt Georg Danzer das geplante Konzert.

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