Sie sind hier: Startseite -> Geografie -> Erdbeben -> Erdbeben weltweit -> Sendai / Fukushima 2011

Heftiges Erdbeben in Japan mit 9,0 und Tsunami

Erdbeben und Tsunami in Japan

Bereits am Mittwoch, den 9. März 2011 wurde Japan von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 heimgesucht, doch das dürfte wohl ein Vorbeben gewesen sein, denn am 11. März 2011 erfolgte um 14.45 Uhr Ortszeit (6.45 Mitteleuropäischer Zeit) ein heftiges Erdbeben mit einer Stärke von 9,0. Nur sieben Erdbeben waren bis zu diesem Zeitpunkt stärker als dieses. Was Japan betrifft, gab es 1933 ein Erdbeben mit 8,9 als stärkste Erdbewegung.

Ursache des Erdbebens von Sendai

Ursache des Erdbebens war, dass sich die pazifische Platte ruckartig unter die eurasische geschoben hatte, wodurch auch der Tsunami ausgelöst worden war. Beide Platten bewegen sich jedes Jahr um etwa acht Zentimeter aufeinander zu und das einer der Gründe, warum Japan ohnehin sehr erdbebengefährdet ist. Diese Bewegungen des Erdbebens sind weltweit messbar, so haben laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auf der Wiener Hohen Warte die Messstellen in Österreich etwa 12 Minuten nach dem Erdbeben die Bebenwellen aufgezeichnet.

Das Epizentrum des Bebens lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und etwa 400 Kilometer nordöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio. Durch das Erdbeben entwickelte sich auch ein Tsunami, der nach ersten Fernsehberichten eine Welle von bis zu zehn Meter Höhe an die Ostküste Japans gespült hatte. Boote wurden losgerissen, Autos ins Wasser gespült, Häuser weggeschwemmt.

Die Erdstöße waren in Tokio sehr deutlich zu spüren und bei dieser Stärke war auch zu befürchten, dass es noch viele heftige Nachbeben geben könnte. Mehr als 300 Nachbeben sind gemessen worden, die über einer Magnitude von 6,0 liegen, manche sogar über 7,0.

Die Gefahr des Tsunami für den gesamten pazifischen Raum hatte sich nicht bestätigt. Wohl kamen Wellen über Haiti bis Indonesien und bis zur Küste der USA an, waren aber nur von geringer Wucht und richteten keinen Schaden an.

Das Erdbeben hatte schon viele Opfer gefordert, doch die große Katastrophe im Sinne der Menschen vor Ort war der Tsunami, der viele Menschen in ihren Häusern erreicht hatte und zahlreiche Opfer ähnlich der Tsunami-Katastrophe in Thailand durch die Wucht des Wassers umgebracht hat. Verschiedene Zahlen waren genannt worden, der offizielle Abschlussbericht lässt nur annähernd erkennen, wie groß die Katastrophe war, zu der sich sogar der japanische Kaiser im TV gemeldet hat - eine sehr seltene Situation, da er sich kaum zu Wort meldet.

Offiziell wurden 15.893 Menschen durch Erdbeben und Tsunami getötet, über 120.000 Gebäude wurden zerstört, über 280.000 weitere zumindest stark beschädigt und außerdem gab es fast 300 Brände, die durch die Katastrophe entstanden waren.

Erdbeben und Tsunami führen zu AKW-Katastrophe

Zusätzlich zu all dem Leid der Menschen und der großen Zahl an Opfern sowie der Zerstörung der Infrastruktur und ganzer Ortschaften kam die Folge des Tsunamis beim Atomkraftwerk (AKW) Fukushima-Daiichi, das sechs Reaktorblöcke besaß. Das Kühlsystem scheiterte als Folge des Tsunami in den Blöcken 1 bis 4 und live im Fernsehen war zu sehen, wie es Explosionen gab. Strahlung trat aus und die Menschen mussten großräumig evakuiert werden.

