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Börsenanalyst und seine Aufgaben

Vereinfachung des Marktes für Dritte

Wenn man sich kurz vor Augen führt, wie viele verschiedene Aktien man alleine erwerben kann, dazu die Währungsoptionen nimmt und sich schließlich durch die große Zahl von Investmentfonds pflügt, erkennt man schnell, dass es kaum möglich ist, den Überblick zu wahren. Noch unmöglicher ist dies für einen Laien, der gerne ein paar tausend Euro anlegen möchte und natürlich keine Lust hat, das Geld zu verlieren - es sollte viel lieber im Wert zulegen.

Damit das möglich ist, kann man das Glück beauftragen und trifft genau die Aktie, die steil nach oben schießt, aber das kann genauso gut nach hinten los gehen. Eine bessere Methode ist für viele Interessierte an einer Investition der Besuch bei der Hausbank, die Berater und Analysten bieten kann. Eine andere Möglichkeit ist ein Dienstleister, der Analysen durchführt und Empfehlungen bereitstellen kann. Was aber genau ist die Aufgabe solcher Analysten und wie sicher sind ihre Empfehlungen?

Börsenanalyst und seine Aufgaben

Die Grundlage aller Aktien sowie anderer Finanztitel sind Zahlen. Eine Aktie ist ein Wertpapier, das eine Beteiligung an einem Unternehmen darstellt. Ob man nun eine Aktie besitzt oder deren tausend Stück ist unerheblich. Mit dem Unternehmen gibt es auch die Unternehmenszahlen wie Bilanz, Entwicklung, Umsatzprognose und vieles mehr. Täglich werden neue Nachrichten verbreitet, die über das Unternehmen berichten oder die vom Unternehmen selbst gemeldet werden.

Der Analyst arbeitet häufig im Auftrag von Bankinstitute oder anderer Investmenthäuser und erarbeitet das Zahlenmaterial, um ein Verhältnis zwischen dem aktuellen Kurs und der tatsächlichen Lage des Unternehmens herzustellen. So kann man abschätzen, ob mit neuen Projekten erfolgreiche Entwicklungen möglich sind oder ob das Unternehmen eher den Rückwärtsgang eingelegt hat. Das Zahlenmaterial kann einzelne Unternehmen betreffen, es kann aber auch Regionen oder Sparten betreffen.

Das Ziel ist es, dass der Analyst nach Durcharbeiten der aktuellen Daten Empfehlungen abgeben kann, welche Wertpapiere einen guten Verlauf nehmen können und welche nicht bzw. wo wird es eher einen mäßigen Kursverlauf geben. Analysten geben die Daten an die Banken und andere Auftraggeber weiter, wobei die Bank zum Teil mit externen, zum Teil mit eigenen Expertinnen und Experten arbeiten.

Die Konsequenz sind Grundlagen, auf Basis derer Bankkundinnen und Bankkunden beraten werden können, welche Investmentfonds, Aktien oder andere Finanzprodukte aktuell eine Ertragschance bieten und wo man besser nicht tätig werden sollte.

Stimmen die Empfehlungen immer?

Keinesfalls. Es braucht nur irgendwo ein politisches Gewitter losgehen und die Börsen brechen um zehn Prozent ein, was niemand vorhersehen konnte. Und es gibt auch das Problem, dass marktübergreifend sehr gerne ähnliche Perspektiven genannt werden, wodurch sich die Kurse sofort ändern können. Sobald eine starke Kaufempfehlung ausgegeben wird, stürmen die Zocker die Aktien und der Kurs geht steil nach oben und zwar manchmal dann so steil, dass es bald zur Gegenbewegung kommt.

Und Analysten können sich irren und auch die Bankmanager können völlig falsche Entscheidungen treffen. Zwar ist es eine große Hilfestellung für Laien, wenn sie Kaufempfehlungen erhalten oder wenn man ihnen nahelegt, die bisherigen Fondsanteile zu verkaufen, aber das Chaos rund um den Euro-Franken-Kurs inklusive der globalen Bankenkrise hat gezeigt, dass die Banken durchaus auch völlig falsch liegen.

Es wurden tonnenweise Frankenkredite als Fremdwährungskredite verkauft - in Österreich, in Ungarn, Polen, Kroatien und auch in Deutschland. Denn, so die Bankenmeinung, Euro und Schweizer Franken sind ganz sichere Währungen, da kann dem Geld nichts passieren. Und es passierte doch etwas, denn es kam zur Eurokrise und plötzlich saßen viele auf viel höheren Kreditschulden für ihr Haus als angenommen. Auch Bankenaktien brachen ein und so manche Empfehlung in diesem Fall für einen Kreditabschluss erwies sich als grundfalsch.

Was dann?

Jetzt jede Analyse als falsch zu bezeichnen ist auch nicht korrekt, denn sehr häufig sind die Empfehlungen wirklich gute Hilfestellungen. Dazu kommen die Berater in den Banken, die bestimmte Fonds anbieten, zum Teil aber natürlich auch eigene Finanztitel, die man gerne unters Volk bringen möchte. Aber es ist gut, wenn man mit Freunden, Bekannten und solchen Leuten, die Vorkenntnisse haben, Gespräche führt, um die Empfehlungen zu hinterfragen.

Hilfreich sind auch Internetforen, in denen man mit Gleichgesinnten sich austauschen kann. Das kann mühsam sein, weil manche nur Fachvokabel nennen und das gleiche Vorwissen voraussetzen, aber man findet durchaus nette Leute, die Tipps für den Start geben können.

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