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Euro Dollar Kurs 2017

Ausgangslage und Entwicklung des Umrechnungskurses

Der Euro-Dollar-Kurs ist der wichtigste Umrechnungskurs der globalen Währungen, weil er mit dem US-Dollar die US-Wirtschaft ebenso repräsentiert wie auch den Euro als Gemeinschaftswährung der meisten EU-Länder und somit sind hunderte Millionen Menschen gleichsam im Umrechnungskurs mit der aktuellen Wirtschaftslage repräsentiert. Das Jahr 2016 war schon ein besonderes Jahr für den Umrechnungskurs, der häufig auch als EUR/USD abgekürzt wird, das Jahr 2017 kündigte sich aber als nicht weniger spannend an.

Euro Dollar Kurs 2017: Inhalt

 

EUR/USD 2017: die Ausgangslage

Euro-Dollar-KursDas Börsenjahr 2016 wurde zu Jahresbeginn als sehr volatil umschrieben, also als Börsensituation, in der das Risiko steigt und man sehr gut fahren kann, aber auch leicht eine Fehlentscheidung treffen könnte, wenn man sein Geld investieren will. Wie sich dann herausgestellt hat, gab es zwei entscheidende Situationen, die auch den Euro-Dollar-Kurs betroffen haben, nämlich einerseits das Ja zum Brexit im Juni sowie die Wahl von Donald Trump im November. In beiden Fällen hatte man eigentlich eine andere Entscheidung erwartet - oder auch erhofft, nämlich das Nein zum Brexit und Hillary Clinton als erste Frau an der Spitze der USA.

Interessant sind beide Ereignisse aber insofern, weil man Chaos angekündigt hatte, doch nach einem kurzen Schock war der EUR/USD-Kurs bald wieder dort, wo er vorher auch war und die Wahl von Trump hatte die Kurse auch nur 24 Stunden fallen lassen und danach passierte etwas, das kaum jemand angekündigt hatte: der Dow Jones Index ging durch die Decke und auch der US-Dollar legte deutlich zu, sodass der Euro-Dollar-Vergleich gegen Jahresende 2016 einen Wert von 1,04 Dollar pro Euro aufwies, den niedrigsten Wert seit sehr langer Zeit. Mitverantwortlich war aber auch die zweite Leitzinserhöhung der Fed im Dezember, genau ein Jahr, nachdem die erste Erhöhung erfolgt war.

Euro Dollar Prognose 2017

Die Leitzinserhöhung und die Euphorie rund um Donald Trump verstärkten den Eindruck, dass der Euro weiter unter Druck geraten wird, weil auch die Europäische Zentralbank (EZB) keine Lust signalisiert hatte, das Schwächen des Euro zu beenden. Man hat sich von der Gefahr der Deflation zwar schon verabschiedet, aber dennoch wurde das umstrittene Anleihenkaufprogramm fortgesetzt und sogar über den März 2017 hinaus bis Jahresende verlängert.

Daher sind viele Marktbeobachter und auch Finanzmedien von der Möglichkeit ausgegangen, dass die Parität bald Gewissheit sein würde, also der Wertegleichstand von 1:1 im Vergleich von Euro zu Dollar. Das wäre noch besser für den Export aus Europa, aber andererseits nicht so gut für Unternehmen, die auch viel in den USA tätig sind. Und die ständige Null-Zins-Politik war auch selbst innerhalb der EZB schon umstritten, weshalb nicht ausgeschlossen werden konnte, dass nicht doch noch 2017 eine erste Anpassung des Leitzins geben könnte.

Da aber Donald Trump vor allem die US-Wirtschaft im Fokus hatte, war bei der Prognose die Überzeugung mitgeliefert, dass der US-Dollar auf jeden Fall stark bleibt und mit weiteren Leitzinserhöhungen würde dies noch mehr bestätigt werden.

Trump pro und contra

Dass nach der Wahl von Donald Trump der US-Dollar so stark werden würde und auch der Dow Jones Index nach oben geht, war nicht angekündigt. Der Grund war aber, dass er Steuererleichterungen und Unternehmensförderungen im eigenen Land versprochen hatte und die ersten Aussagen nach der Wahl schienen das zu bestätigen. Losgelöst von der Realwirtschaft und unterstützt durch die Leitzinserhöhung im Dezember 2016 ging der Euro-Dollar-Kurs auf 1,04 nach unten und zeigte auch die Stärke des US-Dollar.

