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Swap und Derivate

Tausch von Zinsbelastungen und Kredite

Die Änderungen am Zinsmarkt betreffen die Kreditinstitute massiv und um sich abzusichern, hat man den Weg zu den Derivaten gefunden. Eine Art der Derivate ist der Swap, übersetzt der Tausch. Dabei werden Kreditarten ebenso getauscht wie Zinszahlungen, um auf die Veränderungen am Finanzmarkt reagieren und sich vor Verlusten schützen zu können.

Grundlagen zu Swap

Ein Partner hat zum Beispiel fix verzinste Zahlungsverpflichtungen und tauscht mit einem anderen Partner, der variabel verzinste Zahlungsverpflichtungen in seinem Portfolio aufweist. Durch den Swap ergo Tausch erreichen beide Partner, dass sie durch die variablen Zinsverpflichtungen am Gewinn bei günstiger Entwicklung gleichfalls profitieren können, aber gleichzeitig durch einen Anteil von fest verzinster Verpflichtungen auch für Stabilität und Sicherheit sorgen.

Denn die bisherigen Verpflichtungen wirken mit den neuen Zusammen, sodass man diesen Tausch (Swap) auch ein wenig mit einem Investmentfonds vergleichen könnte, bei dem Aktien für Dynamik und Renten für Sicherheit sorgen, wie dies beim Mischfonds gewählt wird. Die Banken nutzen also das Derivat, um verschiedene Arten von Finanzentwicklungen gerade bei längerfristigen Geschäften zusammenzuführen.

Streuung von Risiko durch Swap

Swaps werden besonders auch bei Fremdwährungskrediten genutzt, um Kredite unterschiedlicher Währungen zu tauschen. Dadurch kann man sein Risiko besser streuen und die beiden Partner sichern sich gegen starke Kursänderungen bei den Devisen ab. Tun sie dies nicht, bestünde die Gefahr, wenn ein Partner von einer Währung besonders hohe Kreditsummen sein eigen nennt, dass man in die Währungsfalle läuft und das kann sehr teuer werden.

Fazit zu Swap

Swaps sind daher Derivate, die gerade den Bankensektor besonders stark betreffen und dort auch entwickelt wurden, um sich von Zinsüberraschungen abzusichern. Die Aufgabe liegt in der Streuung des Risikos, aber auch im Spekulieren, von positiven Zinsentwicklungen zu profitieren. Daher gilt für den Tausch die gleiche Kernaussage wie für die Derivate selbst. Derivate wurden entwickelt, um sich vor starken Kursverlusten abzusichern. Diese Idee haben die Banken übernommen und so können sie bei unsicherer Lage und hohen Kreditsummen für mehr Absicherung sorgen.

Aber andererseits ist so auch die Lust groß geworden, Gewinne einzufahren und gierig zu werden. Das betrifft nicht nur Banken alleine, auch viele öffentliche Rechtsträger sind auf die Idee gekommen. In den Jahren 2010 bis 2013 wurden zum Beispiel in Österreich einige Aktivitäten von Gemeinden und Städten bekannt, die mit Swap viel Steuergeld verspekuliert haben. Ob sie schlecht beraten waren oder nicht, ist unklar, aber Swap ist keine Einbahnstraße und kann bei ungünstigem Verlauf auch sehr teuer werden.

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Begriffe zu den Derivaten

Call-Option
Die Call-Option ist ein Derivat und eine Option an der Börse, bei der der Besitzer der Option das Recht hat, das Underlying zu kaufen.

Derivate: Grundlagen
Derivate sind Absicherungen an der Börse vor steigenden oder sinkenden Preisen, die auch für die reine Spekulation genutzt werden wie Optionen oder Futures.

Futures
Futures sind eine Form von Derivate an der Börse, bei der beide Geschäftspartner auf Kursgewinne spekulieren.

Kontraktgröße
Kontraktgröße oder Anzahl (Stückzahl) ist die Bezeichnung an der Börse für die Quantität eines Handels bei Derivate wie den Optionen oder Futures.

Long
Long oder Long Position ist ein Ausdruck an der Börse für den Besitzer eines Derivates mit verschiedener Aussagekraft.

Option
Optionen sind Börsengeschäfte, die als Untergruppe zu den Derivaten gehören und für Kursspekulationen genutzt werden können.

Option und Zeitpunkt
Beim Optionshandel unterscheidet man den Zeitpunkt oder Zeitraum für die Handelserfüllung ergo Europäische und Amerikanische Option.

Put-Option
Die Put-Option ist eine Option an der Börse, bei der der Besitzer das Recht hat, das Underlying des Handels zu verkaufen (long position).

Short
Short oder Short Position ist ein Ausdruck beim Börsenhandel mit Derivate, bei der man mit Leerverkäufe spekuliert.

Strike Price
Ausübungspreis oder Strike Price ist der festgelegte Preis bei einem Derivat an der Börse - häufig ein Kurswert für den Handel etwa von Rohstoffe.

Termingeschäft
Termingeschäfte zählen zu den Derivaten an den Börsen und werden als Spekulation auf den Gewinn, aber auch zur Kursabsicherung durchgeführt.

Underlying
Underlying ist ein Begriff an der Börse beim Handel mit Derivate und umschreibt das eigentlich gehandelte Gut wie etwa Rohstoffe, Währungen oder andere Finanzprodukte.

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