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Gewinn und Bilanz als Bewertungsgrundlagen

Gewinn als Indikator für die Kursbewegungen

Eigentlich hat der Begriff des Gewinns mit der Börse nur am Rande zu tun, es sei denn, man meint die Börse als eigenes Unternehmen. Trotzdem ist beim Handel mit Wertpapieren der Gewinn ein sehr wichtiger und zentraler Begriff, weil der Betriebserfolg eines Unternehmens über die Reaktion am Markt entscheidet.

Gewinn der AG und Börse

Wie wichtig der Gewinn für das Börsengeschäft ist, zeigen die heftigen Reaktionen, wenn es zu Gewinnwarnungen kommt. Gewinnwarnungen werden von Unternehmen, die an der Börse notiert sind, veröffentlicht, wenn durch veränderte Marktsituationen oder interne Schwierigkeiten der Gewinn entweder gar nicht stattfindet oder deutlich geringer sein wird, als ursprünglich vorgesehen. Die Folge sind oft hohe Kursstürze des jeweiligen Aktienwertes.

Per Definition ist der Gewinn oder auch Jahresüberschuss ein positives Betriebsergebnis bei der Gegenüberstellung der Erträge mit den Aufwänden, wobei zu den Aufwänden die Ertragssteuern hinzugerechnet werden. Fällt das Ergebnis negativ aus, so liegt ein Verlust vor. Der Gewinn ist in der Bilanz zu finden und ist ein wichtiges Kriterium für die Bewertung des Unternehmens an der Börse und natürlich auch im Unternehmen selbst.

Hohe Gewinne und ihre Aussagekraft

Unternehmen, die hohe Gewinne einfahren, erzielen auch starke Kursanstiege, während Unternehmen, die einen Verlust erwirtschaften, Kurseinbußen hinnehmen müssen. Der Hintergrund ist natürlich, dass mit den Gewinnen eine Refinanzierung möglich ist. Man hat eine stabile wirtschaftliche Lage und kann sich auch das eine oder andere neue Projekt leisten. Zumindest weiß man als Anlegerin oder Anleger, dass es keine Krisensituation gibt und das Unternehmen stabil arbeitet.

Problemfall Aktienhandel und Unternehmensdaten

Da man sein Geld nicht verlieren möchte, ist man an Unternehmen interessiert, die stabile Werte vorweisen können und deren Aktien man besitzt. Die Geschichte ist aber sehr problematisch geworden und führte auch zu so manchem zynischen Begriff wie dem Grillen, weil die Unternehmensverantwortlichen alle drei Monate die Quartalszahlen vorlegen müssen. Das heißt, es wird nicht pro Jahr eine Bilanz erstellt, wie man das in einer Handelsakademie lernt, sondern zu jedem Quartal. Die Anlegerinnen und Anleger erwarten sich stets gute Zahlen, nur innerhalb von drei Monaten kann man die Welt nicht neu erfinden.

Selbst bei erfreulichen Werten gibt es oft nach Veröffentlichung einen Kursverlust, den niemand wirklich erklären kann. Die Börse reagiert sehr sensibel auf diese Daten und teilweise übertrieben und vorsätzlich negativ. Manchmal passiert es auch umgekehrt, dass zu euphorisch auf die Daten reagiert wird. Jeder, der ein Unternehmen führt, weiß, dass sich eine Marktsituation schnell verändern kann - man denke an die Bauwirtschaft und den Einfluss des Wetters in der kalten Jahreszeit.

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