Allerdings änderte sich die Lage im Jänner 2017 dann doch ein wenig, weil der Kurs ging wieder hinauf auf 1,07 - trotz erster Dekrete des neuen US-Präsidenten, der nach der Angelobung das pazifische Freihandelsabkommen gleich einmal aus US-Sicht beendet hatte und auch trotz der Leitzinserhöhung. Hintergrund war, dass man nicht wusste, wie die Wirtschaftspolitik wirklich aussehen würde und es kamen leise Zweifel auf, was dem Euro half und den Dollar ein wenig unter Druck setzte. Von der Parität war man wieder ein Stück weit entfernt.

Griechenland ist wieder da

Erst im Februar wendete sich das Blatt ein wenig, denn der Euro-Dollar-Kurs sank auf 1,05 und das hatte zwei Hintergründe. Der erste war, dass das gute alte Thema Griechenland den Euro belastet hatte, weil die Griechen wieder frisches Geld brauchten, um Kredite bedienen zu können. Das brachte natürlich auch die Frage zurück auf den Tisch, wie es mit den Griechen weitergehen könnte. Gleichzeitig war eine weitere Leitzinserhöhung der Fed im Raum gestanden. Während also der Euro ein Griechenproblem hatte, bekam der US-Dollar Rückenwind durch mögliche Zinsvorteile und so war der Kurs logischerweise wieder gesunken.

Niederlande und Leitzins

Mitte März 2017, genau am 15. März 2017, gab es zwei für den EUR/USD-Vergleich wichtige Ereignisse. Einerseits wurde in den Niederlanden gewählt, wo der Populist Geert Wilders dann doch nicht so stark dazugewinnen konnte und das sprach für einen Fortbestand der EU, denn jener wollte die Niederlande ähnlich dem Brexit aus der EU führen. Und am gleichen Abend gab es die dritte Leitzinserhöhung in den USA durch die Fed, womit der Leitzins nun eine Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent aufwies. Nach Dezember 2015 und Dezember 2016 war es eine weitere Etappe zu einem normaleren Niveau am Zinssektor und man konnte davon ausgehen, dass der US-Dollar noch stärker würde.

Aber genau das Gegenteil ist der Fall, weil der Euro zum einen durch die Wahl in den Niederlanden an Vertrauen gewann und zum anderen waren die Kommentare zur Leitzinserhöhung nicht so ausgefallen, wie man es erwartet hätte. Man ist von bis zu vier weiteren Erhöhungen im Jahr 2017 ausgegangen, was es wohl nicht spielen wird und prompt ist der US-Dollar sogar unter Druck geraten.

Der ohnehin chronisch unterbewertete Euro erhielt somit zweifach Rückenwind und kletterte wieder über 1,07 und in den folgenden Tagen sogar noch weiter, sodass in der letzten Märzwoche ein Kurs von 1,09 als Jahreshoch erreicht werden konnte. Dieses Kursniveau war zuletzt im November 2016 erreicht worden und war eigentlich im Widerspruch zur Erwartung. Denn nach der Leitzinserhöhung hätte man die umgekehrte Kursentwicklung erwartet.

Brexit, Griechenland und Kursrückgang

Großbritannien hat Anfang April 2017 nun den Brexit-Antrag an die Europäische Union geschickt und damit wird etwa zehn Monate nach der Zustimmung der Bevölkerung per Abstimmung die erste Phase des Austritts aus der EU umgesetzt. Großbritannien war bis dato eines der wichtigsten EU-Länder und so hat auch der Euro, obwohl die Briten ihre eigene Währung behalten haben, Probleme bekommen. In Griechenland gibt es auch wieder Verhandlungen, weil die Griechen dringend Geld brauchen, um Kredite bedienen zu können und damit steht ein zweites Feld zur Verfügung, um den Euro ins Schwitzen zu bringen.

