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Spekulationsgewinn und Spekulationssteuer

Gewinn binnen eines Jahres

Um für mehr Stabilität an den Börsen zu sorgen und der Spekulation einen Riegel vorzuschieben, wurden in vielen Ländern Spekulationssteuern eingeführt. Sie treten an in Aktion, wenn innerhalb eines Jahres über den Freibetrag hinaus Gewinne durch Spekulation erzielt wurden.

Grundlage zur Spekulation

Die Idee der Börse ist weiterhin eine gute und zielt darauf ab, dass jemand sich Aktien besorgt und Teilhaber einer Aktiengesellschaft wird, wodurch diese AG mehr Geld für Investitionen zur Verfügung hat. Als Gegenzug erhält der Aktionär nicht nur ein Stimmrecht an der Hauptversammlung der AG, sondern auch einen Teil des Kuchens, wenn Gewinn erwirtschaftet werden. Das setzt aber voraus, dass der Börsenhandel für langfristige Anlageformen eingesetzt wird. Dieses Ziel wird aber nicht immer so gesehen, da die Spekulation im Vordergrund steht.

Wenn beispielsweise jemand am Beginn eines Jahres 100 Aktien zu 100 Euro erwirbt und der Aktientitel plötzlich sehr stark steigt und nach zwei Monaten werden die 100 Aktien zu 200 Euro verkauft, dann wurde ein hoher Gewinn erzielt, der versteuert werden muss. Für kleine Gewinne gilt ein Freibetrag, der von Land zu Land unterschiedlich hoch sein kann. Normalerweise beträgt er zwischen 400 und 550 Euro. Ist der Gewinn innerhalb eines Jahres durch Kauf und Verkauf von Aktien geringer als der Freibetrag, bleibt der Gewinn von der Spekulationssteuer befreit.

Spekulationsgewinn vs. Spekulationssteuer

Ist der Gewinn jedoch höher, dann ist die Spekulationssteuer fällig, wodurch sich der Gewinn logischerweise verringert. Und genau darum geht es bei der Spekulationssteuer auch. Sie wurde eingeführt, um die aggressive Spekulation einzudämmen und für mehr Stabilität an der Börse zu sorgen. Dass weiterhin gewinnorientiert spekuliert wird, ist klar, aber manche überlegen es sich dann doch, ob sie die Spekulationssteuer zahlen wollen, zumal diese nur für ein Jahr gilt. Hat man Aktien länger als ein Jahr im Besitz, spielt die Höhe des Gewinns keine Rolle mehr.

Aber ein Jahr lang die Aktien halten ist bei der kurzfristigen Veränderung der Marktlage eine Strategie, die vielen nicht behagt. Es ist dieses Thema ebenso wie die Spekulationssteuer heftig umstritten. In den USA hat man immer die Ansicht vertreten, dass sich der Markt selbst reguliert und man braucht keine Steuern. Die globale Finanzkrise, die ab 2006 bis 2007 von den USA ausgegangen ist, hat mit Nachdruck gezeigt, dass diese Aussage nicht stimmt. Außerdem war die Immobilienblase nur ein Faktor der Krise - das hochriskante Spekulieren von Großbanken hatte die Krise erst richtig verschärft und ist Wasser auf den Mühlen, die die Spekulation reduzieren wollen.

Das Phänomen Spekulation an der Börse

Und es gibt noch weitere Kritik rund um den Spekulationsgewinn. Das ist die Psychologie, die an der Börse Platz gegriffen hat. Ein Unternehmen gerät unter Druck, weil im Management vieles falsch gelaufen ist und sofort fallen auch die Kurse der Konkurrenz, obwohl dort alles passt. Das hat mit den realen Wirtschaftsdaten nichts zu tun und ist ein börsenspezifisches Phänomen, hinter dem auch oft spekulative Gedanken stecken.

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