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Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV)

Hitfabrik in den 1980er-Jahren

Die Erste Allgemeine Verunsicherung (kurz EAV) wurde im Jahr 1977 unter anderem von Thomas Spitzer gegründet. Thomas Spitzer sorgte mit seinen Texten seit jeher für eine hohe Qualität in den Liedern der EAV, auch wenn diese Qualität nicht immer erkannt oder anerkannt wird.

EAV und Austropop

In den mehr als 30 Jahren, die die EAV seither in Österreich Musik macht, gab es viele Veränderungen. Obwohl zahllose Lieder fast schon zu Hymen geworden sind, wie beispielsweise der Ba-Ba-Banküberfall, Ding-Dong oder An der Copacabana, ist vielen unbekannt, dass die EAV, deren Hits hauptsächlich in den 1980er-Jahren auf den Markt kamen, schon ab 1977 tätig waren. Bekannte Sänger wie Wilfried oder Gert Steinbäcker (später STS) hatten am Projekt mitgewirkt.

Aber der Erfolg stellte sich erst ein, als 1981 Klaus Eberhartinger als Frontman zur Band kam und das verkörperte, was die EAV in Wirklichkeit ist: eine Gruppe, die mit durchaus sehr kritischen Texten, aber lustigen Melodien das Publikum zu unterhalten versteht - eine Kombination, deren Wirkung selbst für die Band häufig eine Überraschung war.

Dass Lieder wie "Küss die Hand, schöne Frau" durchaus ernste Hintergründe hat und dass Burli ein Seitenhieb auf die Atompolitik ist, ist oft untergegangen, weil die Melodien fröhlich und lustig waren und gut ankamen. Klaus Eberhartinger selbst hat in vielen Interviews erzählt, wie erstaunt die Band war, dass die Kinder, oft nicht älter als acht Jahre, auf die neuesten Lieder abgefahren sind, weil die Melodien gut ankamen.

EAV und die Texte

Manchmal eckte die Erste Allgemeine Verunsicherung auch an, wenn sie sich kritisch mit dem österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim auseinandergesetzt hatte ("wann man gehn muß") und Burli, das Lied, das sich gegen die Atompolitik aussprach, wurde von Bayern aus in ganz Deutschland nicht mehr im Radio gespielt, weil man eine Veräppelung der behinderten Menschen hineininterpretierte.

Tatsächlich sind es die Texte von Tom Spitzer, die den Erfolg der EAV ausgemacht hatten. Durch Klaus Eberhartinger wurden die Texte dann fast perfekt verkörpert. Die Videos haben meistens fast nichts gekostet und von der lustigen Idee gelebt, sorgten aber trotzdem für einen Riesenerfolg und die Tourneen waren restlos ausverkauft. Weiterhin gab es den durchaus auch gewollten Widerspruch zwischen Kabarett, lustigen Melodien und Texten, die gesellschaftskritisch sind. Das betraf nicht nur spätere Alben, sondern auch die Anfangszeit, wenn die Ausländerfeindlichkeit oder Fehler in der Bildung in den Fokus rücken. Auch der Sextourismus wurde angesprochen.

EAV mit weiteren Alben

Doch in den 1990er-Jahren kam Sand ins Getriebe und obwohl die EAV weiterhin regelmäßig neue Alben auf den Markt brachte, wollte sich der Erfolg nicht wieder einstellen. Vielleicht hatte das auch damit zu tun, dass es zahlreiche Wechsel bei den Bandmitgliedern gab. Gründungsmitglieder wie Eik Breit (berühmt für seine André Heller-Parodie "es wird heller") und Nino Holm waren nicht mehr dabei, neue Mitglieder hatten ihren Platz eingenommen.

Weiterhin war die EAV mit Platten am Markt und ging auch auf Tourneen, wobei die alten Lieder stets ein Begleiter waren und viele wegen dieser zum Konzert kamen. Das ist künstlerisch ein wenig problematisch, aber andererseits macht es auch stolz, wie sehr man die Menschen nun schon seit Jahrzehnten zu begeistern versteht.

Die EAV war auch auf Schlagerevents zu Gast und bewegte sich damit auch auf dem schmalen Grat zwischen Pop und Schlager. Die Grenze und vor allem Abgrenzung schwindet immer mehr, denn auch eine Helene Fischer hatte es in die Pop-Hitparaden geschafft.

EAV-Ende 2019

Im September 2019 kam die letzte Platte der Ersten Allgemeinen Verunsicherung auf den Markt, die auch die Grundlage für eine Abschiedstour darstellte. Denn im Jahr 2019 tourt die EAV nochmals durch den deutschsprachigen Raum, um sich als EAV von der Bühne und damit von den Fans zu verabschieden. Das heißt aber nicht, dass die Mitglieder gänzlich aufhören, sie hören nur als die mittlerweile berühmte Band auf zu wirken.

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