Was den Brexit betrifft, weiß man nicht, wie lange die Verhandlungen dauern werden und was das für die Wirtschaft in der Eurozone bedeuten wird. Der Prozess wird wohl die vorgesehenen zwei Jahre komplett in Anspruch nehmen. Das Griechenlandproblem ist überschaubar und Einigungen sind mit den Kreditgebern einfacher in Aussicht gestellt als bei den letzten Geldnöten der Südeuropäer. Dennoch ist der Euro wohl wegen beider Situationen wieder zurückgefallen. Der Euro-Dollar-Kurs hat sich bei 1,06 stabilisiert, nachdem er im März noch bei über 1,08 gelegen war.

Gegenüber dem Jahresbeginn liegt man noch um einem Prozent im Plus, aber aktuell ist es nun wieder der Euro, der unter Druck geraten ist. Unklar ist natürlich, wie es mit dem Syrienkonflikt weitergehen wird, nachdem die USA erstmals durch Raketenangriffe selbst tätig wurden.

 

24. April 2017: Frankreich-Wahl hilft dem Euro

Am 23. April 2017 wurde in Frankreich die Wahl zum neuen Präsidenten - oder der neuen Präsidentin - durchgeführt und die Sorge in der Europäischen Union galt dem Szenario, dass die rechtsextreme Marie Le Pen und der EU-Gegner Jean-Luc Mélenchon in die Stichwahl einziehen könnten. Tatsächlich gewann der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron den ersten Durchgang vor Le Pen und die beiden werden die Stichwahl im Mai 2017 austragen.

Macron war ein Jahr vor der Wahl zwar als Minister bekannt, aber sonst ein Außenseiter und wurde als linksliberaler und unabhängiger Kandidat immer mehr nach vorne gespült. Er steht zur EU und bekommt nun von den großen Volksparteien wie Sozialisten und Konservative, die abgestürzt sind, volle Unterstützung für die Stichwahl. Es ist damit auszugehen, dass der 39-jährige der jüngste Präsident Frankreichs in der Geschichte werden wird.

Was sagt der Euro-Dollar-Kurs dazu? Der stieg prompt von etwa 1,07 Dollar pro Euro auf fast 1,09 und stabilisierte sich bei 1,08 hoch. Der Euro legte auch gegenüber anderen Währungen deutlich zu. Ob dieser Effekt länger anhält, ist abzuwarten, doch die Frankreich-Wahl dürfte die Europäischen Union ergo auch den Euro kaum mehr gefährden. Ähnlich der Präsidentenwahl in Österreich gibt es eine breite Front gegen die Front National mit ihrem Anti-EU-Kurs, auch wenn sich die EU etwas überlegen muss, wenn Marie Le Pen auf Platz zwei gelangen kann.

 

EUR/USD steigt im Mai 2017 über 1,10

Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) noch immer Milliarden in den Geldmarkt pumpt und immer stärkere Kritik einsteckt, ist der Euro stabilisiert wie schon lange nicht mehr. Gegenüber dem Schweizer Franken hat man ein Niveau von 1,09 gehalten und schielt schon Richtung 1,10 Franken pro Euro und beim US-Dollar hat man das sogar in der Monatsmitte des Mai 2017 geschafft. Erstmals seit November 2016 liegt der Euro-Dollar-Kurs über 1,10 Dollar pro Euro und das hat zwei Gründe.

Der eine ist, dass die US-Konjunkturdaten nicht so positiv ausgefallen sind wie erwartet, aber der stärkere Grund liegt im Gegenteil in Europa, denn die Wirtschaftsdaten in der Eurozone sind gut wie schon viele Jahre nicht mehr. Es wird also weiter davon ausgegangen, dass das Jahr 2017 wirklich jenes ist, in dem sich die europäische Wirtschaft deutlich erholt und Rückenwind nutzen kann. Dass die Populisten in Europa (Niederlande, Frankreich) auch bei den Wahlen verloren haben und somit politische Stabilität gesichert ist, hat natürlich auch dazu beigetragen, dass der Euro deutlich besser unterwegs ist als noch zu Jahresbeginn angenommen.

