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Gedächtis: wie es funktioniert und trainiert wird

Informationen über das Gedächtnis

Gedächtnis: Wie funktioniert es genau und was hilft am besten, es zu stärken

Wie alle geistigen Funktionen beruht auch die Leistung des Gedächtnisses auf elektrophysikalischen und chemischen Vorgängen in bestimmten Bereichen des Gehirns. Das Gedächtnis befähigt Mensch und Tier zur Auseinandersetzung mit der Umwelt und ist daher lebensnotwendig. Dem Gedächtnis verdanken wir unsere Existenz. Denn ohne das Erinnern an wichtige Sachverhalte und Informationen würden wir uns in unserer Umwelt nicht zurechtfinden.

Das Gedächtnis dient dazu, Informationen und Erfahrungen abzuspeichern, zu sortieren und bei Bedarf abzurufen. Das Gedächtnis ist vor allem dazu in der Lage, neben Zahlen, Wörtern und übermitteltem Wissen auch optische und akustische Eindrücke und Reize, Gerüche, Stimmungen und Gefühle dauerhaft abzuspeichern.

Das Gedächtnis ist eine Leistung des Nervensystems. Da der Mensch über ein sehr hoch entwickeltes Zentralnervensystem verfügt, ist er selbst zu umfangreichen und komplexen Lernprozessen befähigt. Die Gedächtnisinhalte sind in den Synapsen, den Verbindungen der Nervenzellen, gespeichert. Mit Hilfe der Synapsen ist wiederum ein elektrischer Informationsaustausch zwischen den einzelnen Nervenzellen möglich. Die Netzwerke vieler Nervenzellen halten die Erinnerungen fest.

Gedächtnis ist nicht gleich Gedächtnis

Die Wissenschaft unterscheidet verschiedene Gedächtnis-Arten. Das sensorische Gedächtnis, auch Ultrakurzzeitgedächtnis genannt, speichert die Informationen nur für wenige Sekunden oder Millisekunden. Es dient als Zwischenspeicher für neue Informationen, die das Hirn über die Augen, die Ohren, die Haut und die Nase erreichen. So sind zum Beispiel viele Menschen dazu in der Lage, einen soeben gehörten Satz sinngemäß zu wiederholen, obwohl sie dem Erzähler nicht bewusst zugehört hatten. Die im Ultrakurzzeitgedächtnis abgespeicherten Informationen zerfallen allerdings innerhalb des Bruchteils einer Sekunde.

Das Kurzzeitgedächtnis, das auch unter der Bezeichnung Arbeitsgedächtnis bekannt ist, speichert die Informationen rund 20 bis 45 Sekunden. Das Kurzzeitgedächtnis dient der bewussten Aufnahme von Daten. Diesbezüglich wird in der Regel lediglich eine kleinere Informationsmenge abrufbereit gespeichert.

Das Langzeitgedächtnis speichert die Informationen jahrelang und mitunter sogar ein ganzes Leben. Vermutungen zufolge, verfügt das Langzeitgedächtnis über weitaus mehr Kapazitäten, als der Durchschnittsmensch zu nutzen vermag. Demnach bleibt in den meisten Fällen ein großer Teil des Gedächtnisspeichers frei. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich das Vergessen von Informationen nicht auf einen Mangel an freien Kapazitäten zurückführen lässt, sondern dem Selbstschutz vor zu viel Wissen dient. Im Langzeitgedächtnis ist ein totaler Informationsverlust weniger häufig als beim Kurz- oder Ultrakurzzeitgedächtnis. Häufig findet eine Verschmelzung beziehungsweise das Ersetzen mit später gelernten oder andersartigen Inhalten statt.

So arbeitet das Langzeitgedächtnis

Das Langzeitgedächtnis arbeitet nach folgendem Schema: Nach dem Speichern neuer Informationen folgt die langfristige Aufbewahrung wichtiger Lern- und Erfahrungsinhalte. Ein regelmäßiges Abrufen der betreffenden Informationen unterstützt diese Funktion. Bei Bedarf erinnert man sich an die Gedächtnisinhalte, die nun zur Rekonstruktion und zum Abruf bereitstehen. Durch konkurrierende Lerninhalte, Interferenz oder ein Nichtmehrbenötigen der Daten kommt es zu einem Zerfall der Gedächtnisspuren und letztendlich zum Vergessen.

Das deklarative und das prozedurale Langzeitgedächtnis

Es gibt zwei verschiedene Formen des Langzeitgedächtnisses. Jede Form ist für eine andere Art von Informationen zuständig, die letztendlich auch in unterschiedlichen Hirnarealen lagern.
Das deklarative Gedächtnis oder Wissensgedächtnis ist ein Speicher für Ereignisse und Tatsachen, die auf Abruf ins Bewusstsein gelangen können. Das deklarative Gedächtnis ist im Neocortex genannten Hirnbereich zu Hause. Das deklarative Gedächtnis unterteilt sich wiederum in das semantische und in das episodische Gedächtnis. Im semantischen Gedächtnis ist das Allgemein-, beziehungsweise das Weltwissen abgespeichert, das uns beim Kreuzworträtseln zugute kommt. Das episodische Gedächtnis enthält Erinnerungen an das eigene Leben und diesbezüglich vor allem auch an Geschehnisse aus der Vergangenheit, beispielsweise an eine Urlaubsreise oder an das Aussehen der verstorbenen Großmutter. Bei der episodischen Gedächtnisleistung spielen der Frontallappen und der Temporallappen sowie der ebenfalls im Hirn ansässige Hippocampus eine herausragende Rolle.

