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Grillen und Quartalszahlen

Manager grillen oder auch unter Druck setzen

Grillen kennen die meisten Menschen und ist etwas Feines. Man hat sich Würste oder Fleisch gekauft, auch viele Gemüsesorten sind geeignet, und grillt diese an einem lauen Sommerabend. Doch abseits des Grillers gibt es eine weitere Bedeutung für Grillen: nämlich jene, dass Manager an der Börse gegrillt werden.

Manager an der Börse grillen

"Einen Manager grillen" ist eine Redewendung, die im Umkreis der Börse immer öfter verwendet wird und im Zusammenhang mit den Quartalsberichten entstanden ist. Das Problem von Manager börsennotierter Unternehmen besteht darin, dass jedes Quartal Berichte über Erfolgszahlen, Umsatzzahlen und Trends abgeliefert werden müssen - vor allem in den USA, aber auch oft in Europa. Dass die Bilanz jedes Quartal vorgelegt werden muss, ist häufig eine Grundvoraussetzung für die Börsennotierung und hat den Grund, weil man schneller falsch laufende Entwicklungen ablesen kann.

Der Haken an der Geschichte besteht darin, dass Quartalsberichte kaum Aussagekraft haben, doch sie haben große Wirkung bei den Investoren. Diese haben Aktien gekauft, weil sie vom Erfolg der Investition überzeugt waren und auf großen Profit aus sind. Fällt nun der Quartalsbericht negativ aus, verliert die Aktie sofort an Wert und damit steigt die Ansicht, dass es besser ist, die Aktie zu verkaufen. Als Folge steht dem Unternehmen weniger Kapital zur Verfügung und es gerät unter Druck.

Probleme der Manager und Aktiengesellschaften

"Den Manager grillen" bedeutet damit, dass Manager vor Veröffentlichung des Quartalsberichts die Zahlen durch Tricks schönfärben. Es werden Umsätze hineingerechnet, die eigentlich erst im nächsten Quartal ihre Gültigkeit haben und damit erhält der Bericht jene positiven Zahlen, die die Investoren sehen und bei der Präsentation hören wollen.

Für den Manager bedeutet dies mehr Aufwand und künstliche Manipulation der Unterlagen, wobei das Problem damit nicht behoben ist. Wenn nämlich die Geschäfte im nächsten Quartal schlecht laufen, wird der Manager erst recht "gegrillt", weil er es noch schwerer hat, die Zahlen positiv darzustellen und außerdem holt ihn die Realität bald ein.

Diskussionen rund um die Quartalszahlen

Weil ein Unternehmen nicht ständig nur positive Zahlen vermelden kann, ist die Diskussion entstanden, ob man die vierteljährliche Vorgabe nicht sein lässt. Die Aktionäre waren auf die Zahlen, erwarten sich den Himmel und glauben, die Hölle bekommen zu haben, dabei sind die Zahlen vielleicht ohnehin nicht so negativ ausgefallen. Die Erwartungshaltung im Zusammenhang mit den Unternehmenszahlen unterliegen der gleichen Psychologie an der Börse wie die unnötig starken Kursanstiege und Kursrückgänge aufgrund von Sorge oder überschwänglichen Gewinnerwartungen.

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