Die Frankreich-Wahl, vor allem auch die Stichwahl mit dem klaren Sieg von Macron hat dem Euro stark geholen, aber üblicherweise sinkt dann der Kurs binnen 48 Stunden wieder, wenn der Euro unter Druck geraten ist. Das ist diesmal nicht der Fall und scheint so, also ob der Euro sich langsam von den Tiefstwerten der letzten Zeit erholt haben könnte. Noch ist Vorsicht angebracht, aber die große Eurokrise ist schon länger abgesagt, diverse Sorgen wegen einer Deflation sind vom Tisch. Wie lange die EZB noch Geld in den Markt punkt, ist die Frage, denn der Ruf nach einer Zinserhöhung wird immer lauter.

 

Kurs steigt im Juni über 1,13

Der Mai 2017 brachte dem Euro-Dollar-Kurs einen deutlichen Aufschwung und der Juni 2017 setzte daran ungebremst fort, womit der Umrechnungskurs auf 1,12 US-Dollar pro Euro gestiegen war. Das ist der höchste Kurswert seit dem August 2016 und damit hat der Kurs ein Plus von fast sieben Prozent seit dem Jahresbeginn erreicht. Es ist auch nicht unbedingt ein kurzes Aufflackern des Euro gegenüber dem US-Dollar, denn der Aufwärtstrend hatte bereits im April begonnen und hält schon seit Wochen an.

Während der Euro durch gute Wirtschaftsdaten aus dem ersten Quartal gefördert wird, sind die Wirtschaftsdaten in den USA zuletzt weniger positiv verlaufen - zumindest aus Sicht von Anlegerinnen und Anlegern. Die Arbeitsmarktdaten hätten besser sein können und so wird man sich vielleicht doch länger als erwartet gedulden müssen, bis eine weitere Leitzinserhöhung erfolgt. Davon ist man in Europa weit entfernt, weil die EZB ihren lockeren Geldkurs konsequent beibehält. Gegen den US-Dollar sprechen zu Beginn des Juni 2017 auch die politischen Unsicherheiten um die FBI-Krise und Präsident Donald Trump sowie neue Spannungen im arabischen Raum rund um Katar. Die Aufkündigung des Klimavertrages spielt hingegen vorerst keine große Rolle - zumindest beim Umrechnungskurs, bei den Emotionen der Bürger sieht das schon anders aus.

Der Euro-Dollar-Kurs zog aber Ende Juni 2017 noch deutlicher an und lag damit klar über 1,13 US-Dollar pro Euro. Grund dafür ist einerseits, dass die Wirtschaft in der EU stabil wächst und das Inflationsziel von 2,0 Prozent wieder realistisch wurde, zum anderen, dass in den USA die Wirtschaft nicht mehr so dynamisch agiert. Während die Fed nicht kundtat, wie sie weiter agieren will, dürfte es in der EZB mit Beginn des Herbst eine Kurskorrektur geben und die Geldlockerung runtergefahren werden. Damit wird der Euro wohl weiter gestärkt, der schon lange deutlich unterbewertet gehandelt wird.

 

EUR/USD steigt im Juli 2017 auf über 1,15

Die Wirtschaft in der Eurozone zieht weiter an, die Inflation ist mit 1,3 bis 1,4 Prozent klar über der Prozentmarke, aber noch nicht bei den zwei Prozent, die so gerne angestrebt werden. Die US-Wirtschaft ist auch im Wachstum begriffen, hat sich aber in den Juni-Daten doch etwas eingebremst. Damit ist der Rückenwind für den Euro weiterhin Fakt und das lässt sich auch beim Umrechnungskurs der Gemeinschaftswährung Euro zum US-Dollar dokumentieren.

Denn der Kurs stieg auf über 1,15 US-Dollar pro Euro und ist weit weg von den tiefen Ständen, die man noch zu Jahresbeginn angekündigt hatte. Auch der Zerfall des Euro ist kein Thema - im Gegenteil: beim Umrechnungskurs hat man seit Jahresbeginn fast 10 Prozent zugelegt und diese Entwicklung könnte sogar noch einen Sprung nach oben erfahren, wenn die EZB ihren Kurs ändert. Das ist nicht gleich zu erwarten, aber im Herbst könnte es zu einer Dynamik kommen, wenn die lockere Geldpolitik aufgegeben wird. Und genau das erwarten sich sehr viele Beobachter und auch Volkswirte schon seit längerem. Der Kurs ist jedenfalls so hoch wie zuletzt Ende des Jahres 2014, aber die EZB argumentiert stets mit der Inflationsrate und dem Wachstum. Die Deflation ist schon lange vom Tisch, das Vertrauen in eine stabile Inflation aber offenbar noch nicht so gegeben wie gewünscht, sonst hätte die EZB ihren Kurs schon geändert.

