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Grundlagen zu den Derivaten an der Börse

Vorteile des Handels und Kritik an der Spekulation

Die Derivate sind durch die Finanzkrise und Wirtschaftskrise, die ab 2007 eingesetzt hatte, besonders ins Rampenlicht gerückt. Bei den Derivaten handelt es sich um verschiedene Geschäfte an der Börse, die heute abgeschlossen, aber erst in ein paar Tagen oder Monaten tatsächlich durchgeführt werden. Der Hintergrund ist die Überlegung für Käufer und Verkäufer, dass sich der Kurs ändern kann.

Grundlage zu den Derivaten

Die Derivate gelten heute als böses Vokabel für das Spekulieren. Tatsächlich gibt es diese Form von Börsenhandel aber schon lange und hatte einen praktischen Hintergrund. Angenommen, man betreibt eine kleine Fluglinie und möchte sich vor stark schwankenden Ölpreises absichern, dann kauft man für eine bestimmte Menge Geld das Recht ein, den Treibstoff für die Flugzeuge am Tag X zu einem bestimmten Kurs kaufen zu dürfen, zum Beispiel 100 Dollar pro Fass, wobei 10 Dollar zusätzlich an den Verkäufer gezahlt wird. Diese Erhöhung um die 10 Dollar ist das eigentliche Derivat, also die Absicherung.

Denn es kann gut vorkommen, dass der Kurs auf 130 Dollar ansteigt und dann wird sich der Verkäufer ärgern. Sinkt der Kurs hingegen auf 90 Dollar, dann hat der Verkäufer ein hervorragendes Geschäft gemacht. Weil: er selbst kauft um 90 Dollar ein und verkauft um 100 + 10 und hat bei großer Menge einen ziemlichen Gewinn erzielen können. Umgekehrt muss er um 130 Dollar einkaufen und um 100 + 10 verkaufen und hat einen erheblichen Verlust. Die Fluglinie sichert sich aber auf alle Fälle ab und muss nicht um 130 Dollar den Rohstoff einkaufen.

Problem und Kritik an Derivate

Das Problem der Derivate und der Grund, warum sie so scharf kritisiert wurden, besteht darin, dass man nur eine geringe Menge an Geld auf den Tisch legen muss, um das Geschäft einzuleiten. Das hatte große Auswirkungen in der Finanzkrise, weil die Blase geplatzt ist und viele Gelder gefehlt haben. Geschäfte wurden nicht erfüllt und das ganze System erlitt eine Kettenreaktion. Denn bei vielen dieser Geschäfte gibt es gar keine Verkaufshandlung und es wird nur mit den Kursen spekuliert. Man kauft sich bei einem Kurs von 100 ein und verkauft dieses Produkt um 110, wenn der Kurs gestiegen ist. Derivate sind der am stärksten wachsende Markt an der Börse, sodass man auch oft von einem Wettbüro für Kursveränderungen spricht, obwohl der ursprüngliche Sinn ein guter war, wie das obige Beispiel zeigt.

Arten von Derivate

Der Begriff der Derivate ist eigentlich eine Zusammenfassung von Optionen, Futures, Swaps und Zertifikate. Jede dieser Arten hat ihre eigenen Spielregeln. Bei Optionen, um ein Beispiel herauszugreifen, muss es nicht zwangsläufig zu einer Kaufhandlung kommen. Man vereinbart den Kauf sowie Verkauf von Produkte, aber wenn der Kurs nicht passt, kann man auch auf den Abschluss verzichten.

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