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Falco - Austropop

Weißer Rapper

Johann Hölzel alias Falco wurde am 19. Februar 1957 in Wien geboren und starb bei einem Autounfall am 6. Februar 1998 auf der Dominikanischen Republik. Er war besonders in den 1980er-, teilweise in den 1990er-Jahren einer der erfolgreichsten österreichischen Sänger, der es als erster schaffte, ein deutschsprachiges Lied an die Spitze der US-Charts zu bringen.

Falco und Austropop

Begonnen hat Falcos Karriere Ende der 1970er-Jahre, als er sich der dem Ersten Wiener Musiktheater anschloss. Dieses Rocktheater sollte später als Hallucination Company sehr bekannt werden und Falco feierte hier seine ersten Erfolge. Falco wechselte dann zur Kultband Drahdiwaberl und schrieb "Ganz Wien", das als Pausenfüller bei den Konzerten von Drahdiwaberl gespielt wurde und das später bei praktisch allen Falco-Konzerten Teil des Programms war.

Zum Namen Falco kam Johann Hölzel bereits 1977, als er sich im Fernsehen die Skispringer angeschaut hatte und der DDR-Springer Falko Weißpflog als Falke bezeichnet wurde. Da Hölzel hoch hinaus wollte, änderte er den Namen auf Falco, weil der internationaler klang.

1981 startete Falco seine Solokarriere. Markus Spiegel, der in Österreich viele Künstlerinnen und Künstler entdeckt hatte und als Plattenboss tätig war, bot Falco einen Vertrag für drei LP´s an und schon 1982 kam es zum Riesenhit "Kommissar", der auch heute noch von den Jugendlichen gesungen wird. Dieses Lied gilt auch heute noch als Referenz für den Austropop und ist auf vielen Austropop-Sammlungen zu finden.

Falco und weitere Entwicklung

Schon mit diesem Hit schaffte es Falco bis in die US-Charts und seine LP Einzelhaft verkaufte sich ebenfalls hervorragend. Außerdem begann Falco mit der Zusammenarbeit von DoRO - Dolezal und Rossacher, die unter anderem auch für Wolfgang Ambros, Queen und viele weitere Stars die Videos drehten. Die Videos waren mit ein Grund für den großen Erfolg von Falco.

Das Problem von einem Hit wie den "Kommissar" ist die Tatsache, dass sich solche Hits nicht spielend leicht wiederholen lassen. Das musste auch Falco zur Kenntnis nehmen und es dauerte bis 1985, bis er wieder top war. Dann war er aber wirklich am Wege zum Weltstar.

"Rock me Amadeus" hieß der Hit, den die Bolland-Brüder, mit denen er sich nach den Misserfolgen der letzten Jahre zusammengetan hatte, für Falco geschrieben haben. Strategisch war das eine gute Entscheidung, denn es gab gerade einen Mozart-Hype durch den erfolgreichen Kinofilm und da passte der Titel perfekt. Falco war wenig davon angetan, sang ihn dann doch und wurde weltweit berühmt. Er schaffte es als erster, mit dieser deutsch gesungenen Single auf Platz 1 der US-Charts. Auch in England war der Hit die Nummer eins, was Falco fast wichtiger war.

Falco schaffte es auch immer wieder, für Diskussionen zu sorgen, beispielsweise mit "Jeanny", das in Deutschland verboten wurde und vielleicht sogar deshalb noch erfolgreicher wurde. Er brachte sein Album "Emotional" heraus und ging auf eine große Tournee, die ihn durch Österreich, Deutschland und in die Schweiz führte. Zum Abschluss waren noch Konzerte in Japan am Plan, die als Vorbereitung für eine US-Tournee Anfang 1987 dienen sollten. Doch Falco bekam Heimweh, sagte die US-Tournee ab und verabschiedete sich vom Ziel, Weltstar zu werden.

Nach Emotional kam der Absturz des Falken, der musikalisch nicht mehr punkten konnte. Sein 1988 erschienenes Album "Wiener Blut" wurde nicht angenommen und auch abseits davon gab es wenige Erfolge. Erst 1992 konnte mit "Nachtflug" wieder ein Erfolg gefeiert werden, besonders "Titanic" verkaufte sich gut.

Schwierige Lebensphase

Aber immer wieder wurde Falco auch durch seine privaten Beziehungen nach unten gezogen, besonders die Nachricht, dass er nicht der Vater von Katharina Bianca war, die 1986 geboren wurde, traf ihn hart. Diese Nachricht war das Ergebnis eines Vaterschaftstests im Herbst 1993, woraufhin Falco sich aus der Öffentlichkeit zurückzog. Zusätzlich hatte er immer wieder Probleme mit Alkohol und Drogen gehabt, weil der öffentliche Druck enorm war und er oft nicht damit umgehen konnte. Durch den Rückzug brachte er mehr Ruhe in sein Leben.

1995 kam Falco auf die Idee, eine Techno-Nummer unter dem Namen T>>MA auf den Markt zu bringen. "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da" verkaufte sich überraschend gut und Falco hatte einen neuen Hit. Er selbst hatte in der Zwischenzeit seinen Wohnsitz in die Dominikanische Republik verlegt, weil er sich von den österreichischen Medien verfolgt fühlte. Dort wollte er in Ruhe an einem neuen Album arbeiten. Das Album "Out of the Dark", das erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde, hatte er schon 1996 praktisch fertig.

Autounfall und Out of the Dark

Am 6. Februar 1998 starb er bei einem Verkehrsunfall, als ein Bus seinen PKW rammte. Falco war auf der Stelle tot. Spätere Untersuchungen haben ergeben, dass er stark alkoholisiert war und daher kam es zu Meldungen, er hätte sich das Leben genommen.

Unheimlich war, dass kurz darauf "Out of the Dark" auf den Markt kam und die gleichnamige Single enthielt die Zeile "Muss ich denn sterben, um zu leben" und die Single stürmte die Hitparaden...

Falco gilt nach wie vor als erster weißer Rapper, der es zum Weltstar geschafft hätte, wenn er nicht so heimatverbunden gewesen wäre. Sein Gespür für die Musik, sein Talent und seine Art des Auftritts machten jedes Konzert zu etwas besonderem und seine Musik sorgt dafür, dass er nicht vergessen wird. Was viele nicht mitbekommen haben war aber die Tatsache, dass er zwar den coolen Macho auf der Bühne anbieten konnte, in Wirklichkeit aber gar nicht so gestrickt war. Er war ein eher schüchterner, zurückhaltender Mensch, der am Öffentlichtkeitsdruck zerbrochen ist.

Musikalisch hatte er mit dem "Kommissar" oder mit "Nie mehr Schule" Hymnen herausgebracht, die heute noch von den Kindern gesungen werden. Des Weiteren gibt es längst ein Falco-Musical und im Jahr 2008 kam der Falco-Film in die Kinos, der exakt 10 Jahre nach seinem tragischen Tod sein Leben nacherzählte.

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