 

Höhenflug geht weiter: Umrechnungskurs über 1,17

Selten gab es so ein klares Beispiel über den Unterschied zwischen Prognose und Realität wie im Jahr 2017. Und nein, es ist nicht der Wetterbericht gemeint, sondern die Ankündigung, dass der Euro zerfallen wird, dass die Parität von US-Dollar und Gemeinschaftwährung zu erwarten ist und vieles mehr - als Prognose. Und die Realität? Tja, die sieht aber ganz anders aus.

Denn der Umrechnungskurs steigt und steigt und steigt, weil die europäische Wirtschaft Gas gibt. Selbst der bevorstehende Brexit hält niemanden auf, nicht einmal in Großbritannien, wo sich die Wirtschaftsdaten stabilisiert haben. Europa wird nach langer Zeit wieder einmal zum Motor für die Weltwirtschaft und das hat zur Folge, dass der Kurs auf 1,17 US-Dollar pro Euro gestiegen ist - trotz billigstem Geld und EZB-Kaufprogramm von Anleihen. Dieses umstrittene Programm bleibt weiter erhalten und wird immer schärfer kritisiert, aber die Europäische Zentralbank belässt es vorerst dabei.

Mit dem Kurs von 1,17 in der letzten Juliwoche 2017 hat man ein Niveau erreicht, das zuletzt zu Jahresbeginn 2015 gegeben war. Das sagt schon einiges darüber aus, wie falsch man lag und das ist auch gut so, denn ein wirklicher Zerfall des Euro wäre ein Fiasko auch für die Weltwirtschaft geworden. Noch deutlicher zeigt sich der Jahrestrend, denn seit Jahresbeginn hat der Euro-Dollar-Kurs über 11 Prozent zugelegt. Der Euro ist insgesamt stärker geworden, weil er auch gegenüber dem Schweizer Franken leicht zugelegt hat, aber der neuerliche Auftritt beim EUR/USD-Kurs ist der Tatsache geschuldet, dass die Fed bei Zinserhöhungen auf die Bremse steigt. Das setzt den Dollar unter Druck und verschafft dem Euro weiteren Rückenwind.

 

EUR/USD-Kurs steigt Anfang August 2017 auf 1,19

Eine verkehrte Welt bietet sich momentan beim Vergleich der wichtigsten Währungen mit dem Euro und dem US-Dollar. Der Dollar war zu Jahresbeginn besonders stark, weil sich die Börsen über die Wirtschaftsförderung vom neuen US-Präsidenten Donald Trump gefreut haben, während der Euro weiter unter Druck blieb. So sollte es auch weitergehen, aber daraus wurde nichts.

Denn die Seiten haben sich gedreht: während in den USA vor allem rund um das Regierungsteam von Präsident Trump pures Chaos ausgebrochen ist, baute sich in Europa ein starker Rückenwind auf Basis sehr guter Wirtschaftsdaten auf und selbst in Griechenland geht die Arbeitslosigkeit zurück. EU-weit ist die Arbeitslosigkeit generell rückläufig und die Zuversicht ist so groß wie schon Jahre nicht mehr.

Somit setzte sich der Umrechnungskurs EUR/USD seinen überraschenden Weg nach oben fort und war kurzfristig sogar schon bei 1,19 Dollar pro Euro angekommen und hält souverän die 1,18. Das sind Werte, die man vor einem halben Jahr noch für unmöglich gehalten hat, aber der Euro hat sich sehr stabilisiert, obwohl die EZB ihn weiterhin schwächen möchte. Denn auch gegenüber dem Franken hat der Euro deutlich zugelegt und sogar 1,15 erreicht - ein Wert, den auch nicht viele auf der Rechnung hatten. Neben der guten Wirtschaftsdaten erwartet man aber auch für den Herbst einen Kurswechsel in der EZB und das Ende des Anleihenkaufs, was dem Euro nochmals einen Schub geben dürfte.

