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Zertifikate als Geldanlage

Schuldverschreibungen mit unterschiedlichem Risiko

Das Zertifikat ist eine weitere Möglichkeit, um auf dem Feld des Börsenhandels sein Geld anlegen zu können. Dabei gibt es wie beim direkten Kauf von Aktien oder auch bei der Beteiligung an Investmentfonds die unterschiedlichsten Produkte mit verschieden hohem Risiko je nach Definition, Region und weiteren Parametern.

Definition Zertifikat

Ein Zertifikat ist eine Schuldverschreibung, die üblicherweise von Banken angeboten wird. Kauf man ein solches Zertifikat, dann übernimmt man die Rolle des Gläubigers und der Herausgeber des Wertpapiers, die Bank, ist der Schuldner. Im Gegensatz zu Anleihen, bei denen man an den Zinsen verdienen möchte, ist beim Zertifikat die Beteiligung am Gewinn das große Thema, also zum Beispiel an einer positiven Entwicklung eines Aktienindex.

Als Underlying oder zugrundelegendem Finanzprodukt kommt viele Möglichkeiten in Frage. Aktien sind häufig ein Thema, auch Aktienindizes, dazu kann man mit Währungen, Rohstoffe, Nullkupon-Anleihen, Futures und Optionen sein Glück versuchen, um am Erfolg mitzunaschen.

Einsatz der Zertifikate

Die große Herausforderung und einer der Gründe, warum diese Wertpapiere so beliebt wurden, ist die Flexibilität. Es gibt Zertifikate mit einer fix definierten Laufzeit und andere mit einer Endlosdauer. Man kann sehr sichere Zertifikate wählen, bei denen es eine 100%ige Kapitalgarantie gibt und andere, bei denen das Geld komplett weg sein kann, wenn die Entwicklung nicht so abläuft wie erwartet.

Es gibt daher auch nicht *das* Zertifikat, sondern je nach Handelssituation auch ganz unterschiedliche Produkte. Zum Beispiel kann man mit einem Zertifikat an einem Aktienindex mitnaschen, bei dem das Geld ein paar Jahre angelegt wird und man bis zu maximal 300 Prozent beteiligt ist. Das heißt, wenn sich der Wert des Aktienindex verdreifacht, ist man noch dabei, steigt der Wert noch höher, spielt man nicht mehr mit. Daher gibt es sehr individuelle Lösungen und auch unterschiedliches Risiko.

Risiko bei den Zertifikaten

Für Leute, die ihr Geld sicher anlegen wollen, ist ein Zertifikat mit Kapitalgarantie eine schöne Lösung. Man kann sein Geld nicht verlieren, allerdings ist der Profit meist auch geringer oder begrenzt wie beim obigen Beispiel mit der Verdreifachung. Das andere Extrem sind Zertifikate mit einem Hebel, bei denen es zwar einen Sicherheitspuffer gibt, aber das Geld kann schnell komplett weg sein, wenn der Kurs eine bestimmte Marke unterschreitet. Dazwischen gibt eine ganze Form unterschiedlicher Produkte zu unterschiedlichen Finanztiteln, bei denen der Laie wohl Beratung von der Bank oder Anlageberatern braucht, um das Risiko besser einschätzen zu können.

Faktoren beim Zertifikat

Neben dem Anbieter (der Bank) sind vor allem die Region, die Laufzeit und die Chancen auf Ertrag bzw. die Risiken Faktoren, die es zu beachten gilt. Auch mit einem Zertifikat mit Kapitalgarantie in Europa oder in den USA kann man gute Erträge erzielen, viel höher sind sie natürlich in den Schwellenländern oder gar in Afrika, aber dafür ist auch das Risiko weit höher. Die Laufzeit ist je nach Produkt unterschiedlich und kann von unendlich bis zu einem bestimmten Datum angeführt sein.

Ein Entscheidungsfaktor ist natürlich die Frage, wie lange man sein Geld anlegen möchte und mit welchem Ziel. Ein Kriterium ist dabei das Chancen-Risiko-Profil und die eigenen Vorstellungen beim Geld anlegen.

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