Das Erdbeben hätten die Reaktorblöcke noch gut überstanden, doch durch den hohen Tsunami und das Eindringen des Wassers setzte die Technik aus und sorgte zu allem Chaos und Drama für Land und Leute für eine atomare Katastrophe, sodass selbst 60 Kilometer vom AKW entfernt viel zu hohe Strahlenwerte gemessen wurden.

Diese Katastrophe sorgte weltweit für Diskussionen über den Einsatz der Atomkraft zur Energiegewinnung und war ein starker Impuls, um in Deutschland sich von den AKWs abzuwenden und andere Lösungen anzustreben.

 

April 2011: ein neuerlich schweres Erdbeben vor Japan

Fast exakt einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben, das am 11. März 2011 stattfand, wurde Japan neuerlich von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Zwar war es kein Erdbeben mit einer Magnitude von 9,0 wie im März, aber die 7,4, die gemessen wurde, reichte aus, um die japanische Hauptstadt Tokio neuerlich zittern zu lassen, denn in den Gebäuden waren die Erdstöße sehr gut zu spüren und die Wände wackelten deutlich sichtbar.

Das Epizentrum lang wieder nordöstlich von Japan etwa 40 bis 60 Kilometer von der Stadt Sendai entfernt und damit im fast gleichen Gebiet wie das Katastrophenbeben. Nach ersten Berichten handelte es sich um ein Erdbeben an einer anderen Bruchstelle und somit um ein eigenständiges Ereignis, doch mittlerweile konnte ermittelt werden, dass es doch ein Nachbeben vom Katastrophenbeben im März war. Jenes Beben war mit der Stärke von 9,0 das stärkste, das je Japan heimgesucht hatte.

Es fand knapp vor Mitternacht Ortszeit am 7. April 2011 statt und auch in Tokio bewegten sich die Wände stark. Da viele Menschen Freunde und Angehörige beim Tsunami im März verloren hatten, war die Sorge groß, dass sich die Katastrophe wiederholen könnte und wurden die schlimmen Momente wieder wachgerufen.

Bei der ersten Bilanz ging man von vier Toten und zumindest 140 Verletzten aus. Das Atomkraftwerk Fukushima I, das beim Hauptbeben so schwer beschädigt wurde, hat keine Folgeschäden davongetragen, aber das AKW Onagawa wurde Berichten zufolge beschädigt, sodass radioaktiv verseuchtes Wasser entweichen konnte.

Ebenfalls interessant:

Erdbeben weltweit 2019

Aufstellung der starken Erdbeben im Jahr 2019, die weltweit entstanden sind und entweder eine hohe Magnitude aufwiesen und/oder Opfer und Schäden verursacht haben.

Erdbeben weltweit 2018

Aufstellung der starken Erdbeben im Jahr 2018, die weltweit entstanden sind und entweder eine hohe Magnitude aufwiesen und/oder Opfer und Schäden verursacht haben.

Erdbeben weltweit 2017

Aufstellung der starken Erdbeben im Jahr 2017, die weltweit entstanden sind und entweder eine hohe Magnitude aufwiesen und/oder Opfer und Schäden verursacht haben.

Erdbeben weltweit 2016

Aufstellung der starken Erdbeben im Jahr 2016, die weltweit entstanden sind und entweder eine hohe Magnitude aufwiesen und/oder Opfer und Schäden verursacht haben.

Erdbeben weltweit 2015

Aufstellung der starken Erdbeben im Jahr 2015, die weltweit entstanden sind und entweder eine hohe Magnitude aufwiesen und/oder Opfer und Schäden verursacht haben.

[aktuelle Seite]

Sendai / Fukushima 2011

Erdbeben und Tsunami in Japan 2011: das schwere Erdbeben in Japan mit einer Magnitude von 9,0 und dem ausgelösten Tsunami als Folge.

Soziale Medien

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel geteilt wird:

Themenliste:

Zurück zum Hauptthema

Übersicht Erdbeben weltweit

Startseite Geografie