 

Kurs steigt über 1,20

Die starke europäische Wirtschaft einerseits, das Chaos in der US-Regierung andererseits plus Hurrikanchaos in Texas ergibt eine Mischung, die den US-Dollar weiter unter Druck setzt und dem Euro einen doch eher unerwarteten Rückenwind verschafft - die Konsequenz ist, dass mit 29. August 2017 der Umrechnungskurs von Euro zu US-Dollar auf über 1,20 Dollar pro Euro geklettert ist - es ist dies der höchste Wert seit mehr als zweieinhalb Jahren oder aufs Jahr gerechnet: ein Plus von über 14 % zum Jahresbeginn.

Immer wieder war der Euro in den letzten Jahren angestiegen, aber dann gegenüber dem US-Dollar zurückgefallen. Für heuer war überhaupt ein Rückgang bis zur Parität als Möglichkeit angesehen worden, aber es kam anders und der Kurs klettert weiter und weiter. Zwar gibt es hin und wieder ein paar Rückschläge, aber eine Rückführung auf 1,10 oder darunter war nie Thema. Stattdessen klettert der EUR/USD-Umrechungskurs seit Mai nach oben wie bei einer Bergankunft eines Radrennens und wohin die Reise geht, ist nicht leicht zu sagen. Mit der Wette auf einen Kurs von 1,20 hätte man zu Jahresbeginn viel Geld machen können. Mit ein Grund für diesen Anstieg ist aber auch, dass EZB-Chef Draghi sich erstmals nicht negativ über den teurer gewordenen Euro beklagt hat und das deuten Marktteilnehmer auch dahingehend, dass im Herbst an der Zinsschraube vielleicht doch gedreht werden könnte.

 

September 2017: US-Dollar wird wieder stärker

Offenbar hat der Euro-Dollar-Kurs mit der Marke von 1,20 Dollar pro Euro seine Obergrenze kennengelernt. Im Widerspruch zu der Erwartung für dieses Jahr 2017 kletterte der Euro nach oben, aber bei 1,20 scheint Schluss zu sein und es könnte auch eine Trendwende geben. Mitte September 2017 zeigt sich jedenfalls, dass der US-Dollar wieder stärker wird und der Kurs ist unter 1,19 gefallen.

Trotzdem liegt der Kurs in Relation zum Jahresbeginn bei einem Plus von 13 %. Die Frage ist, wie sich der Herbst gestalten wird. Ein erster Schritt und auch ein Indiz ist das Faktum, dass die Fed ab Oktober anfangen will, die gigantischen Berge an Anleihen abzubauen, die zur Stärkung von Dollar und Wirtschaft jahrelang angehäuft wurden. In Europa ist die EZB weiterhin fleißig beim Anleihenkauf, also noch in der gegenteiligen Richtung unterwegs, um den Euro zu schwächen. Wirklich schwach wurde er nicht, die Meinung über diese Aktionen ist seit Monaten geteilt. Und es ist nicht absehbar, wie man im Herbst weiter vorgehen wird, denn die Wirtschaft hat sich stark erholt.

Aber: die EZB hat wohl Sorge, dass eine Erhöhung des Leitzinses für zu teures Geld für die südeuropäischen Länder am Kapitalmarkt sorgen könnte und zögert deshalb noch.

 

EZB schickt Euro auf 1,16

Die letzte Oktoberwoche 2017 brachte eine wieder einmal mit Spannung erwartete EZB-Sitzung und diesmal gab es auch eine deutliche Aussage. Denn nach Ende der Sitzung wurde offenbar, dass zum einen der umstrittene Anleihenkauf halbiert wird, aber zum anderen der Leitzins nicht angerührt wird und weiter bei Null Prozent bleibt.

Das heißt, dass man sehr wohl auf die veränderten Rahmenbedingungen und die starken Wirtschaftsdaten in der Eurozone reagiert, aber man bleibt bei der sehr lockeren Geldpolitik und kauft weiterhin Anleihen, wenn auch nicht mehr in dem extremen Ausmaß wie in den letzten Monaten. Die Folge ließ nicht lange auf sich warten, denn der Euro ging talwärts und aus 1,18 Dollar pro Euro wurden rasch 1,16, der niedrigste Wert seit Juli 2017.