Im prozeduralem Gedächtnis sind verschiedene Verhaltens- und Bewegungsmuster beziehungsweise Prozeduren abgespeichert. Man benötigt das prozedurale Gedächtnis zum Beispiel zum Fahrradfahren, Schwimmen und Klavierspielen. Heimat des prozeduralen Gedächtnisses sind verschiedene subkortikale Regionen des Hirns. Diese Art des Gedächtnisses handelt mehr oder weniger automatisch, bedarf demnach also keiner besonders ausgeprägten bewussten Steuerung.

Regelmäßiges Üben fördert das Gedächtnis

Um Informationen langfristig im Gedächtnis zu behalten und neue Inhalte aus dem Kurzzeit- in das Lanzzeitgedächtnis zu überführen, ist Üben sehr hilfreich. Das Üben umfasst das bewusste und mitunter wiederholte Abrufen von Informationen aus dem Arbeitsgedächtnis. Auf diese Weise erfolgt eine feste Verankerung der Informationen im Langzeitgedächtnis.

Das Gedächtnis zu trainieren, ist vor allem mit fortschreitendem Alter sinnvoll. Denn es ist erwiesen, dass die Leistung des Gehirns mit den Jahren nachlässt, und zwar etwa bereits ab dem 30. Lebensjahr. Glücklicherweise gibt es jedoch genug Möglichkeiten, das Gedächtnis zu trainieren. Es ist diesbezüglich wichtig, damit nicht erst dann zu beginnen, wenn es bereits zu spät ist, sondern wenn das Hirn noch dazu in der Lage ist, komplexe Zusammenhänge zu erfassen und zu verarbeiten.

Kreuzworträtsel und Denksportaufgaben

Wer sich bis ins hohe Alter geistig fit halten möchte, der sollte so oft wie möglich und vor allem regelmäßig Denksport treiben. Kreuzworträtsel, Sudoku, Brückenrätsel, das Ergänzen von Zahlenreihen, das Erkennen von regelmäßig wiederkehrenden Mustern und andere Denksportübungen halten das Gehirn fit und gesund. Auf www.gedaechtnistraining.net finden Sie einige Übungen, die Ihnen helfen, Ihre grauen Zellen zu trainieren. Darüber hinaus können auch Gesellschaftsspiele die Hirnleistung verbessern. Vor allem Strategiespiele wie „Mühle“, „Monopoly“, „Memory“ oder „Schach“ stellen hohe Anforderungen an das Gedächtnis.

Außerdem fördert der Besuch von Museen und kulturellen Veranstaltungen das Gedächtnis. Diesbezüglich ist es sinnvoll, sich den Interessen entsprechend fortzubilden. Viele ältere Menschen, die ihr Gedächtnis bis ins hohe Alter hinein behalten möchten, setzen sich bewusst mit bestimmten Sachverhalten auseinander. Denn zum Lernen ist es nie zu spät, und als Gasthörer an der Uni oder bei interessanten Vorträgen ist man in jedem Alter gerne gesehen.
Wer die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses steigern möchte, der sollte versuchen, sich so viel wie möglich zu merken. Lesen Sie daher Bücher und Zeitschriften und setzen Sie sich mit den Problemen unserer Zeit auseinander. Suchen Sie die Diskussion mit den Mitmenschen, gehen Sie unter die Leute, kommunizieren Sie und halten Sie Ihren Verstand wach. Nicht nur die Gelenke „rosten“, wenn sie nicht bewegt werden. Auch die Gedächtniszellen brauchen immer wieder neue Impulse, damit sie nicht einschlafen und über all die Jahre hinweg leistungsfähig bleiben.

Darüber hinaus unterstützt auch eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung die Leistungsfähigkeit des Gehirns. Während Alkohol und Tabak das Gedächtnis eher schwächen, fördert der Verzehr von Fisch, Fleisch und Vollkornprodukten die Denkleistung. Denn in diesen Nahrungsmitteln ist ausreichend Zink enthalten. Zink bringt die grauen Zellen auf Trab. Darüber hinaus dienen Nüsse als Nervennahrung und ermöglichen somit ein langes Arbeiten bei vollster Konzentration. Es hat sich außerdem herausgestellt, dass Menschen, die genügend Flüssigkeit zu sich nehmen, besser denken können. Des Weiteren wirken auch Spaziergänge an der frischen Luft wahre Wunder. Das Gehirn erhält dann ausreichend Sauerstoff und kann besonders effektiv arbeiten.

Gastbeitrag von Thomas Wusatiuk, Redakteur beim GuteGutscheine-Portal und begeisterter Blogger.

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