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Dachfonds

Umfangreiche Streuung des Risikos

Als Dachfonds bezeichnet man Investmentfonds, die in Investmentfonds investieren. Ihr Hauptgeschäft besteht daher darin, das Risiko zu reduzieren, indem sie verschiedene Investmentfonds zu einem Paket zusammenführen und damit für die Anlegerinnen und Anleger sehr interessant werden, da das Risiko kleiner wird.

Grundlage zum Dachfonds

Die Überlegung dahinter besteht darin, dass ein normaler Investmentfonds gleiche Wert hält, verliert oder gewinnt. Hat man in den Fonds investiert, gewinnt oder verliert man. Bei einem Dachfonds hingegen gibt es verschiedene Fonds, die gewinnen oder verlieren können. Selbst wenn zwei Fonds verlieren und vier andere gewinnen, steigt man positiv mit dem Dachfonds aus. Damit ist der Dachfonds aber auch ein sehr großer Finanztitel, denn die Investmentfonds selbst sind schon mit umfangreichen Anlageformen (Renten, Aktien etc.) bestückt.

Ein einzelner Investmentfonds darf nicht mehr als 20 Prozent des gesamten Dachfonds einnehmen, sodass mindestens fünf verschiedene Investmentfonds einen Dachfonds bilden. Berücksichtigt man, dass ein normaler Investmentfonds bereits in sehr viele verschiedene Finanzprodukte das Geld streut, um das Risiko zu reduzieren, dann ist schnell klar, dass man mit dem Dachfonds eine Unzahl verschiedener Werte mit seinem Geld bestückt. Im Normalfall hat man damit eine schöne Lösung mit weit gestreutem Risiko.

Nachteile vom Dachfonds

Allerdings gibt es auch zwei Nachteile, wobei einer davon nicht immer zum Tragen kommt. Der fixe Nachteil sind die Kosten für den Anleger. Da der Dachfonds selbst Spesen verrechnet, um die Verwaltung finanzieren zu können und die eingesetzten Investmentfonds ebenfalls Spesen verrechnen, kommt es zu hohen Spesenanteile. Das bedeutet, dass man schlecht beraten ist, wenn man Geld in den Fonds investiert und bald wieder herauslöst, da durch die hohen Spesen kaum ein Gewinn entstehen kann. Plant man mittelfristig, kann der Dachfonds trotzdem eine Option sein.

Ein weiterer Nachteil kann dann auftreten, wenn der Dachfonds sich auf einen bestimmten Geschäftsbereich konzentriert. Wenn eine ganze Branche unter Druck gerät, verliert dieser Dachfonds mit großer Wahrscheinlichkeit auch stark, weil die Streuung nicht gegeben ist. Würde der Dachfonds hingegen in verschiedenen Branchen und verschiedenen Ländern investieren, wäre die Streuung viel größer und das Risiko kleiner. Das gilt natürlich nicht, wenn global die Wirtschaft abstürzt, wie dies nach 2007 der Fall war.

Dachfonds: grundsätzliche Überlegungen

Daher muss man wie bei jedem Investmentfonds hinterfragen, wo mit welchem Ziel investiert wird, welche Fonds aufgenommen werden und welches Risiko sich daraus ergibt. Wenn der Dachfonds sich auf eine Branche bezieht, aber auf verschiedene Länder oder gar Kontinente, hat man eine Streuung in regionaler Hinsicht, nicht aber in Bezug auf das Geschäftsfeld. Gibt es eine Stahlkrise, dann hat man mit industriellen Investments trotzdem ein Problem. Hat man aber den Bankensektor oder den Tourismussektor auch mit an Bord, wird sich die Krise weniger stark auswirken oder überhaupt kein Problem für eine positive Entwicklung darstellen.

Daher ist die Aussage, dass der Dachfonds teuer aber sicher ist, nur bedingt richtig. Teuer ist er auf jeden Fall, sicherer als ein normaler Investmentfonds in der Regel auch. Doch verlieren kann man auch mit diesem Angebot, wenngleich es schon wirtschaftlich sehr stark nach unten gehen muss, um abzustürzen. Wer also Zeit hat und sein Geld mittel- bis langfristig anlegen will, kann sich die Option des Dachfonds durchaus überlegen.

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