Und dennoch ist man über 10 % über dem Jahresbeginn, weil der Euro viel stärker zugelegt hatte, als man erwarten konnte. Dass die EZB irgendwann in den nächsten Monaten auch den Leitzins angreifen wird oder gar wird müssen, ist auch klar, aber viele hätten sich eine raschere Handlung gewünscht und vielleicht ist deshalb der Kurs auch so deutlich gefallen. Eine Rolle spielt dabei auch der US-Dollar, der momentan sich wieder von der stärkeren Seite präsentiert.

 

Euro steigt trotz Deutschland-Krise auf 1,19

Deutschland ist das wichtigste EU-Mitglied, vor allem auch wegen seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und deshalb stürzt der Kurs auch schnell ab, wenn sich in der Politik eine Krise ergibt. So geschehen im November 2017, weil die Regierungsbildung als Jamaika-Variante von CDU/CSU, Grüne und FDP geplatzt ist. Oder doch nicht? Trotz der damit einhergehenden Unsicherheit hat sich weder DAX besonders hektisch gezeigt, noch der Euro irgendeine Reaktion gezeigt.

Im Gegenteil: durch sehr gute Wirtschaftsdaten aus der Eurozone allgemein und Deutschland im Besonderen ist der Euro-Dollar-Kurs sogar wieder aus seinem kurzfristigen Loch herausgekommen und stark gestiegen - auf über 1,19 Dollar pro Euro, was zuletzt im September 2017 der Fall war. Damit beginnt der Umrechnungskurs den letzten Monat des Jahres mit seinem Weihnachtsgeschäft 13,5 % über dem Anfangswert des Jahres 2017 und hat eine beeindruckende Rallye hinter sich, wobei auch für die nächsten zwei bis drei Jahre gute Wirtschaftsdaten erwartet werden. Diese Entwicklung könnte also noch weitergehen, wobei es zwei Fragestellungen gibt.

Die erste ist jene, was nun mit dem Steuerprogramm in den USA sein wird - Donald Trump hatte im Wahlkampf große Sprünge versprochen, bis dato weiß man nichts genaues. Und in Europa wird die EZB irgendwann ihren Kurs der lockeren Geldpolitik aufgeben müssen. Die Sorge, dass ein höherer Leitzins Südeuropa wieder unter Druck bringen könnte, ist durchaus berechtigt, aber die Wirtschaft zieht an und selbst in Griechenland ist die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen, wenngleich noch viele Menschen auf Arbeitsplatzssuche sind. Es wird wohl im Frühjahr einen Kurswechsel geben müssen. Und dann könnte es spannend werden.

 

Fed erhöht den Leitzins erneut

Die Fed hat auf die gute Wirtschaftslage in den USA reagiert und den Leitzins auf die Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent erhöht. Beim Vergleichskurs mit dem Euro war die ganz große Reaktion bis dato ausgeblieben. Der Euro-Dollar-Kurs hat sich bei knapp 1,18 US-Dollar pro Euro gehalten und kaum Kursveränderungen durchlebt, was wohl auch daran lag, dass man mit der Leitzinserhöhung hat rechnen können.

Janet Yellen hat damit nochmals den Zins erhöht, bevor sie ihre Aufgabe als Fed-Chefin beendet, wobei der Ausblick für 2018 auch Erhöhungen und mehr Kontrolle des Geldflusses ankündigt. Man rechnet allgemein mit drei Leitzinserhöhungen im nächsten Jahr und damit einer deutlichen Zinsverstärkung nach Jahren mit Null Prozent Zinsen.

In Europa tut sich in Sachen Zinsen nach wie vor nichts, was oftmals schon kritisiert wurde. Die Deflation ist längst abgewendet, aber die Angst, dass die stark verschuldeten südeuropäischen Staaten, allen voran Griechenland, bei höherem Leitzins wieder oder noch mehr Probleme bekommen, hat die EZB bewogen, es bei Null Prozent zu belassen. Das sollte sich aber auch 2018 ändern. Das Jahr war jedenfalls ein sehr starkes für den Euro, denn der Euro-Dollar-Kurs hat um 12 Prozent zugelegt.

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