Sie sind hier: Startseite -> Wirtschaft -> Börsenlexikon -> Einpreisen

Einpreisen von Ereignisse in die Kurse

Eingepreist: schon im Kurs berücksichtigt

Immer wieder wird in den Nachrichten zum Börsenhandel davon gesprochen, dass bestimmte Vorgänge bereits eingepreist sind. Damit ist gemeint, dass große Kursveränderungen nicht mehr zu erwarten sind, weil man bereits im Vorfeld auf die Ereignisse reagiert hatte.

Grundlagen zum Einpreisen
Wenn bestimmte Wirtschaftsnachrichten erfolgen, mit denen niemand so wirklich rechnen konnte, dann gibt es häufig an der Börse ein Fiasko und die Kurse fallen extrem stark, manchmal steigen sie auch in Höhen, die man nicht erwarten konnte. Das ist eine klassische Reaktion auf Veränderungen, zum Beispiel auf die Senkung von Leitzinsen, mit der man nicht gerechnet hatte. Es gibt aber auch Situationen, die man schon lange im Vorfeld wusste und hier wirkt das Einpreisen, indem Reaktionen praktisch schon im Kurs inbegriffen sind und daher der große Kurssprung nicht mehr stattfindet.

Beispiel für das Einpreisen beim Euro-Dollar-Kurs

Beispiele für eingepreiste Kurse gibt es viele. Ein Beispiel war im Jahr 2011 immer wieder der Euro-Dollar-Kurs, denn es gab zahlreiche Situationen, in denen die Ratingagenturen die Ratingeinstufungen einzelner europäischer Länder herabgestuft haben, aber der Kurs trotzdem nicht deutlich gefallen ist, obwohl man das hat erwarten können. Der Grund hiefür war, dass der Kurs oft schon Tage davor gefallen war, da man die Herabstufung erwarten konnte. Somit war die Herabstufung schon eingepreist also bereits im Kurs berücksichtigt.

Das Gegenteil wäre gewesen, wenn nach der Herabstufung der Kurs stark fällt ergo die Anlegerinnen und Anleger aus dem Euro gehen und den Dollar stärken, wodurch der Euro-Dollar-Kurs deutlicher Veränderungen zeigen würde.

Eingepreist können aber auch Kurse von Aktien sein, wenn schon im Vorfeld von negativen Nachrichten der Kurs fällt und dann, wenn die Nachrichten offiziell bestätigt werden, kaum mehr eine Reaktion an der Börse feststellbar ist. Somit ist der Faktor des Einpreisens auch mit der Überraschung der Nachricht - negativ wie positiv - zu sehen. Weiß man im Vorfeld, was passieren wird, dann kann man sich darauf einstellen und viele Anlegerinnen und Anleger reagieren entsprechend oder reagieren gar nicht. Denn die Kursänderungen nach Nachrichten sind auch im Einklang mit der persönlichen Überraschtheit zu sehen.

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel geteilt wird:

Ebenfalls interessant:

Outperformer
Outperformer ist eine Bezeichnung an der Börse für einen Kurswert, der besser agiert als der Markt generell es zeigt und damit mehr Gewinn bringt.

High Flyers
High Flyers ist ein Begriff an der Börse, der eine Aktie und ihren Anstieg im Kurs umschreibt - angetrieben von Spekulation.

Garantiefonds
Der Garantiefonds ist ein Investmentfonds mit der Besonderheit einer garantierten Geldleistung für eine bestimmte Laufzeit.

Großaktionär
Der Großaktionär ist jemand, der an der Börse einen großen Anteil der Aktien einer bestimmten Aktiengesellschaft erworben hat und damit ein großes Stimmrecht auf sich vereint.

Downgrade
Downgrade ist eine Herabstufung der Handelsempfehlung an der Börse durch die Analysten für Wertpapiere und andere Produkte und spricht eher für das Verkaufen von Wertpapiere.

ETF
ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Funds und umschreibt an der Börse Aktienfonds mit aktiver oder passiver Option.

Order
Order ist ein Begriff der Börse und bezeichnet einen Auftrag zum Kauf oder Verkauf an der Börse mit oder ohne Limits für Aktien und andere Wertpapiere oder Anteile.

DAX
Der DAX ist der Aktienindex der Frankfurter Börse und für den europäischen Börsenhandel ein besonders wichtiger Wert, weshalb Frankfurt auch als Leitbörse gilt.

Zurück zum Hauptthema

Übersicht Börsenlexikon

Startseite Wirtschaft